Löten mit dem Licht

Laserstrahlhartlöten der Heckklappen der neuen E-Klasse-Kombis

Das System zum Laserstrahlhartlöten „Erlaser Braze“ der „Erlas“ Erlanger Lasertechnik GmbH wird seit Beginn diesen Jahres bei den Allgaier Werken in Uhingen zur Fertigung der Heckklappen der T-Modelle der neuen E-Klasse von Mercedes-Benz eingesetzt. Erlas hat dazu eine komplette Produktionsanlage für die Serie zum Verbinden der zweigeteilten Heckklappe aufgebaut.

22. Oktober 2003
Lasersystem Erlaser Braze und das neue T-Modell der E-Klasse von Mercedes-Benz
Bild 1: Löten mit dem Licht (Lasersystem Erlaser Braze und das neue T-Modell der E-Klasse von Mercedes-Benz)

Das System besteht aus der Nd:YAG-Laserstrahlquelle, einem Industrieroboter, der Spannvorrichtung sowie dem Bearbeitungskopf „Janus“. Die Laserspezialisten aus Erlangen haben für den Lötprozeß auch die gesamte Automatisierungstechnik und sämtliche Fertigungsparameter entwickelt. Der eingesetzte Laser-Lötkopf Janus ist für 3D-Anwendungen mit kleinen Bearbeitungsradien und großen Umorientierungen optimiert. Besonders hervorzuheben sind seine Kompaktheit und die geringen äußeren Abmessungen.

Kontrolliert Laserlöten

Für den Lötvorgang resultiert daraus ein komfortabler Arbeitsabstand, der eine hervorragende Zugänglichkeit am Bauteil gewährleistet. Diese ist unverzichtbar für die Herstellung von Class-A-Lötverbindungen im Bereich der Rückleuchten und der Vertiefung des Nummernschilds.

Qualität ab Werk

Zur Herstellung qualitativ hochwertiger Lötnähte ist weiterhin eine hohe Prozeßgenauigkeit nötig. Durch den Einsatz einer hochwertigen Spannvorrichtung und die Integration eines Meßsensors zur exakten Festlegung der Bearbeitungsbahn wird diese erreicht. Den automatischen Werkzeugwechsel zwischen Sensor und Bearbeitungskopf ermöglicht ein Docking Bahnhof. Über die Bearbeitungssoftware ist dieser in den automatischen Prozeßablauf integriert und dient zusätzlich zur Kalibrierung des Gesamtsystems.

Die mit dem „Erlaser Braze“-Lasersystem gelöteten Bleche können sofort ohne Nacharbeitung lackiert werden. Die automatische Drahtzuführung mit digital synchronisierten Antrieben, eine einfache Bahnprogrammierung durch festen Tool-Center-Point (TCP), die integrierte CCD-Kamera mit Fadenkreuzgenerator zur einfachen Positionierung, der Schutz der Bearbeitungsoptik durch „Crossjet“, die Schublade für schnellen Schutzglaswechsel und die Optiken und „Kollimatorkonfigurationen“ für Laserstahlquellen von Trumpf und Rofin sind weitere High-lights dieses Systems.

Ein weiteres Merkmal des Bearbeitungskopfes Janus ist ein neuartiges Modul zur Schutzglasüberwachung. Es analysiert Online den Zustand des Schutzglases und meldet dem Anlagenbetreiber den Bedarf zum Schutzglaswechsel, um den Lötprozeß mit gleich bleibend hoher Qualität weiterzuführen.

Erschienen in Ausgabe: 09/2003