Mehr Effizienz

Technik/Materialfluss

Rationelles Lagern und automatisiertes Handling sind sehr wichtige, weil wertschöpfende Grundfunktionen. Außerdem sparen moderne Kompakt-Lagersysteme Platz und erhöhen die Effizienz im gesamten Materialfluss.

04. Oktober 2011

Die Auftrags- und Lieferchargen des Stahlhandels werden immer kleiner, die Vielfalt an Materialien und Aufträgen immer größer und die kleinen Auftragspositionen immer mehr werden. Dies führt zu einem enormen Aufwand an Bereitstellung von Lagerkapazitäten und im Material-Handling, denn oftmals müssen nur einzelne Stäbe ausgelagert, abgesägt und das Reststück wieder rückgelagert werden. Ohne einen vergleichsweise hohen Automatisierungsgrad in der Lagerung und Handhabung besagter Materialvielfalt ist eine termingerechte sowie vor allem auch wirtschaftliche Materialversorgung aber nicht möglich.

Während sich im Stahl- und Metallhandel deshalb automatisierte Lager- und Handling-Systeme durchsetzen, benötigt ein Metall verarbeitendes Unternehmen, je nach Betätigungsfeld und Größe, nicht unbedingt ebenfalls ein hochautomatisiertes Langgut-, Blech- oder Universal-Lagersystem, sollte aber immer eine bestimmte Menge an benötigtem Material vorhalten. Aus diesem Grund bietet Kasto eine umfassende Palette an halb- und vollautomatischen Lagersystemen sowie an Handling- und Materialflusseinrichtungen.

Für jeden Anwendungsfall die optimale Lagerart

Da Kasto alle relevanten Lagerbau- und Ausrüstungsformen, alle drei Metallsägeverfahren (Bügel-, Band- und Kreissägen) und auch die komplette Handling-Peripherie anbietet, kann man dem Kunden – ob kleine Handwerksbetriebe oder Massenproduzenten, ob spezialisierte regionale Metallhandelsbetriebe oder international agierende Vollsortimenter – jeweils optimale Lösungen offerieren.

Dies betrifft sowohl klassische Langgut-Materialien als auch Flachprodukte wie Bleche. Darüber hinaus können die meisten Lagersysteme auch universell genutzt werden, da neben Flachprodukten oder Palettenware auch Behälter und Kästen gelagert werden können. Im Vordergrund steht immer die Symbiose aus möglichst kleiner Lagerfläche und maximaler Lagerkapazität, weshalb die Lagersysteme, bis auf das Stapeljoch-Lager Unibloc, als Lagertürme oder als Blocklager in die Höhe bauen und damit auf kleiner Grundfläche viel Platz kostensparend zur Verfügung stellen.

Vom einfachen Stapeljoch-Lagersystem …

Zunächst bestimmen die Anforderungen sowohl die Lagerbauart als auch den Automatisierungsgrad. Folgerichtig bietet Kasto mit Unibloc eine praktische Lösung zur Lagerung von Langgutmaterialien mit Stablängen zwischen 6 und 24 m sowie für Lasten bis 6 oder 9 t pro Joch. Stapeljoche eignen sich für mittlere bis große Lagervolumina und für kleinere und mittlere Umschlagsgeschwindigkeiten. Sie können mit einem Kran manuell oder automatisiert umgesetzt werden.

Für den automatisierten Betrieb wird zur Erhöhung der Umschlagsleistungen – durch Umstapeln von mehreren Stapeljochen gleichzeitig – eine sogenannte Automatik-Traverse eingesetzt. Bei Systemhöhen bis 5 m sind pro Stunde bis zu 20 Zugriffe möglich. Naturgemäß benötigt die Stapeljoch-Lagerung mehr Grund- und Verkehrsfläche als ein Blocklagersystem, jedoch können dank der Lagerhöhen vorhandene Flächen in Hallen oder im Freien besser genutzt werden als bei der konventionellen Bodenlagerung.

Als nächste Leistungsstufe wäre das Turmlager Unitower zu nennen. Dieses sehr kompakte, vollautomatische Lagersystem wird als Einfach- oder Doppelturm für Langgut oder Blech zum Lagern kleinerer Lagervolumina oder auch als verbrauchernahes Pufferlager direkt in der Produktion eingesetzt. Hier lassen sich mittels Kassetten oder Paletten sowie spezieller Trägereinheiten unterschiedlichste Güter individuell ein- und auslagern. Die Belastung pro Lagerplatz darf je nach Bauweise zwischen 1 und 3 t betragen.

