Leichtbau aus Baden-Württemberg

Mit einem echten Hingucker zeigen sich Unternehmen am baden-württembergischen Leichtbau-Gemeinschaftsstand auf der Hannover Messe. Die Karosserie des neuen Audi R8 steht vom 25. bis 29. April im Fokus des Auftritts. Kleine und große Zulieferer aus dem Südwesten stellen am Stand ihre Produkte und Dienstleistungen vor.

31. März 2016

Der neue Audi R8 ist ein Aushängeschild für intelligentes Multi-Material-Design und Leichtbau. Der Audi Space Frame des in Baden-Württemberg gefertigten Sportwagens wiegt nur 200 Kilogramm und setzt sich beim Topmodell zu 79 Prozent aus Aluminium und zu 13 Prozent aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) zusammen. Der leichte, aber teure CFK wird nur dort eingesetzt, wo es dank seiner Auslegung eine bessere Leistung erzielt als Aluminium.

Für die Hersteller spielt die Serientauglichkeit von CFK eine große Rolle. Mit der Preform-Techik von Dieffenbacher ist es gelungen, die Produktion komplexer, trockener Carbonfaser-Preforms in vollautomatischem Ablauf und mit Zykluszeiten von 90 Sekunden zu realisieren.

Wachsende Bedeutung leichter Metalle

Die wachsende Bedeutung leichter, aber schwer zu verarbeitender Metalle wie Titan verdeutlicht am Stand Prototechnik, das aus dem korrosionsfreien und festen Werkstoff Abgassysteme produziert, deren Gewicht um die Hälfte niedriger liegt als bei herkömmlichen Produkten.

Im Audi R8 sind ebenfalls Magnesiumdruckgusskomponenten verbaut. Dass diese sich mit Magnesium leicht und energieeffizient herstellen lassen, zeigt C & C Bark Metalldruckguss und Formenbau mit ihrem Warmkammerdruckgießen.

Kleine, aber entscheidende Gewichtseinsparungen erzielen Hersteller durch die leichten und präzisen Kunststoffzahnräder von Werner Bauser. Ihr Vorteil: eine Gewichtseinsparung im Vergleich zu herkömmlichen Bauteilen um 40 Prozent. Mehr Verwendung finden auch leichte Kernmaterialien etwa aus Schaumstoff, wie sie Gaugler & Lutz am Gemeinschaftsstand zeigt.

Gewicht einsparen durch Glasfaser

Die Weippert Kunststofftechnik stellt Schrauben und Muttern aus hochfesten Kunststoffen vor, deren Gewicht beispielsweise durch einen Glasfaseranteil bis 50 Prozent reduziert wird im Vergleich zu ursprünglichen Produkten.

Trumpf zeigt als eine besondere Innovation eine formschlüssige Metall-Kunststoff-Verbindung am Beispiel eines Automobilbauteils, die ohne Kleber und Haftvermittler gefügt wird. So können völlig neue Konstruktionen umgesetzt werden, ohne dass etwa Kleber für lange Aushärtezeiten und mehr Gewicht sorgen.

Fastner stellt in Hannover unter anderem leichte, sicherheitsrelevante Baugruppen vor, die aus Aluminiumgussteilen, Profilen und Schmiedeteilen verschweißt werden. Die Vorteile von Simulation im Leichtbau demonstriert Meshparts, mit deren Software sich spezialisierte FE-Modelle wesentlich schneller am Computer generieren lassen.