Lösung komplexer Biegeaufgaben

Mit hohen Materialstandards will sich unter anderem Amada vom Wettbewerb absetzen. So bietet das japanische Unternehmen zwei in Österreich gefertigte Hauptlinien an Abkantwerkzeugen an, die genau diesen anspruchsvollen Kriterien genügen.

02. Mai 2019
Lösung komplexer Biegeaufgaben
1 Amada bietet zwei Hauptlinien für den Abkantbedarf an. (© Amada)

Seit mehr als 30 Jahren produziert Amada Präzisionssägebänder und Werkzeuge am Standort Ternitz für die Industrie, beispielsweise für Kunden aus der Flugzeugfertigung oder in der Automobilbranche, in Europa und in Nordamerika. Wachsende Nachfrage hat der japanische Werkzeugmaschinenbauer unter anderem bei Werkzeugen aus eigener Herstellung zu verzeichnen.

Amada versucht, die Abgrenzung zum Wettbewerb über seine Materialstandards zu sichern. So werden Abkantwerkzeuge beispielsweise bereits seit 1988 in Ternitz bei Wien nach dem zertifizierten Qualitätssicherungssystem ISO 9001 produziert und sind mit Blick auf Langlebigkeit und hohe Materialgüte konzipiert. Die Produktionskapazitäten am österreichischen Standort sollen in den nächsten Jahren noch weiter ausgebaut werden. Außerdem wurde überregional eine eigene Werkzeugvertriebsabteilung eingerichtet, die Kunden umfassende Beratung und Support im Innen- und Außendienst anbieten soll.

Geringer Verschleiß bei hoher Kernfestigkeit

Amada bietet zwei Hauptlinien für den Abkantbedarf an. Das Standardwerkzeugprogramm ›Amada Fixed Height‹ wurde erst vor einiger Zeit in einer überarbeiteten Version (New AFH) aufgelegt und ist für die gängigen und häufig gefragten Biegeaufgaben bei festgelegten Stempelhöhen gedacht. Für die Standardwerkzeuge legte Amada in der Entwicklung den Fokus auf Widerstandsfähigkeit und suchte nach Wegen, die Oberflächen zu optimieren. So wurde mit verschiedenen Oberflächenvergütungen experimentiert und schließlich eine patentierte Nitrierung entwickelt.

Um Verwechslungen vorzubeugen, werden alle Werkzeuge laserbeschriftet. Bei der Verwendung von Stranggussprofilen wird im Gegensatz zur zerspanenden Fertigung die neutrale Faser geschont, die Werkzeuge sind durchgehärtet und verfügen über eine hohe Kernfestigkeit. Materialeigenschaften und das Praxisverhalten der Werkstoffe werden in der Forschung und Entwicklung kontinuierlich geprüft und weiterentwickelt.

Werkzeuge für komplexere Anwendungen

Für komplexere Rüstvorgänge werden Anwender bei den sogenannten Staged Dies mit angepassten Eintauchtiefen fündig. Diese Matrizen haben am tiefsten Punkt der V-Öffnung das gleiche Niveau. So ist gewährleistet, dass verschiedene Matrizengrößen parallel eingesetzt werden können (Stationskanten).

Dieses bietet dem Bediener ein hohes Maß an Flexibilität in der Anwendung, wie auch perfekte Beherrschbarkeit seiner Werkzeuge. Diese Werkzeuglinien finden beispielsweise in der hydraulischen HFE3i-Serie oder der neuen servoelektrischen Abkantpresse EG-4010 im Zusammenspiel mit der Amada-eigenen Programmiersoftware VPSS3i ihren Einsatz.

Verkürzte Rüstzeiten bei minimalem Programmieraufwand

Die Software erstellt ein Biegeprogramm, das Werkzeughöhen, Stempelradien, Werkzeugwinkel, Verkürzungswerte et cetera berücksichtigt und in die Biegekalkulation mit einfließen lässt. Die VPSS3i-Software bietet Amada standardmäßig für die Abkantpressen der neuesten Generation an, sie ermöglicht den vernetzten Betrieb, den Einbezug von Automation und verlängert die Lebensdauer von Werkzeugen. Mit der vollständigen virtuellen Simulation der Fertigung können Bedienerfehler oder gar Kollisionen vermieden werden, bevor sie geschehen.

Erschienen in Ausgabe: 03/2019
Seite: 30