Mehr Aufträge und mehr Jobs

Norddeutsche Metall- und Elektroindustrie meldet auf breiter Front gute Geschäfte

02. Juni 2011

Der Arbeitgeberverband Nordmetall hat seine Frühjahrsumfrage vorgestellt: Die meisten Zahlen der Frühjahrs-Umfrage seien demnach wieder auf Vorkrisenniveau. 78 Prozent der befragten Unternehmen seien mit ihrem Auftragsbestand zufrieden, die Kapazitätsauslastung liege mit 88 Prozent erstmals seit Frühjahr 2008 wieder über dem Allzeit-Durchschnitt von 86 Prozent. Der Nordmetall-Index zeige bei 48 Prozent der Unternehmen eine gute Geschäftslage - dies seien so viele wie seit drei Jahren nicht mehr. In Schleswig-Holstein bezeichneten sogar 69 Prozent ihre Lage als gut. Weitere 30 Prozent nannten die laufenden Geschäfte saisonüblich. Eine Ausnahme bilde der Schiffbau, hier sei der Auftragsbestand nach wie vor viel zu gering.

Quer durch alle Branchen beurteilten aber nur noch 19 Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen die Lage als „unbefriedigend“. Diese Gruppe habe sich seit letztem Herbst deutlich verkleinert (von 31 %).

Der Anteil der Unternehmen, die ihre derzeitige Situation als „schlecht“ bezeichnen, habe sich sogar von 5 auf 2,8 Prozent fast halbiert.

„Die meisten Betriebe haben richtig gut zu tun und das wirkt sich auch am Arbeitsmarkt aus“, sagte Nordmetall-Präsident Ingo Kramer. 25 Prozent der befragten Unternehmen planten eine Erhöhung der Mitarbeiterzahl, 65 Prozent wollten die Belegschaft stabil halten, nur 10 Prozent dächten an einen Stellenabbau. Die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze – in den Stammbelegschaften, nicht nur in der Zeitarbeit – zeige, dass der Aufschwung bei den Menschen ankomme, so Kramer – und dies nicht erst jetzt: „Während der Krise haben unsere Unternehmen zwei Lohnsteigerungen und vier Einmalzahlungen geschultert. Erst vor wenigen Wochen hat es eine weitere Lohnerhöhung von 2,7 Prozent gegeben, die bei einem Viertel der Betriebe sogar von April auf Februar vorgezogen wurde. Die Beteiligung am Aufschwung kann jeder auf seinem Konto ablesen“, so Kramer. Insgesamt liege das Lohnniveau in der Metall- und Elektroindustrie zur Zeit 5 Prozent über dem zu Beginn der Krise.

Nordmetall fragt seine Mitgliedsunternehmen halbjährlich nach der gegenwärtigen Situation und den Zukunftserwartungen. Von den 250 Unternehmen beteiligten sich in diesem Frühjahr 106 an der Umfrage. Sie repräsentieren gut 62.000 Mitarbeiter und damit 59 Prozent aller Beschäftigten in den Mitgliedsunternehmen. Nordmetall ist zuständig für Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, das Land Bremen und das nordwestliche Niedersachsen.

31 Prozent der befragten Unternehmen rechnen in den nächsten Monaten mit einer weiteren Verbesserung der Geschäfte. 61 Prozent erwarten keine Veränderung zu heute. Analog dazu erwarten 38 Prozent weiter steigende und 54 Prozent gleichbleibende Auftragseingänge. 7 Prozent befürchten Rückschläge im Aufschwung.

Deutlich besser als der Durchschnitt beurteilten die Teilbranchen Maschinenbau sowie Fahrzeug- und Flugzeugbau die gegenwärtige Lage (68 bzw. 75 Prozent antworteten mit „gut“). Negativere Bewertungen kamen auch diesmal aus dem Schiffbau (38 Prozent sagten „unbefriedigend“

oder „schlecht“). Beim Thema „Personalaufbau“ stechen Unternehmen der Feinmechanik/Optik/Medizintechnik heraus (63 Prozent planen Neueinstellungen).

Die Einzelergebnisse für die fünf norddeutschen Bundesländer sind online auf www.nordmetall.de nachzulesen.