Löten statt Schweißen

Fügetechnik in der Automobil-Industrie folgt neuem Trend

15. Oktober 2008

Verbrauchsminimierte Fahrzeuge ohne Komforteinbuße stehen im Zentrum der Käufer-Nachfrage. Gewichtsreduktion ist deshalb ein permanentes Thema in den Entwicklungsbüros und Projektteams der Automobilindustrie. Im Karosseriebau weist das thermische Fügeverfahren Löten eine Entwicklungsrichtung: Auf der Basis des innovativen CMT (Cold Metal Transfer)-Prozesses von Fronius fanden Karosserie-Fachleute von Vauxhall bei General Motors (GM) die Lösung zum hochwertigen Verbinden von Karosserieteilen im Boden- und Seitenbereich der Fahrzeuge. Das Löten tritt dort an die Stelle des Punkt- oder Lichtbogenschweißens. Verbindungen Herstellen zwischen dicken und dünnen, zwischen hochpreisigen und preisgünstigen standardmäßigen und hochfesten Stählen sowie zwischen Blechteilen unterschiedlicher Oberflächenbearbeitung bestimmt zunehmend den Karosseriebau. Dies resultiert aus dem Markttrend hin zu leichteren und dennoch komfortablen Fahrzeugen. Dort, wo bisher technische oder wirtschaftliche Engpässe auftreten, wenn eine höhere Naht-Qualität erforderlich ist oder Nacharbeit entfallen soll, erweist sich das Löten vielfach als Schlüssel zur Lösung. CMT-Löten ermöglicht ein sicheres Fügen zwischen oberflächenveredelten Blechen unterschiedlicher Stahlsorten. Die neue Verfahrensvariante Puls-Mix, eine Kombination des CMT- mit dem Impuls-Lichtbogenprozess, bietet noch mehr. Sie stellt dem Anwender jetzt den relativ hohen Leistungsbereich des Impuls-Lichtbogens in CMT-Qualität zur Verfügung. Die Karosserie-Fachleute im britischen Automobilstandort Ellesmere Port von GM haben ein Richtung weisendes Projekt erfolgreich umgesetzt. Im Boden- und Seitenbereich der Astra-Karosserie sind 0,8 Millimeter dicke Bleche aus verzinktem an hochfesten Trip-Stahl zu fügen. Die übliche Methode Punktschweißen entfällt hier. Denn die Spaltmaße zwischen den überlappenden Blechen oder zwischen Blechteilen mit großen Radien sind zu groß beziehungsweise der hohe Elektrodenverschleiß indiskutabel. Die Lichtbogen-Schweißlösung hatte den Nachteil der Spritzerbildung und den des Materialverzugs infolge hohen Wärmeeintrags. Die Folge: Erheblicher Aufwand zum Prüfen und Korrigieren der Formabweichung sowie für das Beseitigen der Spritzer.