Mehr als nur Zuschneiden

Bedienerfreundliche und langzeitgenaue Schwingschnittschere

Kennen Sie das auch? Nachdem die Zuschnittarbeiten vermeintlich beendet sind, kriecht der Bediener unter die Tafelschere und sucht die kreuz und quer übereinander liegenden Blechzuschnitte zusammen. Danach sortiert er Kleinteile, Großteile und Anschnitte auseinander. Mit Schwingschnittscheren kann man sich diesen Aufwand sparen.

11. April 2001
RAS, Sindelfingen, setzt auf das Schwingschnittprinzip, das durch ein extrem sauberes und glattes Schnittbild besticht.
Bild 1: Mehr als nur Zuschneiden (RAS, Sindelfingen, setzt auf das Schwingschnittprinzip, das durch ein extrem sauberes und glattes Schnittbild besticht. )

Die hydraulischen Tafelscheren „Powercut“ von RAS, Sindelfingen, gibt es mit 3.190 mm Schnittlänge bei 6,3 mm Schneidleistung oder in 4.040 mm für 5,0 mm dicke Bleche. Großzügige Freiräume um die Maschine und das markante Design unterstreichen schon auf den ersten Blick das durchdachte Maschinenkonzept. Extrabreite, seitlich und vorne abgeschrägte Tischbleche erlauben es dem Bediener, auch ausladende Bleche gut zu hantieren. In die sandgestrahlte Tischfläche eingelassene Kugelrollen erleichtern das Drehen und Verschieben der Platinen. Der Winkelanschlag wie auch die breite Tischverlängerung sind 1.500 mm lang und verhindern damit das Durchhängen der Blechtafeln. Für noch mehr Flexibilität sorgen verfahrbare Tischverlängerungen. Sie lassen sich mit einem einzigen Handgriff an den Winkelanschlag oder die feste Tischverlängerung anhängen und verlängern den Auflagebereich auf 3.000 mm. Beim Zuschneiden von kleinen Blechen sind die fahrbaren Verlängerungen in Sekundenschnelle zur Seite geschoben. Somit passt sich der Arbeitsraum immer der jeweiligen Situation an.

Unterschiedliche Bleche erfordern unterschiedliche Spanndrücke des Niederhalters. Kunststoffbeschichtete, hydraulisch gesteuerte Einzelstößel passen sich automatisch dem erforderlichen Druck an, halten das Blech sicher in Position und hinterlassen keine Abdrücke auf der Platine.

Der Scherentisch und der Messerbalken sind mit Finite-Element-Methoden optimiert und extrem steif ausgelegt. Wartungsfreie Lagerungen garantieren saubere und verwindungsarme Schnitte selbst beim Schneiden schmaler Streifen. Entscheidend für die Schnittqualität ist der richtig eingestellte Schnittspalt zwischen Ober- und Untermesser. Sobald der Bediener ein Programm startet, stellt die Maschine CNC-gesteuert den Schnittspalt entsprechend der Blechdicke und der Materialhärte ein.

Der Bediener legt danach die Blechtafel auf und schneidet sie entsprechend dem CNC-Programm zu. Die Steuerung teilt ihm mit, wie er das Blech auflegen oder drehen muss. Damit er diese Information immer optimal im Blickfeld hat, lässt sich die Steuerung seitlich verschieben. Tiefe Grifftaschen im Fingerschutz erlauben es dem Bediener, auch noch einen 20 bis 30 mm schmalen Streifen sicher zu halten und somit das Material optimal auszunutzen. Durch den Fingerschutz hindurch hat er zudem optimale Sicht auf die beleuchtete Schnittkante.

Das Hochhalte- und Sortiersystem befindet sich hinter der Schere und ist der eigentliche Clou der RAS Powercut. Der Rolltisch unterstützt das Blech und leitet es sicher und maßgenau gegen den CNC-Hinteranschlag. Der Anschlag positioniert die Platine mit einem bürstenlosen AC- Servomotor, beidseitigen spielfreien Kugelrollspindeln und wälzgelagerten Linearführungen auf 0,1 mm genau zwischen 5 und 1.000 mm. Liegt das Anschlagmaß über 750 mm, fährt das Hochhaltesystem zusätzlich nach hinten, um das Abkippen der Blechtafel zu verhindern. Bei schmalen Streifen, die keine Unterstützung benötigen, schwenkt der Kipprolltisch hingegen bereits auf die Ablegeposition für den Zuschnitt und beschleunigt damit den Schneidablauf.

