Mehr Leichtbau und weniger Verschleiß

Tata Steel verfolgt aktuell zwei große Ziele: Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Bis 2050 will der Stahlproduzent klimaneutral werden. Zudem entwickelt und nutzt der Konzern digitale Tools, die wiederum der Nachhaltigkeit zugute kommen.

03. Dezember 2019
Mehr Leichtbau und weniger Verschleiß
›XPF1000‹ kombiniert eine gute Umformbarkeit mit einer ultrahohen Festigkeit. Er eignet sich für Fahrwerkteile, aber auch für Anwendungen in der Karosserie sowie in Sitz- und Innenraumstrukturen. (Bild: Tata Steel)

Seit 2018 investiert Tata Steel kontinuierlich in Standorte in Großbritannien, Belgien und den Niederlanden, um seine Fertigungskompetenzen für hochwertige Stähle zu erweitern und zu flexibilisieren. Diese Investitionen bedienen die steigende Nachfrage nach leistungsstarken, ultrahochfesten Stählen beispielsweise in der Automobilindustrie.

Der seit kurzem verfügbare Automobilstahl ›XPF1000‹ wurde ursprünglich aufgrund einer Kundenanforderung für die leichtere Auslegung komplexer Fahrwerksteile entwickelt. Denn der UHSS-Stahl kombiniert eine außergewöhnlich gute Umformbarkeit mit einer hohen Festigkeit. Er eignet sich aber ebenso für Anwendungen in der Karosserie sowie in Sitz- und Innenraumstrukturen.

Aktuell sind eine Acht-Millimeter-Variante für den LKW-Sektor sowie eine beschichtete Ausführung in Planung. Auch der Einsatz in E-Fahrzeugen, denen sozusagen der Motor als Knautschzone fehlt, bietet sich an, denn aufgrund seiner hohen Steifigkeit kann XPF1000 im Falle eines Crashs ein hohes Maß an Aufprallenergie absorbieren.

Auf der Blechexpo zeigte Tata Steel auch das neue Stahlblech ›Valast 450‹ mit einer typischen Härte von 450 HB. Es wurde für den Einsatz in Kippwagen, Muldenkippern oder Asphaltfertigern entwickelt, die hohen Verschleißbelastungen ausgesetzt sind. Valast 450 besitzt eine 2,5-fach höhere Verschleißbeständigkeit als typischer Baustahl und verlängert somit die Lebensdauer der Anwendungen.

Mehr Digitalisierung für mehr Nachhaltigkeit

Darüber hinaus nutzt Tata Steel das digitale Analyseverfahren ›Advanced Analytics‹ (AA). Es ermöglicht Prognosen und sorgt für Verbesserungen über die gesamte Prozesskette hinweg, unter anderem durch die effizientere Verwertung von Rohstoffen, eine höhere Fertigungsqualität und eine optimierte Logistik. Um dieses Potenzial zu nutzen, hat Tata Steel kürzlich die Advanced-Analytics-Akademie im niederländischen IJmuiden ins Leben gerufen.

Tata Steel betreibt neuerdings ein Programm für digitale Umweltproduktdeklarationen in der Bauindustrie. Dieses EPD-Programm liefert als Validierungsinstrument transparente und wissenschaftlich fundierte Daten über die Umweltauswirkungen von Stahlprodukten und untermauert ihre Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus.

»Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und den immer dringlicheren Forderungen nach Nachhaltigkeit befürchten viele Kunden, enorme Summen für neues Equipment und die Schulung ihrer Mitarbeiter ausgeben zu müssen. Hier setzen wir an: Wir erleichtern den Zugang zu wichtigen Daten und entwickeln nachhaltige Produkte und Services in enger Abstimmung mit unseren Kunden«, erklärte Henrik Adam, CEO von Tata Steel Europe.

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