Luftige Aussichten

Staub, Dämpfe und Rauch: Bei Schleifprozessen, beim Arbeiten mit Lasersystemen oder Schweißgeräten entstehen diese Begleiter produktionsbedingt. Darin versteckt sind ultrafeine Partikel, die sich bei den Bearbeitungsprozessen ihren Weg in die Luft bahnen. So winzig die Teilchen auch sind, umso größer ist deren Wirkung. Auf lange Sicht können sie schädlich für Maschinen sowie Arbeitsgeräte sein. Allem voran geht es aber um die Mitarbeiter in den Betrieben.

12. August 2015

eit 1994 entwickelt die ULT AG Absaug- und Filtertechnologien für Produktionsprozesse. Am Standort Kittlitz bei Löbau arbeiten inzwischen 70 Mitarbeiter an Lösungen für saubere Luft. Diese umfassen Anlagen als Integration in Fertigungslinien oder für Einzelarbeitsplätze sowie komplette Hallenabsaugungen. „Unser Repertoire ist für verschiedenste Prozesse ausgelegt, beispielsweise für Lötaufgaben, Schweißarbeiten oder zur Beseitigung von Gasen, Stäuben, Gerüchen sowie Öl- und Emulsionsnebel“, beschreibt Dr. Christian Jakschik, Vorstand der ULT AG. Vor allem im Maschinenbau, in der Elektronikfertigung, in der Metallbearbeitung und Medizintechnik werden durch die stetige Entwicklung von Produktionsverfahren mit neuen Werkstoffen Schadstoffe ausgestoßen. „Schadstoffe werden nicht nur immer kleiner, sondern auch zunehmend exotischer und agressiver“, erklärt Jakschik.

Sauberer Einstieg

Die Ingenieure und Entwickler der ULT AG planen bereits bei der Auswahl der Absaug- und Filtertechnologie die Individualitäten jedes einzelnen Arbeitsplatzes in die Lösung mit ein. Genau diesen Wunsch nach Einmaligkeit, aber auch nach Struktur und Transparenz wollten sie sich mit einer neuen Software erfüllen. „Um intern die Arbeitsprozesse transparenter auszurichten, entschlossen wir uns, in ein neues System zu investieren“, erklärt Mirko Brandt, IT-Administrator bei ULT. „Die bis dahin verwendete Software war mit den wachsenden Anforderungen nicht mehr vereinbar und für unsere Bedürfnisse zu begrenzt“, fügt er hinzu. Die Wahl fiel auf Deleco: Die nützlichen Funktionen und die zahlreichen Erweiterungs- und Anpassungsmöglichkeiten des ERP-Systems haben überzeugt. „Bei der Einführung konnten alle Firmen- und Artikelstammdaten reibungslos aus dem Altsystem übernommen werden“, erinnert sich Mirko Brandt. Durch praxisorientierte und logisch aufgebaute Schulungen konnte schon bald rund die Hälfte aller Mitarbeiter täglich mit dem Komplettsystem arbeiten.

Jedes der Module wie Verkauf, Einkauf, Zeiterfassung oder Arbeitsvorbereitung und Fertigungsauftragsverwaltung hat für die ULT AG zu mehr Transparenz in den Prozessen geführt. „Unsere Arbeitsabläufe sind strukturierter geworden. Jeder Mitarbeiter kann nun den Auftrag einsehen und verfolgen“, resümiert Brandt. Innerhalb des Moduls werden Verkaufsanfragen kalkuliert, Angebote erstellt und die Aufträge ausgelöst; zusätzliche Raffinessen wie Statusverfolgung per Ampelfunktion und Provisionsberechnung für Handelsvertreter inklusive. Im Auftragsfall prüft die Arbeitsvorbereitung in Deleco aktuelle Lagerbestände und ordert das fehlende Material, wenn nötig, termin- und bedarfsgerecht bei Lieferanten. Ist dieses eingetroffen, kann die Produktion der Anlage starten. Mittels der Zeiterfassung werden alle Projektfortschritte rückgemeldet.

Ein Artikel – viele Varianten

Jedes Unternehmen ist anders aufgestellt und die Anlagen müssen individuell anpassbar sein. Dadurch ergeben sich viele Maschinenvarianten, die hergestellt werden. Es steigt die Artikelanzahl, die mit einem höheren Aufwand gepflegt werden muss. ULT nutzt dafür seit der Einführung von Deleco den Variantenkonfigurator. Er ermöglicht die Erfassung unterschiedlicher Ausführungen eines Produktes. Ist ein Basisartikel angelegt, können diesem verschiedene Variantenmerkmale, wie Größe oder Farbe, hinzugefügt werden. Auf diese Weise entfällt eine aufwendige Neuanlage und Pflege von Artikeln. „Das ist nicht nur eine zeitliche Ersparnis für die Mitarbeiter, auch die Gliederung der Varianten ist übersichtlich“, freut sich Brandt.

Ein Beispiel dafür ist die Konfiguration eines passenden Absaug- und Filtergerätes bei der Restaurierung von Figuren der Terrakotta-Armee des ersten Kaisers von China um 220 v.Ch.: flexible Absaugarme, ein hoher Filtergrad und geringe Schallpegel sollen dem Restaurator unter anderem das Arbeiten erleichtern. Während das Prinzip der Absauganlage gleich bleibt, können die notwendigen Elemente je nach Anwendungszweck pro Modell variieren.

Zukunftsmusik mit Deleco

Auch perspektivisch sollen noch einige Prozesse mit Deleco bewegt werden. „Zukünftig möchten wir den Leitstand im Unternehmen nutzen. Wir erhoffen uns kürzere Planungszeiten und noch mehr Übersicht in den Arbeitsabläufen“, erklärt Jakschik. Damit hat er den Kern der Planungssoftware zur Visualisierung von Terminplanung, Auftragsdurchlauf und Ressourcenplanung voll und ganz getroffen. Auch das händische Erfassen von Stücklisten soll durch die automatische Übernahme von 3D-Zeichnungen aus Solid Edge abgeschafft werden. Diese Integration vermeidet bereits bei vielen Kunden Fehler und verringert deren Zeitaufwand.