Drei Kippstellungen stehen zur Auswahl. Damit lassen sich unterschiedliche Zuschnitte in unterschiedliche Ablagen sortieren. Die Abrollwinkel können jedoch auch verschiedenen Materialien zugeordnet werden, da etwa ein großes und schweres Stahlblech ganz anders abgleitet als ein leichtes Aluminiumblech. Doch damit noch lange nicht genug. Kleinteile bis 200 x 500 mm können auf einem weiteren Platz abgelegt werden. Hierzu fährt das Hochhaltesystem nach hinten und gibt einen Spalt hinter dem Untermesser frei. Gleichzeitig öffnet sich programmgesteuert eine Kleinteilweiche unterhalb des Scherentisches. Die Zuschnitte fallen durch die Öffnung hindurch und lassen sich in einer Box auf der Vorderseite der Maschine sammeln.

Bei gleicher Stellung des Hochhaltesystems und geschlossener Kleinteilweiche fallen die Zuschnitte direkt nach unten. Diese Funktion kommt bei Schrottschnitten zum Einsatz, bei denen die Anschnittstreifen in dem großvolumigen Schrottbehälter landen. Sobald er voll ist, kann er entweder nach links, nach rechts oder nach hinten aus der Maschine gezogen werden - je nachdem, wie es die Platzverhältnisse in der Werkshalle erlauben.

Eine sehr geschätzte Funktion ist auch der Platinen- Rücktransport. Nehmen wir ein Beispiel: Ein Blech soll erst in Streifen geschnitten werden, und diese Streifen sollen anschließend in Rechtecke aufgeteilt werden. Die Praxis sieht häufig so aus, dass die Streifen hinter der Schere auf dem Boden landen, der Bediener um die Maschine herum laufen und die Zuschnitte mühevoll wieder nach vorne holen muss. Beim Platinen-Rücktransport der Powercut hingegen bleibt das Hochhaltesystem nach dem Schnitt in seiner waagerechten Stellung und der Hinteranschlag schiebt den Zuschnitt unter dem Fingerschutz hindurch zum Bediener zurück. Damit entfallen Wegezeiten, mehrfaches Handhaben der Bleche und Beschädigungsrisiken. Der Bediener erhält statt dessen den Zuschnitt griffbereit zurück, ohne dass er seine Arbeitsposition verlassen muss.

Die verschiebbare CNC 2005 mit Bildschirmsteuerung, internem Programmspeicher und RS232-Schnittstelle zur Programmspeicherung im PC- Netzwerk des Kunden bietet modernste Softkey- und Window-Technik. Neben der Eingabe von Anschlagmaß und Stückzahl lässt sich pro Programmzeile die Ablageposition des Zuschnitts bestimmen. Bedienerhinweise informieren den Anwender, wie er das Blech handhaben soll. Startet der Bediener lediglich eine einzige Programmzeile, schaltet die Maschine nach erreichter Stückzahl automatisch ab. Startet er hingegen ein komplettes Zuschnittprogramm, wird dieses so oft durchlaufen, bis die gewählte Zykluszahl erreicht ist. Danach schaltet die Maschine ebenfalls ab. Somit kann sich der Bediener voll und ganz auf den Schneidablauf konzentrieren.

Zum Schluss sei noch bemerkt, dass RAS auf das Schwingschnittprinzip setzt, das durch ein extrem sauberes und glattes Schnittbild besticht. Beim Schwingschnitt trifft das Obermesser in einem Bogen von schräg oben auf das Blech. Gleichzeitig gibt der Hinteranschlag das Blech frei, so dass es nicht zwischen Untermesser und Anschlag verklemmen kann. Das sichert die Langzeitgenauigkeit der Maschine. Die Messer müssen seltener gewechselt oder nachgeschliffen werden, und das reduziert die Stillstandszeiten der Maschine.

Wenn die Messer doch einmal geschliffen werden müssen, schraubt sie der Bediener einfach ab und zieht sie über die seitliche Ausladung heraus. Nach dem Wechsel wird das Messer lediglich angeschraubt. Die im Messerbalken eingearbeitete Überhöhung des Messersitzes spart zeitraubende Einstellarbeiten. Bereits nach kurzer Zeit schneidet die Maschine wieder sauber und präzise.

Erschienen in Ausgabe: 04/2000