Kupfer leicht gestanzt

Stanzen

Kupferschienen rationell Stanzen ermöglicht der Stanztechnik-Spezialist Boschert mit der CU Profi und der CU WK II — eine neue Maschinengeneration in zwei Ausführungen.

19. August 2009

Durch ständige Weiterentwicklungen und innovative Ideen ist die Boschert GmbH + Co. KG mit Sitz in Lörrach-Hauingen seit Jahren ein Begriff in der Blechverarbeitung.

Von den ersten Anfängen im Bereich der Ausklinkmaschinen im Jahre 1973 über die Stanzmaschinen im Jahre 1978 bis zum heutigen Stand der CNC-Blechbearbeitung hat Boschert eine Reihe von Maschinen auf den Markt gebracht, die bis heute im täglichen Einsatz ›ihren Mann stehen‹.

Auf der Basis dieser jahrzehntelangen Erfahrung in der Entwicklung und im Bau von Ausklink- und Stanzmaschinen bringt Boschert jetzt zwei neue Kupfer-Stanzmaschinen auf den Markt.

Zum einen ist das die Boschert CU Profi, eine speziell für die Stanzbearbeitung von Kupferstangen konzipierte Universalmaschine. Mit ihren fünf Werkzeugen (Aufnahmen) lassen sich Kupferstangen in Längen bis 3.000 Millimeter (optional 6.000 Millimeter) und in Dicken von drei bis zwölf Millimeter komplett und hocheffizient bearbeiten.

Darüber hinaus weist die neue CU Profi eine Trennstempel-Station (60 mm x 8 mm) auf. Mit dieser ist es möglich, die Kupferschienen reproduzierbar exakt auf die gewünschte Länge zu schneiden. Die Kupferschienen dürfen zwischen 15 und 200 Millimeter breit sein.

Der integrierte Materialvorschub erfolgt über seitliche Klemmzangen. Dadurch kann die Bearbeitung nahezu abfallfrei erfolgen.

Für die Abfuhr der fertig gestanzten Teile gibt es ein Klappfach. Eine lange Kupferschiene kann somit ohne weiteres Zwischen-Handling und ohne Unterbrechung komplett in beliebig lange Einzelwerkstücke aufgearbeitet werden.

Kupferschienen-Bearbeitung nach Mass

Das Material wird mit einer Vorschubgeschwindigkeit von maximal 60 Meter pro Minute gefördert und mit einer Wiederholgenauigkeit von e 0,10 mm (Positionsabweichung die mittlere Wiederholgenauigkeit beträgt 0,05 mm) positioniert. Wichtig für die Qualität ist auch, dass die Kupferschienen vor und hinter dem Stanzkopf zur Bearbeitung hydraulisch geklemmt sind. Das Verbiegen oder Verwinden der Werkstücke lässt sich dadurch zuverlässig vermeiden. Gestanzt wird mit bis zu 180 Hüben/Minute.

Die CU Profi ist je nach gewünschter Bearbeitungslänge 7.000 oder 9.000 Millimeter lang, 3.000 Millimeter breit und 2.100 Millimeter hoch. Sie wiegt ungefähr sechs Tonnen.

Die zweite neue Kupferstanzmaschine von Boschert, die CU WK II, ist für die flexible Komplettbearbeitung von Kupferschienen ausgelegt. Sie kann Materialien in Längen bis 6.000 Millimeter, mit Breiten von 15 bis 200 Millimeter und in Dicken von 1 bis 15 Millimeter bewältigen.

Die CU WK II hat wie die CU Profi einen Fünffach-Stanzkopf. Sie kann jedoch 15 verschiedene Stanzwerkzeuge aufnehmen. Außerdem verfügt sie über eine Gewindeschneideinheit und kann mit vier- oder sechsfacher Multi-Tool-Station ausgerüstet werden. Dadurch ist die Komplettbearbeitung selbst anspruchsvoller Kupferschienen gewährleistet.

Der Stanzkopf der CU WK II stellt Presskräfte von 2 x 400 und 3 x 280 Kilonewton (CU Profi = 2 x 400 Kilonewton) zur Verfügung. Der maximale Stanzdurchmesser beträgt 76,2 Millimeter (CU Profi = 31,7 Millimeter). Pro Minute sind bis 150 Stanzhübe möglich.

Das Vorschubsystem der CU WK II ist prinzipiell dasselbe wie bei der CU Profi, beschickt also die Maschine mit Vorschüben bis 60 Meter pro Minute. Das sorgt für reproduzierbar präzise und gleichzeitig auch dynamische Bearbeitungsabläufe. Auch hier ist eine Trennstempelstation eingebaut. Diese ist wahlweise mit einem Trennstempel 80 mm x 8 mm oder 50 mm x 10 mm bestückt.

Die gegenüber der CU Profi deutlich größere Kupferstanzmaschine CU WK II hat eine Länge von 11.500 Millimetern, eine Breite von 5.000 Millimetern und wie die CU Profi eine Höhe von 2.100 Millimetern. Sie wiegt 13 Tonnen und hat 30 kVA Anschlusswert.

Das Austragen der bearbeiteten Werkstücke aus der CU WK II erfolgt über einen Auslauftisch. Mit dieser Einrichtung ist ein kontinuierliches Arbeiten gewährleistet, denn die fertigen Werkstücke werden permanent entsorgt.

Angepasste Automation per Optionen

Sowohl für die CU Profi als auch für die CUWKII gibt es mehrere zusätzliche Ausrüstungen und Optionen. Dadurch lassen sich ihre Effizienz und die Ausbringung weiter steigern. Zu nennen wäre hier zum Beispiel die in der Standardausführung bereits enthaltene Sprühvorrichtung für die Stanz- und Schneidwerkzeuge. Durch sie wird dem Verschleiß vorgebeugt, und die Standzeiten lassen sich erheblich verlängern.

Außerdem gibt es auf beiden Maschinentypen eine CNC- und CAD-Software zum Importieren und Übersetzen von DXF-Files in die Maschinensprache sowie Software-Module zur Zeiterfassung des Abarbeitungsprogramms oder zur grafischen Simulation.

Die Optionen Gewindeschneiden und Bohren für Gewinde der Abmessungen M 3 bis M 12 sowie für kleinere Bohrungen in dicke Kupferschienen hat Boschert dagegen der CU WK II vorbehalten.

Gleiches gilt für die beiden Automatisierungsoptionen Stanzabfall-Förderband und Material-Beladestation. Mit diesen Ausstattungsmöglichkeiten ist das autarke Abarbeiten ganzer Aufträge mit mehreren verschiedenen Kupfer-Flachmaterialien machbar.

Das Programm an Kupfer-Stanzmaschinen wird durch die kompakte Scher- und Ausklinkmaschine CS von Boschert sinnvoll abgerundet.

Mit der Scher- und Ausklinkmaschine und den Kupfer-Stanzmaschinen CU Profi oder CU WK II können Stromschienen, Schaltschrankteile, Schaltelemente und dergleichen Werkstücke in Dicken bis 15 mm und allen Längen aus dem kritischen Werkstoff Kupfer komplett und wirtschaftlich gefertigt werden.

Edgar Grundler

Freier Fachjournalist

Erschienen in Ausgabe: 8-9/2009