Messtechnik mit hoher Bildauflösung

Zur Control zeigt GOM Neuheiten der industriellen 3D-Messtechnik. Dazu gehören die Atos-Scanbox Serie 7 und 8 für die Inspektion großer Blechbauteile und Karosserien, Atos Capsule zur Inspektion konturbehafteter Bauteilgeometrien und die Aramis-3D-Kamera.

10. April 2017
Die Aramis-3D-Kamera von GOM ist ein 3D-Bewegungs- und Verformungssensor für die punktuelle und flächige Materialprüfung und Bauteilverformungsanalyse. (Bild: GOM)
Bild 1: Messtechnik mit hoher Bildauflösung (Die Aramis-3D-Kamera von GOM ist ein 3D-Bewegungs- und Verformungssensor für die punktuelle und flächige Materialprüfung und Bauteilverformungsanalyse. (Bild: GOM))

Virtueller Zusammenbau mit der Atos-Scanbox

Auf der Control 2017 zeigt GOM die Atos-Scanbox-Reihe, einschließlich der Serien 7 und 8, für die automatisierte 3D-Digitalisierung und Inspektion großer Blechbauteile. Die optischen Messzellen können flexibel in Press- und Karosseriewerken aufgebaut und in Betrieb genommen werden – ohne permanente Fixierung oder schwere Bodenverankerung.

Die Atos-Scanbox-Anlagen erzielen durch die Acht-Achs-Kinematik – eine Kombination einer horizontalen Schiene, eines vertikalen Lifts und eines Knickarmroboters – eine hohe Flexibilität und Reichweite des Atos-Sensors. Bauteile können so aus jeder Perspektive vermessen werden – einschließlich enger Innenräume.

Auf Basis der 3D-Ist-Koordinaten können Abweichungen zum CAD sowie Detailinformationen wie Form- und Lagetoleranzen, Beschnitt oder Lochlagen geprüft werden. Die serienmäßig enthaltene Atos-Professional-Software ermöglicht darüber hinaus den virtuellen Zusammenbau ganzer Karosserien. Dabei werden die vollflächigen Messergebnisse mehrerer Bauteile virtuell zusammengefügt, um Informationen über Spaltmaß und Bündigkeit auszuwerten.

Optische Präzisionsmessmaschine

GOM erweitert die Atos-Reihe mit einem neuen Sensor zur vollflächigen Erfassung konturbehafteter Bauteilgeometrien. Das Streifenprojektionssystem wird zur serienbegleitenden Qualitätssicherung kleiner bis mittelgroßer Bauteile eingesetzt. Atos Capsule eignet sich zur Erstmusterprüfung von Zahnrädern, Turbinenschaufeln und -rädern sowie medizinischer Komponenten. Dabei werden neben Flächenabweichungen zum CAD auch Form- und Lagetoleranzen abgeleitet.

Atos-3D-Scanner haben sich in der optischen Messtechnik etabliert. Atos Capsule vereint GOM die Blue-Light-Technik und das Triple-Scan-Prinzip mit einem neuartigen Gehäuse, das Staub- und Spritzwasserschutz für den industriellen Einsatz bietet. Prozesssicherheit und genaue Messergebnisse werden durch die Steifigkeit des Unibody-Gehäuses erreicht.

In der standardisierten Messmaschine Atos-Scanbox wird Atos Capsule automatisiert zur Messung und Inspektion eingesetzt. Die Scanbox ist eine optische 3D-Messmaschine, die von GOM für die effiziente Qualitätskontrolle im Produktions- und Fertigungsprozess entwickelt wurde. Mit dem photogrammetrischen Erweiterungssensor Atos Plus lassen sich in der Scanbox auch größere oder mehrere Bauteile gleichzeitig mit einer hohen Gesamtgenauigkeit messen.

 

Atos Capsule ist in zwei Varianten mit unterschiedlichen Detailstufen erhältlich und erfasst acht oder zwölf Millionen Punkte pro Messung mit wechselbaren Messbereichen. Die Abmessungen, das geringe Gewicht und der kurze Arbeitsabstand des Sensors erleichtern seine Handhabung in der Praxis.

Mobile Messtechnik

Heutzutage muss die Inspektion von Werkzeugen, Anlagen und Bauteilen während der Fertigung erfolgen. Auf diese Herausforderung reagiert GOM mit mobilen und flexiblen Messsystemen, deren Nutzung unmittelbar am Messobjekt erfolgt. Pontos Live, das optische 3D-Messsystem von GOM, wird vor allem für die Online-Messung und Bauteilpositionierung genutzt und ermöglicht eine auf Augmented Reality basierende Zusammenbauanalyse.

Mittels dynamischer Referenzierung können sowohl das Bauteil als auch der Sensor frei bewegt werden – unabhängig von Störeinflüssen der Produktionsumgebung. Zudem ermöglicht das System die Kombination von optischen mit taktilen Messverfahren.

Atos Compact Scan, die Kompaktklasse der Atos-Reihe, zeichnet sich durch ihre Flexibilität aus: System, Stativ und Notebook finden in einem Reisekoffer Platz und können leicht transportiert werden. Der robuste und präzise Sensor ermöglicht durch seine wechselbaren Messfelder die Digitalisierung und Inspektion kleiner Bauteile bis hin zu großen Werkzeugen. Je nach Anforderung kann die Genauigkeit und Auflösung des Sensors flexibel angepasst werden.

Mit dem Tritop-Photogrammetriesystem werden einzelne 3D-Koordinaten großvolumiger Objekte wie Windkraftanlagen, Flugzeugen oder Schiffen schnell und präzise gemessen. Das System wird kabellos und handgeführt angewandt. Die Messauswertung erfolgt unmittelbar am Notebook. Dadurch wird beispielsweise die Passung von Komponenten vor dem Zusammenbau gewährleistet.

 

Messsystem für 3D-Testing

Die Aramis-3D-Kamera von GOM ist ein 3D-Bewegungs- und Verformungssensor für die punktuelle und flächige Materialprüfung und Bauteilverformungsanalyse. Das System liefert 3D-Verschiebungen, 3D-Dehnungen, Geschwindigkeiten, Beschleunigungen sowie 6DoF-Auswertungen von Proben und Bauteilen unter Last.

Das Aramis-System erfasst dreidimensionale Verformungen von Materialproben und Bauteilen unter mechanischer oder thermischer Last. Dabei werden statische und dynamische Verformungen nicht nur punktuell, sondern auch flächenmäßig ermittelt. Mittels externer Trigger und analoger Datenaufnahme sowie deren Umwandlung vereinfacht der GOM Testing Controller die vollständige Integration des Systems in bestehende Testumgebungen – ohne komplizierte Positionierung und Verkabelung.

Er enthält ein softwaregestütztes Interface für die Programmierung vordefinierter oder spezifischer Messsequenzen, beispielsweise die Definition spezieller Abhängigkeiten zwischen Testparametern und Aufnahmegeschwindigkeit mittels Ringspeichern und Triggerelementen. Darüber hinaus können die definierten Messsequenzen für weitere Projekte als Vorlage gespeichert und ausgetauscht werden.

Beim Testing Sensor sind die zertifizierten Objektive voreingestellt und in ein industrielles Gehäuse eingebaut, wodurch eine hohe Stabilität der Sensorkalibrierung gewährleistet ist. Die voreingestellten Messvolumen können durch den Benutzer einfach gewechselt werden, so dass Objekte einfach gemessen werden können. Außerdem wird die Blue-Light-Technik verwendet: Durch das schmalbandige blaue Licht der Projektionseinheit erfolgen die Messungen unabhängig von den Lichtverhältnissen.