Laserschnitt verschlankt die Blechbearbeitung

Ein neues System beschleunigt die Produktion von Teilen im Automobilbau und macht sie flexibler und wirtschaftlicher gegenüber herkömmlichem Feinschneiden. Entwickelt wurde es vom Softwareanbieter Lantek und Maschinenhersteller Danobat.

02. September 2019
Laserschnitt verschlankt die Blechbearbeitung
Gemeinsam für ein modernes Laserschneidsystem: Asier Sasiain, Geschäftsführer von Danobat (links), und Francisco Pérez, Direktor des OEM-Bereichs bei Lantek. (Bild: Lantek)

Für die Automobilindustrie und ihre Zulieferer ist Industrie 4.0 längst keine Option mehr, sondern von existenzieller Bedeutung. Für eine ertragsstarke und agile Produktion ist die Einbindung neuer digitaler Werkzeuge unerlässlich – davon sind Lantek und die Danobat Group überzeugt.

Beide Unternehmen sehen in der Digitalisierung den perfekten Zeitpunkt, den Produktionsprozess in der Automobilbranche zu begleiten. Entsprechend haben sie gemeinsam eine Software entwickelt, die Blanking-Formate speziell für den Schneidprozess im Automobilsektor aufbereitet. Diese Lösung könnte insbesondere für die Prototyp-Erstellung und die Zulieferer interessant sein.

Die Zusammenarbeit verfolgt zwei Ziele: Zum einen soll sie die Produktion in der Blechbearbeitung effizienter, wettbewerbsfähiger und flexibler machen; zum anderen stärken damit Lantek und Danobat ihre Positionen und unterstützen zudem ihre Kunden bei der digitalen Transformation. Als Ergebnis dieser Kooperation werden die Kunden von Danobat mit der Software von Lantek auf ihren Coil-Laserschneidanlagen und allen anderen Maschinen arbeiten können.

Blanking – traditionell und fortschrittlich

Die Blanking- oder Blechstanztechnik im herkömmlichen Sinne ist ein Prozess, bei dem aus Blech mittels Pressen und spezieller Schneidmatrizen Metallteile geschnitten werden. Die Blanking-Linien verarbeiten in der Regel eine Vielzahl an Formen und Varianten aus verschiedenen Materialien. Entsprechend groß ist die Anzahl der erforderlichen Schnitt- und Stanzwerkzeuge und die Produktionsstätten müssen ausreichend Platz für die Lagerung vorhalten.

Die gemeinsam entwickelte Blanking-Anwendung hingegen wird in die Coil-Laserschneidanlagen von Danobat integriert und macht daraus Laserschneidsysteme, die ohne den üblichen Werkzeugwechsel verschiedene Formen und Variationen automatisch schneiden können. Die Fertigungslinien führen das Blech von einem Abwickler durch einige Zufuhrwalzen zum Schneidbereich. Dort werden aus dem Blech mit einem oder mehreren Laserschneidköpfen die programmierten Formen geschnitten. Anschließend werden die Teile automatisch gestapelt.

Laserschnitt spart nicht nur Kosten für viele verschiedene Stanzwerkzeuge und die Anpassung der Werkshalle an die Maschinen. Da beim Übergang zwischen verschiedenen Formen und Formaten kein Werkzeugwechsel erforderlich ist, spart das System auch teure Arbeitszeit.

Laserschnitt spart Zeit, Material und Kosten

Die Laserschneidanlage mit Coil-Zuführung von Danobat bietet mehrere Vorteile, zum Beispiel Materialeinsparungen durch bessere Verwertung des Blechs, konstante Arbeitsgeschwindigkeiten und geringere Stückkosten. Die neue Anlage bedeutet einen großen Fortschritt in der Teilefertigung und Prozessstandardisierung sowie ein hohes Flexibilität in der Herstellung von Schnittteilen.

»Von unserer Kooperation profitieren alle«, erklärt Asier Sasiain, Geschäftsführer des Bereichs Blechbearbeitung bei Danobat. »Die Automobilindustrie und ihre Zulieferer haben mit Lantek und Danobat großartige Verbündete, angesichts der Vielzahl von Metallteilen, die sie jährlich herstellen.«

Die Software für die Steuerung von 2D- und 3D-Schneidmaschinen kann mit anspruchsvollstem Fertigungsmanagement verknüpft werden. Francisco Pérez, Leiter des OEM-Bereichs von Lantek, ergänzt: »Gemeinsam bieten wir der Automobilindustrie ein Expertensystem, mit dem Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit im Zeitalter von Industrie 4.0 steigern.«