Leichtbau im Automobilbau ausgezeichnet

Altair und das Center for Automotive Research haben die sechs Gewinner des Altair Enlighten Awards 2018 bekanntgegeben. Ausgezeichnet werden herausragende Leistungen im automobilen Leichtbau.

06. September 2018
General Motors 2019 Chevrolet Silverado (Bild: General Motors)
Bild 1: Leichtbau im Automobilbau ausgezeichnet (General Motors 2019 Chevrolet Silverado (Bild: General Motors))

In der Kategorie Full Vehicle hat der 2019 Chevrolet Silverado von General Motors gewonnen, der beeindruckende 204,5 Kilogramm leichter ist als das Vorgängermodell. Die BMW-Gruppe konnte mit dem ersten 3D-gedruckten Metallbauteil, das in einer Serienproduktion eingesetzt worden ist, die Kategorie Modul für sich entscheiden. Das Bauteil wird im BMW i8 Roadster verbaut und erzielte eine Gewichtseinsparung von 44 Prozent.

Die Spitzenplätze in der Kategorie Enabling Technology sicherten sich die Asahi Kasei Corporation mit ihrer Pedalhalterung für den Mazda MX-5, Sika Automotive mit ihrem Constrained-Layer-Materialsystem und die United States Steel Corporation mit ihrem  hochfesten martensitischen Stahl Mart-Ten TM1500. Der Preis für die Kategorie Future of Lightweighting ging an die American Axle & Manufacturing für ihre Quantum-Antriebsstrangarchitektur.

General Motors 2019 Chevrolet Silverado

Das General-Motors-Team nutzte multidisziplinäre CAE-Optimierung und konnte so einen höheren Anteil an hochfesten Stählen und neue Montagetechniken in der Entwicklung der Chevrolet-Silverado-Fahrerkabine und des Rahmens umsetzen. Neben einer Gewichtseinsparung von 204,5 Kilogramm konnte General Motors 23 Prozent mehr Stauraum, eine höhere dynamische Steifigkeit, einen verbesserten Korrosionsschutz sowie einen stärkeren Aufprallschutz erzielen.

 

BMWs 3D gedruckte Cabrio-Dachhalterung aus Metall

Die Kategorie Modul konnte BMW mit seiner Cabrio-Dachhalterung aus Metall für sich entscheiden. Mit dieser Innovation kam erstmals ein 3D-gedrucktes metallisches Bauteil in einer Fahrzeugserienproduktion zum Einsatz. Hergestellt mit selektivem Laserschmelzen, ohne dass Stützstrukturen benötigt werden, war es auch das erste Mal, dass ein topologieoptimiertes Design nahezu 1:1 in eine Fahrzeugserienproduktion übernommen wurde und dort zu einer Gewichtsersparnis von 44 Prozent und einer zehnfach erhöhten Steifigkeit führte.

Leichtbau-Bremspedalhalterung

In der Kategorie Enabling Technology sah die Jury die Wettbewerber sehr nahe beieinander und beschloss, drei Kategoriegewinner auszuzeichnen: Asahi Kasei Corporation zusammen mit der Mazda Corporation, Sika Automotive sowie die United States Steel Corporation.

Der Siegerbeitrag von Asahi Kasei Corporation war die Neuproduktion einer Bremspedalhalterung für den Mazda MX-5, bei dem glasfaserverstärktes Polyamid 66 eingesetzt wurde. Das neue Spritzgussdesign zwang das Team von Asahi Kasei und Mazda zu einer Abkehr von einer konventionellen Denkweise und ermöglichte die Beseitigung von überflüssigen Metallbauteilen sowie eine Gewichtseinsparung von 83 Prozent.

Utraleichtes Constrained-Layer-Materialverbund

Die hochfesten martensitischen Stähle Mart-Ten 1500 für Strukturbauteile geringer Masse, dem Gewinnerbeitrag von U.S. Steel, wurden kürzlich im Automobilmarkt eingeführt und weisen eine maximale Zugfestigkeit von über 1.500 Megapascal auf. U.S. Steels Leistungen in der Durchlaufglühtechnik haben es durchgängig und wiederholt ermöglicht, Festigkeiten im Gigapascal-Bereich in der Serienfertigung zu erreichen und so mehr als zehn Prozent Gewichtseinsparung zu erzielen.

 

AAM-Quantum-Antriebsstrangarchitektur

Die Kategorie Future of Lightweighting wurde dieses Jahr eingeführt, um Ideen, Prozesse, Materialien und Technologien auszuzeichnen, die ein hohes Potenzial für den Leichtbau aufweisen, aber noch nicht bei einer Fahrzeugplattform eingesetzt werden. Als erster Preisträger in dieser Kategorie wurde American Axle & Manufacturing für seine Quantum Antriebsstrangarchitektur ausgezeichnet. Quantum ist eine einzigartige Verbindung von bewährten Materialien und Technologien, die die Masse des Hinterachssystems eines Kleinlastwagens um 35 Prozent reduziert.