Kosten reduzieren – Prozesse beschleunigen

Fokus/Produktionssteuerun

Der Blechbearbeiter AMS aus Elkenroth im Westerwald verschlankt Arbeitsprozesse mit einer eigenen Datenbank und der Software des spanischen Entwicklers Lantek.

19. März 2013

Immer wenn Wolfgang Ermert am Frankfurter Flughafen vorbeifährt oder von dort abfliegt, sieht er zwangsläufig das größte Bauvorhaben, an dem AMS bislang beteiligt ist: dem Mammut-Bauwerk ›The Squaire‹ (früher ›Airrail Center‹) – jenem Prachtbau, der 660 m lang, 45 m hoch ist.

AMS liefert für die supermoderne Büro-City zahlreiche Blechbauteile für die Fassade und den Innenausbau. Der Gesamtwert beläuft sich auf über 7,5 Millionen Euro – für Wolfgang Ermert kommt es als kaufmännischem Leiter von AMS vor allem darauf an, dass das Unternehmen aus Elkenroth im ländlichen Westerwald die saubere Kalkulation auch an der Werkbank weitgehend störungsfrei umsetzt – jeder Fehler kann sehr teuer werden. Optimale Materialauswertung, reibungslose Datenübergabe zwischen Warenwirtschaft und Maschinensoftware sowie zügige Arbeitsprozesse, die Hand in Hand greifen, haben für den 100-Mann-Betrieb Priorität. Entsprechend eng arbeitet Wolfgang Ermert mit Frank Laatsch zusammen, der bei AMS für Arbeitsvorbereitung und Programmierung zuständig ist.

Besonders fürs Laserschneiden hat das Unternehmen lange nach einer optimalen Softwarelösung gesucht. Hier geht es wie in vielen anderen Unternehmen immer wieder um folgende Fragen: Wie lassen sich Daten aus dem Warenwirtschaftssystem so schnell wie möglich, aber fehlerfrei, an die Maschinen übergeben? Wie kann das vorhandene Material optimal verschachtelt werden? Und wie lässt sich ein Lager so anlegen, dass Material schnell gefunden wird und schnell entnommen werden kann?

Für die Resteverwaltung entwickelte Frank Laatsch eine eigene Datenbanklösung: Jedes Stück erhält einen Aufkleber mit einem Barcode. Der wird eingescannt, so dass alle Teile im Computer vorhanden sind – sortiert nach Material, Stärke und weiteren Eigenschaften. Im Lager ist alles so archiviert, dass die Kollegen in der Produktion die Reste schnell finden, entnehmen und vor allem rasch in die Maschine einlegen können.

Größeres Kopfzerbrechen hat Frank Laatsch die Suche nach einer geeigneten Software für die Amada-Laser-Schneidmaschine bereitet. AMS verfügt über ein modernes Standard-Warenwirtschaftssystem, das Wolfgang Ermert in langer Kleinarbeit weiterentwickelt hat. In der Arbeitsvorbereitung ist Laatsch darauf angewiesen, dass eine Software die bereitgestellten Daten zügig verarbeitet. Die Probleme händischer Eingaben kennt er von früher zur Genüge: Hoher Zeitbedarf, redundante Daten, Falscheingaben durch Zahlendreher oder vergessene Bauteile ruinieren den Vorteil komplexer Verschachtelungen und der Restmaterialverwertung. Für Laatsch ging es also darum, eine Software zu finden, die die Übergabedatei problemlos lesen und schnell verarbeiten kann.

AMS prüfte in einem Vergleichstest zahlreiche Softwareangebote zur Steuerung der Laser-Schneidmaschine von Amada. »Wir hatten durchaus einige Probleme mit der Vorgängersoftware, da sie mit der neuen Mitsubishi-Steuerung unserer Amada nicht so recht harmonierte.«

Unzufrieden zeigt sich Frank Laatsch vor allem mit Prozessgeschwindigkeit und -genauigkeit fast aller getesteten Softwareprodukte. Mal klappte die Dateiübernahme nicht so recht, mal dauerte der Rechenprozess zu lange oder es waren zu viele händische Eingriffe notwendig.

Überzeugt hat ihn schließlich das Produkt von Lantek. Die Software bietet viele Schnittstellen, zum Beispiel zu MS Project/Navision oder auch SAP. »Wir leben von möglichst vielen Schnittstellen«, sagt Christoph Lenhard, Vertriebsleiter von Lantek in Deutschland. »Als weltweit größter maschinenunabhängiger Hersteller von Steuerungssoftware für Laser-, Autogen-, Wasserstrahl- und Plasmaschneidmaschinen baut unser Geschäftsmodell auf maximaler Kompatibilität auf. Wir haben zahlreiche Schnittstellen fest in der Software programmiert. Im Einzelfall programmieren wir eine maßgeschneiderte Lösung.«

Lösung auf Maß

Laatsch zeigt sich schon nach einer kurzen Testinstallation überzeugt: »Der Import klappt einwandfrei und läuft stabil.« Er lobt auch die rasche und problemlose Plug-and-play-Installation. Wichtig sind ihm zudem Usability und Dateimanagement: »Die Software konnten wir nach einer Einführungsschulung problemlos bedienen, und das Datenhandling hat uns absolut überzeugt. Was früher eine Stunde dauerte, ist nun in drei Minuten erledigt.«

Lantek-Vertriebsleiter Christoph Lenhard sieht sich in der Marktstrategie des Unternehmens bestätigt. Er ist überzeugt, dass die Zeit der Insellösungen vorbei ist. »Immer stärker gefragt sind geschlossene Prozessketten mit kompletter und zuverlässiger Datenübernahme. Wer das bieten kann, dem gehört die Zukunft.«

Hintergrund

Lantek hat seinen Hauptsitz in Spanien und eine deutsche Vertriebs- und Serviceniederlassung mit 15 Service-Mitarbeitern, Ingenieuren und Informatikern in Darmstadt. Lantek ist unabhängig von Maschinenherstellern und sieht sich in diesem Segment als weltweit größter Anbieter von Steuerungssoftware für Laser-, Autogen-, Wasserstrahl- und Plasmaschneidmaschinen. Lantek-Produkte sind weltweit bei 12000 Unternehmen im Einsatz.

Erschienen in Ausgabe: 02/2013