Laser, Kameras und Sensoren

Neue Technologien fördern Sicherheit im Verkehr

27. Januar 2011

Schläfrigkeit trägt laut IOF-Aufsatz zu mehr als jedem zehnten Verkehrsunfall bei. Photonische Systeme können helfen, Zusammenstöße zu verhindern, etwa durch einen Aufmerksamkeitsassistenten: Er kontrolliert mittels einer Infrarotkamera Kopfposition und Lidschlag des Fahrers und warnt bei Sekundenschlaf. „Neue optische Technologien sind wichtige Helfer, um das Unfallrisiko zu senken. Sie schaffen mehr Sicherheit – auf der Straße und in der Luft“, sagt Ingo Bebermeier, Geschäftsführer der M-U-T Aviation-Technology GmbH.

Intelligente Beifahrer

Ein Vorreiter in der Entwicklung optischer Sensoren und Systeme im Straßenverkehr ist die Jenoptik AG. Das Mitgliedsunternehmen der Light Alliance arbeitet an innovativen Technologien für das Auto von morgen. So sollen Fahrassistenzsysteme helfen, sich vorausschauender im Verkehr zu bewegen: Laserstrahlen, Radarsensoren und Kameras tasten die Umgebung des Autos ab. Sie signalisieren dem Fahrer, wenn sich ein Wagen im toten Winkel befindet, er zu dicht auf seinen Vordermann auffährt oder die Spur unbeabsichtigt verlässt. Gesetzliche Regelungen treiben den Einsatz von Fahrassistenzsystemen voran. Prognosen gehen davon aus, dass bis 2015 mehr als die Hälfte aller Neufahrzeuge in Nordamerika, der EU, Japan und China über solche Technologien verfügen.

Lasertechnik unterstützt Piloten

Auch im Luftverkehr sind optische Techniken gefragt: Sie helfen unter anderem gefährliche Wirbelschleppen zu erkennen. Das sind unsichtbare Luftverwirbelungen hinter fliegenden Flugzeugen, die Abstürze nachfolgender Maschinen verursachen können. Lasertechnik macht die Luftströme sichtbar. Auf diese Weise lassen sich künftig die Abstände zwischen den Flugzeugen beim Starten und Landen verkleinern und mehr Maschinen abfertigen – bei gleichbleibender Sicherheit. Ein weiteres Einsatzgebiet optischer Technologien in Flugzeugen ist die Messung des Kraftstoffs. Das Unternehmen M-U-T hat das Optical Fuel Measurement System entwickelt, bei dem eine Tauchsonde im Tank ermittelt, wie viel Brennstoff noch zur Verfügung steht, und mittels optischer Signale den Piloten informiert. Elektromagnetische Störungen können nicht auftreten, so dass die Sicherheit gewährleistet bleibt.

„Die wachsende Mobilität stellt uns vor große Herausforderungen: Mehr Verkehr darf nicht auf Kosten der Sicherheit gehen. Die deutsche Photonik-Industrie entwickelt passende Lösungen. Um auch in Zukunft Innovationen hervorbringen zu können, muss aber der Fachkräftemangel dringend behoben werden“, sagt Sven Behrens, Geschäftsführer des Branchenverbands Spectaris. Die Branche biete gute berufliche Perspektiven, und auch Quereinsteiger etwa aus der Automobil- und Flugzeugindustrie seien gefragt.

Light Alliance: Mit optischen Technologien die Zukunft gestalten

Elf namhafte deutsche Unternehmen optischer Technologien und der Industrieverband Spectaris haben 2009 die Initiative Light Alliance gegründet. Ihr gemeinsames Ziel ist es, zu zeigen, welchen Stellenwert die Branche für den Wirtschaftsstandort Deutschland hat. Die Initiative will zudem Fachkräfte für das Arbeitsfeld der optischen Technologien begeistern und neugierig auf das Berufsfeld machen. Weitere Informationen sowie Stellenangebote und Bewerbungstipps gibt es unter www.lightalliance.de.