Messunsicherheit automatisch berechnen

Viele Messtechniker verzichten bislang aus wirtschaftlichen oder zeitlichen Gründen auf die Bestimmung der Messunsicherheit. Die Kistler-Gruppe bringt mit ›Kixact‹ die erste Technologie auf den Markt, mit der sich die Messunsicherheit automatisch berechnen und interpretieren lässt.

29. April 2019
Messunsicherheit automatisch berechnen
In Kombination mit der Software ›Kistudio Lab‹ ist mit ›Kixact‹ die Berechnung sowie Auswertung der Messunsicherheit einfach und sicher. (Bild: Kistler)

Kistler ist es gelungen, eine einfache, exakte und schnelle Lösung für die Berechnung von Messunsicherheit zu entwickeln. ›Kixact‹ berechnet die Messunsicherheit automatisiert. Die Ergebnisse lassen sich mithilfe der mitgelieferten Software ›Kistudio Lab‹ analysieren. Einflüsse von außerhalb wie Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit werden im Programm für die jeweilige Messung hinterlegt und in die Berechnung miteinbezogen.

Die Analyse der Messtechnik erkennt frühzeitig, welche Faktoren in der Messkette die Messung beeinflussen – und gibt dem Nutzer so die Möglichkeit, Parameter entsprechend anzupassen. Das Ergebnis sind qualitativ aussagekräftige Messungen mit geringer Unsicherheit.

Messunsicherheiten bei jeder Messung relevant

Messunsicherheiten sind keine Ausnahmeerscheinung – jede Messung in Forschung und Industrie ist mit einer gewissen Ungenauigkeit verbunden. Schon kleinere Schwankungen der Umgebungstemperatur können zu Abweichungen führen, die das Messergebnis unzuverlässig und damit unbrauchbar machen. Für aussagekräftige Messergebnisse ist das Wissen um die jeweilige Messunsicherheit daher unverzichtbar. Bei der Berechnung sind sämtliche Faktoren einzubeziehen, die Auswirkungen auf die Messung haben könnten.

Je mehr Elemente die Messkette enthält, desto komplexer wird die Bestimmung der Messunsicherheit: Bisher musste ein Anwender für jede einzelne Komponente der Messkette das jeweilige Datenblatt sichten, einzelne Spezifikationen prüfen und – zusätzlich zu externen Einflüssen – mit in die Berechnung einfließen lassen. Die Berechnung und die Auswertung der Daten erfordert Fachwissen. Der Aufwand ist oft so hoch, dass in vielen Fällen großzügige Annahmen getroffen werden oder gänzlich auf die Berechnung der Messunsicherheit verzichtet wird, um Messprozesse überschaubar zu halten. Geht man andererseits von einer zu großen Unsicherheit aus, hat das negativen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit des gesamten Prozesses. Wer die Messunsicherheit sicher bestimmt, kann Toleranzgrenzen enger definieren und den Prozess damit effizienter gestalten.

»Forschungsergebnisse sind nur dann valide, wenn sie auf genauen, verlässlichen Messergebnissen basieren. Kixact kann hier helfen, den Forschungsetat zu entlasten,« sagt Michael Lauffer, Product Manager DAQ Systems bei Kistler. »Für die Industrie sehen wir den Vorteil von Kixact vor allem darin, Prozesse zu optimieren, indem Messunsicherheiten schneller und ohne komplizierte Formeln einbezogen werden. Wer die Messunsicherheit im Griff hat, kommt zu besseren Ergebnissen.«

Daten nutzungsgerecht erfassen

Das Kidaq-Datenerfassungssystem ist sowohl in puncto Hardware als auch Software modular aufgebaut. Kistler stellt eine große Auswahl an Messmodulen mit mehr als 20 unterschiedlichen Messgrößen zur Verfügung. Die Module sind in drei unterschiedlichen Gehäusevarianten erhältlich. Damit bieten sie dem Anwender eine hohe Flexibilität für seine Messaufgabe. Alle Messeinheiten lassen sich präzise zeitsynchronisieren. Eine cloudbasierende Plattform ermöglicht zudem Erweiterungen auch durch Partnerfirmen.

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