Lösungen fürs Walzprofilieren

Unternehmen / 25 Jahre Data M

Seit 25 Jahren beschäftigt sich die Data M Sheet Metal Solutions GmbH mit dem Walzprofilieren und den Problemen, die dabei auftreten können. Vom reinen Software- und Ingenieurdienstleister entwickelte sich Data M auch zum Konstruktionsdienstleister, der Analyseprogramme anbietet.

01. Oktober 2012

Heute ist man bei Data M jedoch viel weiter, und die Leistungen aus Valley sind mittlerweile weltweit gefragt. Inzwischen werden in einer eigenen, neu geschaffenen Division 3D-Profile (Profile mit über die Längsachse variablen Querschnitten) im Kundenauftrag bis zur Produktionsreife entwickelt und die Machbarkeit mittels der selbst entwickelten Simulationssoftware nachgewiesen. Im Einzelfall wird auch schon mal eine Prototypenanlage gebaut. Bis zu diesem Entwicklungsschritt musste Data M jedoch sehr viel Zeit und Geld in F+E investieren.

Die Entwicklung geht immer weiter

»Trotz aller vorgenannten Aktivitäten, bleibt unser Hauptgeschäft die Software-Entwicklung«, erklärt Albert Sedlmaier. Als Entwickler der marktführenden Softwarelösung für Walzprofilierer (Copra RF) und Hersteller von Blechbiegeteilen (CopraMetalbender) entwickeln und vertreiben die Fachleute bei Data M Messmaschinen für Walzprofilierwerkzeuge (Copra Rollscanner).

Die Data-M-Software wird von Ingenieuren aus den Fachbereichen Maschinenbau/Fertigungstechnik und von Softwarespezialisten geschrieben. Dabei benutzen sie modernste Entwicklungstools und haben die notwendige praktische Erfahrung. Data-M-Mitarbeiter reden kein Blech, sondern haben stattdessen mehrere hundert Mannjahre Erfahrung in der Entwicklung von Softwareprogrammen für die Blechbearbeitung und Durchführung von Ingenieurdienstleistungen.

Eine weitere Neuentwicklung ist seit diesem Jahr auf dem Markt: Der Copra FEA Bendtester. Für hochentwickelte Werkstoffe reicht die Ermittlung der Werkstoffkennwerte mittels eines gewöhnlichen Zugversuchs oft nicht mehr für eine aussagekräftige FEA-Simulation eines Rollformprozesses aus. Grund dafür ist, dass durch die einachsige Beanspruchung von Zugproben die Variation der Materialeigenschaften über die Blechdicke außer Acht gelassen wird. Diese Variationen entstehen etwa während Wärmebehandlungen oder spezieller Walzprozesse wie dem Dressieren. Um die variierenden Werkstoffeigenschaften über die Blechdicke zu berücksichtigen, eignet sich ein Biegeversuch mit dem Copra FEA Bendtester.

Durch die Biegebelastung der Probe werden die verschiedenen Schichten des Blechs in unterschiedlicher Weise belastet, was wiederum Rückschlüsse auf den Verlauf der Materialeigenschaften in Blechdickenrichtung erlaubt. Besonders vorteilhaft ist diese Versuchsmethode zur Ermittlung von Materialkennwerten als Grundlage für hochentwickelte FEA-Simulationen für das Rollformen, da auch hier hauptsächlich Biegebelastungen auftreten.

Zur Ermittlung der Materialdaten werden die Ergebnisse aus einem Versuch mit dem Copra FEA Bendtester in eine Optimierungssoftware eingelesen, die die Berechnung der Eingabeparameter für Copra FEA RF durchführt. Somit ermöglicht der Biegeversuch eine Verbesserung der Simulationsergebnisse durch auf das Rollformen angepasste Materialkennwerte. Der Versuch ist für Metalle niedriger Festigkeiten wie Aluminium bis hin zu höchstfesten Stählen in gängigen Blechdicken durchführbar, wobei die Probengeometrie als einfaches Rechteck ausgeführt ist.

Service wird besonders groß geschrieben

»Data M feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Hinter uns liegen 25 ereignisreiche Jahre, in denen wir uns konsequent weiter entwickelt haben. Wir haben im Laufe der Zeit unser Geschäftsfeld vom reinen Entwickler marktführender Softwarelösungen für die Blechbearbeitung ausgebaut und bieten neben CAD/CAM und CAE-Softwarelösungen insbesondere jetzt auch umfangreiche Beratungs- und technische Dienstleistungen an. Dazu zählen Analyse von Umformvorgängen, Konstruktionstätigkeiten – beispielsweise bei Kapazitätsengpässen – oder kundenspezifische Entwicklungs- und Forschungstätigkeiten auf dem Gebiet des Walzprofilierens – beispielsweise des neuartigen ›flexiblen Walzprofilierens‹. Unsere neueste Entwicklung ist Copra RF 2013«, skizziert Gründer Albert Sedlmaier die Unternehmensentwicklung mit wenigen Worten.

2010 hat Data M seine kostenlose Reihe mit Webinaren gestartet. Auch 2012 werden diese Schulungen regelmäßig angeboten. Ein Fachmann von Data M hält das Webinar ab und alle Teilnehmer stellen zusammen das ›virtuelle Klassenzimmer‹ dar. Dabei sitzt jeder Teilnehmer an seinem eigenen Computer und verfolgt am Bildschirm die Vorführung zu einem bestimmten Thema. Die mündlichen Erläuterungen des Vortragenden zu dem am Bildschirm Gezeigten werden ebenfalls über das Internet (Voip) übertragen und die Zuhörer können über ein Chat-Fenster auch Fragen stellen. Jedes Webinar behandelt einen definierten Themenschwerpunkt und dauert 30 bis 60 Minuten. Mittlerweile können sich Interessierte bis zu 25 dieser Webinare von der Data-M-Homepage kostenlos herunterladen. Dieses Data-M-Serviceangebot soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden.

Data M möchte seine Kunden in aller Welt optimal betreuen. Zu diesem Zweck unterhält Data M Niederlassungen in den USA, Indien, Brasilien, Polen, Schweden und im Vereinigten Königreich. Auf diese Weise haben die Data-M-Ingenieure ihre Augen und Ohren bei ihren Kunden und erhalten obendrein Informationen über Nachfrage- und Marktentwicklungen immer aus erster Hand. Zusammen mit einer Reihe starker Technologie- und Vertriebspartner in China, GUS, Polen oder Südostasien eröffnet sich Data M dabei auch neue Geschäftsfelder, wie die Off-Shore-Ölförderung in Brasilien (flexible Rohre) oder die sich rasch entwickelnde Eisenbahntechnik in China oder Indien.

Hans Georg Diederichs

Freier Fachjournalist aus Grevenbroich

Euroblech Halle 27, Stand F91

Erschienen in Ausgabe: 06/2012