Leistungsstarke Werkzeugelemente für schnelle Prozesse

Profis wissen: Die Werkzeuge zur Blechbearbeitung müssen noch präziser gefertigt sein als die Produkte, die darin entstehen. Und weil auch in der Stanz- und Umformtechnik Zeit Geld ist, kommt es auf hohe Taktung der Werkzeuge und lange Standzeiten an. Neben den Aktivelementen gehören die Führungen und Federsysteme zu den am meisten beanspruchten Werkzeugkomponenten.

03. Mai 2019
Leistungsstarke Werkzeugelemente für schnelle  Prozesse
Mit den neuen Führungsbuchsen mit Kleberille bietet Steinel eine einfache Alternative zu den herkömmlichen Einpassungsverfahren. (© Steinel)

Wo in kurzer Zeit möglichst viele Teile hergestellt werden, ist Rentabilität eine Kombination aus Geschwindigkeit, Prozesssicherheit und Verschleiß. Hier kommt es auf die Qualität der beweglichen Teile eines Werkzeugs an. Besonders Führungselemente und Federn müssen hohe Kräfte aufnehmen und die Reibung reduzieren. Gleichzeitig sollen sie beim Einbau wenig Platz beanspruchen. Hier spielt Steinel seine mehr als 90-jährige Erfahrung im Maschinen- und Werkzeugbau aus. Im Programm des Spezialisten finden sich zahlreiche Führungssäulen, dazu die passenden Gleit-, Kugel- und Rollenführungen aus verschiedenen Materialien. Alleine die Standardprodukte decken Längen von 30 bis 560 Millimetern und Durchmesser von 3 bis 160 Millimetern ab. Jenseits dieser Maße liefert Steinel auch kunden- und anwendungsspezifische Sonderführungen bis zu einem Durchmesser von 200 Millimetern und 3.000 Millimetern Länge.

Mit den neu entwickelten Führungsbuchsen mit Kleberille bietet Steinel eine einfach und schnell zu montierende Alternative zu den herkömmlichen Einpassungsverfahren. Führungsbuchsen mit Kleberille eignen sich besonders für hochpräzise Werkzeuge und Führungen mit kleineren Durchmessern. Sie sind sowohl für Kugel- als auch für höher belastbare Rollenführungen geeignet und hundertprozentig maßkompatibel.

Ebenfalls eine hohe Vielfalt an Maßen, Kräften und Einsatzmöglichkeiten bieten die Gasdruckfedern des Normalienherstellers. Bei Gleitgeschwindigkeiten bis 2,5 Meter pro Sekunde sind sie gerade bei hohen Niederhaltekräften die bessere Alternative zu den herkömmlichen mechanischen Federn. Die Gasdruckfedern beanspruchen weniger Einbaufläche und bei gleichem Hub eine geringere Einbauhöhe. Ihre flache, über die gesamte Lebensdauer konstante Kraftkurve schont das Werkzeug und ermöglicht eine gleichbleibende, hohe Fertigungsqualität.

Mehrere, durch Leitungen verbundene Gasdruckfedern, sogenannte Schlauchverbundsysteme, sorgen mit ihrem leicht höheren Stickstoffvolumen für einen flacheren Kraftanstieg. Das stets ausgeglichene Kräfteverhältnis zwischen den Federn vermeidet einseitige Belastungen und hohe Seitenkräfte im Werkzeug. Das führt zu längeren Standzeiten und mehr Prozesssicherheit. Dieselben Vorteile, bei robusterer und kompakterer Bauweise, bieten Plattenverbundsysteme. Die kundenspezifisch gefertigten Systeme verbinden mehrere Gasdruckfedern und eine Kontrollarmatur über Bohrungen in der Verbundplatte.

Für besonders komplexe Fertigungsaufgaben fertigt Steinel kundenspezifisch Tankplatten mit Volumenbohrungen als integrierte Stickstoffspeicher, platzsparenden Tankplattenzylindern und Kontrollarmaturen. Diese Tankplatten erlauben einen Fülldruck bis 150 bar bei einem minimalen Druckanstieg. Diese Werte sorgen für einen elastischen und werkzeugschonenden Fertigungsprozess sowie für geringere Betriebstemperaturen gegenüber andern Stickstoffsystemen. Das Ergebnis sind sehr lange Standmengen bis 10 Millionen Hübe.

In den letzten Jahren hat Steinel mit Hochdruck an der Miniaturisierung der Tankplattensysteme gearbeitet. Ergebnis sind die Schnellläufer-Tankplatten, die durch ihre hohe Packungsdichte maximale Kräfte auf minimalem Raum erzeugen. Zum Einsatz kommen sie bevorzugt dann, wenn in großen Serien anspruchsvolle Materialien zu hochpräzisen Stanzteilen verarbeitet werden.

Infobox

Zahlen & Fakten

STEINEL wurde 1925 als Maschinenbauunternehmen in Schwenningen gegründet. Seit 1948 konzentriert sich das Unternehmen auf die Produktion von Normalien für den Werkzeugbau. Später kamen Baugruppen und individuelle Werkzeugsysteme für die Stanz- und Biegetechnik hinzu. Heute entwickelt, konstruiert und produziert das Unternehmen rund 25.000 unterschiedliche Produkte an zwei Standorten in Deutschland. Steinel versteht sich als Premiumhersteller und Systempartner für anspruchsvolle Aufgaben in der Stanz- Biege-Technik sowohl für die Folgeverbund- als auch für die Bihler-Technik.

Erschienen in Ausgabe: 03/2019
Seite: 44 bis 45