Mehr Reichweite der E-Mobile dank Leichtbau

Die nächste Generation der Elektro­fahrzeuge kann durch neue Herstellungsverfahren bei leichten Fahrzeugbau­teilen die Reich­weite erhalten, die für einen Durch­bruch nötig ist. Dieser Ansicht ist AP&T. Das Unternehmen entwickelt Fertigungslösungen für die Automobilindustrie.

26. März 2018
Leichtbaulösungen aus hochfestem Aluminium können dazu beitragen, die Reichweite von Elektrofahrzeugen zu verbessern, erklärt Per Josefsson, Director Business Development and Marketing bei AP&T. (Bild: AP&T)
Bild 1: Mehr Reichweite der E-Mobile dank Leichtbau (Leichtbaulösungen aus hochfestem Aluminium können dazu beitragen, die Reichweite von Elektrofahrzeugen zu verbessern, erklärt Per Josefsson, Director Business Development and Marketing bei AP&T. (Bild: AP&T))

Die Verringerung des Fahrzeuggewichts hatte lange Zeit weltweit einen hohen Stellenwert bei den Automobilherstellern. Ein geringeres Gewicht sorgt für einen niedrigeren Kraftstoffverbrauch und weniger Kohlendioxidemissionen. Wenn man herkömmlich hergestellte Karosserieteile durch Bauteile aus pressgehärtetem Stahl, einem sowohl leichten als auch stabilen Werkstoff, ersetzt, kann man das Gewicht auf einfache Weise senken, ohne Abstriche bei der Sicherheit zu machen.

Mittlerweile können die meisten Hersteller die erste Welle der gewichtssenkenden Maßnahmen im Rückspiegel betrachten. Aber die mit dem Ziel einer weiteren Gewichtssenkung verbundenen Arbeiten laufen im Takt mit den ständig strengeren Emissionsauflagen weiter und stellen die Konstrukteure der nächsten Fahrzeuggeneration vor neue Herausforderungen.

Starker Partner für das Presshärten

AP&T entwickelt Produktionslösungen für das Presshärten und zählt mittlerweile zu den wichtigsten Kräften auf diesem Markt. Das Unternehmen hat mehr als ein Fünftel aller Presshärteanlagen geliefert, die bisher weltweit bei Automobilherstellern und Bauteilzulieferern installiert worden sind.

„Die von uns gegenwärtig entwickelten Presshärteanlagen bieten ganz andere Möglichkeiten als früher. Dank der modernen Prozesssteuerung kann jedes Bauteil die nachgefragten Eigenschaften erhalten. So kann man zum Beispiel weichere Zonen in einem einzigen Bauteil kombinieren“, freut sich Per Josefsson, Director Business Development and Marketing bei AP&T.

Nächster großer Schritt

Für den nächsten großen Schritt bei der Senkung des Gewichts reicht es jedoch nicht aus, ein Bauteil durch ein entsprechendes Teil aus einem anderen Material zu ersetzen. Laut Per Josefsson ist eine Gesamtbetrachtung bei der Auswahl von Materialien, Herstellungsverfahren und Konstruktion notwendig, damit eine optimale Lösung zustande kommen kann.

„Nehmen wir als Beispiel eine B-Säule. Viele Hersteller verwenden heutzutage B-Säulen aus pressgehärtetem Stahl. Statt aber einfach nur ein anderes Material für dieses Bauteil zu wählen, kann es besser sein, sich für eine vollkommen andere Konstruktion zu entscheiden. Die ganze Türaussparung kann auch aus einem Stück hochfestem Aluminium hergestellt werden. So wird die hohe Festigkeit mit einem deutlich geringeren Gewicht als bei Stahl kombiniert.“

Im Herbst 2017 stellte AP&T die weltweit erste Produktionsanlage für die Herstellung komplexer, umgeformter Fahrzeugbauteile aus hochfestem Aluminium vor. Dieser Innovation wurde eine große internationale Aufmerksamkeit und eine Auszeichnung in Form der Preise Altair Enlighten Award und SIQ Quality Innovation Award zuteil.

Vorraussetzung für eine neue Welle im Gewichtsparen

Dank der neuen Konstruktions- und Herstellungsmöglichkeiten für Bauteile aus leichterem und stabilerem Material entstehen Voraussetzungen für eine neue Welle der Gewichtssenkungen. Dadurch kann die Entwicklung von Elektrofahrzeugen einen Schub erhalten.

„Die Antriebskräfte für weitere Gewichtseinsparungen sind unabhängig von der Antriebstechnik groß. Allerdings sehen wir die interessanteste Entwicklung bei den Elektrofahrzeugen. Wenn es mehr Lösungen mit geringem Gewicht gibt, werden auch weniger Batterien für eine größere Reichweite benötigt. Das entspricht genau der Nachfrage auf dem Markt und der Notwendigkeit einer Beschleunigung der Umstellung auf einen nachhaltigeren Transportsektor“, meint Per Josefsson.