Ein heb-/senkbares Regalbediengerät mit integrierter Kassetten- oder Paletten-Ausziehvorrichtung sorgt für einen schnellen Zugriff. Die Systemhöhen liegen hier zwischen 4 und 25 m und pro Stunde sind 30 Zugriffe möglich. Die Unitower können dank ihrer selbsttragenden Stahlbaukonstruktion wahlweise als Stand-alone-Systeme in Hallen aufgestellt oder mit einer Außenverkleidung an Gebäude angedockt werden.

… zum vollautomatischen Logistikzentrum

Der Automatisierungsgrad des Unitower wird vom modularen (also nachträglich erweiterbaren) Überfahrlager Unitop deutlich übertroffen, denn hier verfährt ein Regalbediengerät auf einem oder mehreren Regalblöcken und hebt und senkt zur Entnahme und zum Einlagern der Kassette die Lasttraverse in die Gassen zwischen den Regalen. In der jeweiligen Entnahme/Übergabe-Position werden die Kassetten mit Lastgabeln entnommen und anschließend zur Kommissionierstation gefördert. Vorteil: sehr platzsparende und kompakte Bauweise bei hohen Lagervolumina. Es können Kassetten mit Lasten zwischen 1 und 5 t genutzt werden.

An Systemhöhen sind 4 bis 25 m möglich und pro Stunde 32 Zugriffe. Die nächste und am höchsten automatisierte Bauform ist das Wabenlager Unicompact. Hier verfährt ein schnelles Regalbediengerät zwischen den Lagerblöcken und lässt dank hochdynamischer Antriebstechnik 60 Zugriffe pro Stunde zu. Hier sind Lagerhöhen bis zu 30 m üblich, und auf Wunsch können sowohl Kassetten als auch spezielle lieferanten- oder kundeneigene Trägergestelle verwendet werden. Das RBG entnimmt im linken wie im rechten Lagerblock die Kassetten und befördert sie an eine Aus- oder Übergabestation für den weiteren Materialfluss. Dieser wiederum versorgt mehrere Kommissionierplätze, sodass im Verbund mit dem dynamisch agierenden Regalbediengerät beim Kommissionieren so gut wie keine Stillstandzeiten zu verzeichnen sind. Mit 4000 Kassetten-Lagerplätzen auf vergleichsweise kleiner Grund- und Verkehrsfläche sind enorme Materialmengen möglich.

Turmlager, Blocklager oder Längslager?

Bei manchen Kunden ist es aus baulichen Gründen oder wegen ungünstigem Gelände nicht möglich, kompakte Blocklagersysteme einzusetzen. Außerdem gibt es vielfach Materialfluss- und andere Sachzwänge, die einen (Doppel-)Turm oder ein Blocklagersystem als nicht bedarfsgerecht erscheinen lassen. Hier nun bietet sich die Alternative Uniline an, bei der es sich um ein Längslager zur sogenannten ›Einfach-tief-Lagerung‹ handelt. Solche Lager kommen bevorzugt in Blech verarbeitenden Betrieben oder im Metallhandel zur Blech- und Flachprodukte-Lagerung zur Verwendung.

Sie sind ab etwa 200 Palettenplätzen wirtschaftlich und können 25 m hoch bauen. Die Nutzlasten erreichen 3 oder 5 t pro Palette, und es lassen sich Bleche vom Kleinformat (zum Beispiel 1000 x 2000 mm) bis zum Maxi-Format (2000 x 4000 mm) oder sogar Sonderformate lagern. Die Module lassen sich beliebig aneinanderreihen und das linear verfahrende Regalbediengerät der Systemlänge anpassen, sodass auch hier zunächst eine Grundvariante aufgebaut und später bedarfsgerecht ausgebaut werden kann.

Der Vorteil etwa für Produktionsbetriebe ist, dass entlang des ganzen Längslagers eine fast beliebige Anzahl an Auslagerstationen möglich ist, um das Material ohne Umwege direkt zur passenden Bearbeitungsmaschine befördern zu können. Dazu braucht es unterschiedlichste Materialfluss-Einrichtungen, und Kasto bietet dem Kunden deshalb die Realisierung der Lager- und Materialflusstechnik aus einer Hand.

Erschienen in Ausgabe: 05/2011