Langläufer

Biegezentrum mit zwei Manipulatoren ermöglicht doppelten Durchsatz

Schlaghosen und Plateausohlen waren gerade modern, als EHT in Teningen das 200-jährige Jubiläum feiern konnte. 1771 hat alles mit einer Hammerschmiede angefangen. 1954 wurden die ersten hydraulischen Tafelscheren und Gesenkbiegepressen ausgeliefert. Später kam die Laserbearbeitung dazu. Heute bietet das Unternehmen ein umfangreiches Programm zum Konfektionieren von Blech, wie Gesenkbiege-, Stanz-Nibbel- und Schwenkbiegemaschinen, Tafelscheren, Laserschneidanlagen und Biegezentren.

21. März 2001

Mit der Entwicklung des EHT-Biegezentrums präsentiert EHT ein hochflexibles und hochproduktives Komplettsystem. Das Biegezentrum kann sowohl als Stand-alone-Maschine oder als integrierte Anlage in einer Fertigungslinie eingesetzt werden. Bestehend aus den Hauptbaugruppen Biegezelle, Handlings-Einrichtung (zwei Manipulatoren) sowie Vermessungssystem, Materialflussperipherie und Steuerung präsentiert sich das modulare Konzept als äußerst anwendergerecht.

Kinematikkonzept für schonendes Biegen

Mit dem Biegezentrum können Bleche der Formate 2.500 x 1.300 mm mit Dicken bis zu 3 mm zu komplexen Biegeteilen umgeformt werden. Es sind offene und geschlossene Falzungen, Z-Kantungen, Folgebiegungen für Rundungen und natürlich auch spezielle Sonderbiegungen bis zu einer Kastenhöhe von maximal 200 mm möglich. Die wesentlichen Vorteile der EHT-Biegetechnik zu den herkömmlichen automatisierten Biegezent- ren liegen in den frei programmierbaren, horizontal und vertikal angeordneten Servoachsen des Biegebalkens. Dieses Kinematikkonzept ermöglicht das Fahren kompliziertester Biegebahnen. Somit kommt es beim Biegevorgang zwischen Biegeleiste und Platine quasi zu einem Abrollverlauf. Ein äußerst kratzarmes und materialschonendes Biegeergebnis ist das gewünschte Resultat. Die Aufteilung des Niederhalters in vier Werkzeugsegmente ermöglicht dem Anwender außermittiges Biegen über die gesamte Biegelänge. Durch Bildung von einzelnen Werkzeugstationen, zum Beispiel für Sonderbiegungen, können aufwendige und zeitintensive Werkzeugwechsel während der Bearbeitung vermieden werden.

Zwei Manipulatoren - doppelt so schnell

Das System mit zwei Manipulatoren in Portalroboterausführung ermöglicht außermittiges Biegen mit zwei Bearbeitungs-Modi. Es ist möglich, im Single- oder im Twin-Modus zu arbeiten. Im Single- Modus wird während eines Bearbeitungszyklus eine Platine gehandhabt, deren maximale Abmessungen 2.500 x 1.300 mm sind. Im Twin-Modus werden während eines Bearbeitungszyklus zwei Platinen gleichzeitig gehandhabt, deren Abmessungen 1.000 x 800 mm betragen dürfen. Das bedeutet, dass im Twin-Modus gleich zwei Platinen simultan gefertigt werden und damit in einem Bearbeitungszyklus der doppelte Ausstoß stattfindet.

Das Antriebskonzept der Manipulatoren mittels Linearmotoren steht für hohe Dynamik, absolute Spiel- und Verschleißfreiheit sowie Wiederholgenauigkeit der Antriebe. Durch eine beliebige Verlängerung des Manipulator-Führungsbalkens steht einer endlosen Verkettung von weiteren Bearbeitungsstationen (Nieten, Schweißen und so weiter) nichts mehr im Wege. Der vollautomatische Werkzeugwechsler, der in einem der beiden Manipulatoren integriert ist, bestückt die Biegezelle mit den für den Bearbeitungsvorgang benötigten Oberwerkzeugen. Der mit drei Greifern ausgestattete Wechsler kann bis zu drei Oberwerkzeuge aufnehmen, um diese in den Niederhalter der Biegezelle einzusetzen oder zu entnehmen.

Dynamisches Vermessungs- und Korrektursystem

Ein weiteres Merkmal ist das Platinen-Vermessungssystem „AVS“ („AutoVision-System“), mit dem durch Vermessen per Kamera Ort und Lage der Platine exakt erfasst und bestimmt werden. Die erforderliche Positionskorrektur zum reproduzierbar genauen Platinen-Handling nimmt der Manipulator auf dem Weg zur Biegezelle vor.

Das optische und berührungslose Vermessungssystem ermöglicht das Vermessen von Ausklinkungen mit beliebiger Geometrie. Selbst Bohrungen können als Referenzpunkt für das Vermessungssystem ausgewählt werden. Das Fehlen einer aufwendigen Ausrichtmechanik und somit Verschleißfreiheit garantieren geringsten Wartungsaufwand.

Kratzfreies und geräuscharmes Platinen-Handling

Die Materialflussperipherie, bestehend aus Bürstentischen und Bürstenförderband zum Abtransport der Fertigteile, ermöglicht kratzfreies und geräuscharmes Platinen-Handling. Die in den Bürstentischen integrierte Schutzverkleidung sorgt für einfachen und schnellen Zugang zur Biegezelle bei Wartungs- und Servicearbeiten.

Das Betriebssystem und die Benutzerebene mit graphischer Oberfläche unter Windows NT steht für einfache und übersichtliche Bedienung der Maschine. Ein auf Kundenteile abgestimmtes Parametrikmodul ermöglicht die schnelle Programmierung der Maschine.

Erschienen in Ausgabe: 08/2000