Korrekturschleifen im Tryout einsparen

Fokus

Die Einarbeitung eines Umformwerkzeugs im Tryout ist zeit- und kostenintensiv. Durch ein realitätsnahes Simulationsprogramm lässt sich dieser Aufwand erheblich verringern.

12. Oktober 2010
Die Software unterstützt die Anwender bei der Bestimmung geeigneter Korrekturmaßnahmen, bietet mehrere Varianten an und gibt Handlungsempfehlungen. Bildquelle: Autoform
Bild 1: Korrekturschleifen im Tryout einsparen (Die Software unterstützt die Anwender bei der Bestimmung geeigneter Korrekturmaßnahmen, bietet mehrere Varianten an und gibt Handlungsempfehlungen. Bildquelle: Autoform)

Bis ein Umformwerkzeug funktioniert, sind Korrekturen und Anpassungen im Tryout unvermeidlich. Gelingt es diesen Aufwand zu reduzieren, steigt automatisch die Wettbewerbsfähigkeit. Dazu müssen die kritischen Bereiche im Bauteil bekannt sein. Das gilt ebenso für entschärfende Maßnahmen und deren Auswirkungen auf andere Bereiche im Bauteil. Dabei ist die Wirksamkeit von Korrekturmaßnahmen oft erst im Nachhinein augenfällig.

Real-virtuelle Wechselwirkung

Hier setzt die auf Simulation basierende Tryout-Unterstützung mit Autoform-Sigma an. Das Engineering überträgt alle theoretisch möglichen Korrekturmaßnahmen des realen Tryouts in ein Simulationsmodell. Parallel zur Werkzeuganfertigung erfolgt die Berechnung, eine Sensitivitätsanalyse, wofür das ursprüngliche Simulations-Setup eine Erweiterung erfährt. Korrekturmaßnahmen, wie die Modifikation des Matrizenradius, die Platineneinlegeposition und Platinenform, die Ziehsickenrückhaltung oder die Blechhalterkraft werden realitätsnah in Form von Streubereichen definiert. Die Ergebnisse der Sensitivitätsanalyse liegen noch vor Beginn der Werkzeugeinarbeitung vor.

Tritt dann im Tryout ein Problem auf, greift das Engineering auf die vorher in Autoform-Sigma berechneten Simulationsergebnisse zurück. Engineering und Tryout erkennen schnell und einfach, welche Maßnahmen das Umformergebnis positiv beeinflussen.

Die Software unterstützt die Anwender bei der Bestimmung von geeigneten Korrekturmaßnahmen und führt sie in logischen Schritten durch die Auswertung. Farbige Kreise zeigen zum Beispiel an, dass ein Problembereich grundsätzlich beeinflussbar ist. Die Kreisfarbe gibt an, in welche Richtung eine Änderung gehen soll, während die Kreisgröße die Wirksamkeit der Maßnahme repräsentiert. Mittels einer Tryout-Karte wird eine konkrete Handlungsempfehlung für die nächste Korrekturschleife erarbeitet und ein eigentlicher Aktionsplan entsteht. In der Praxis enthält dieser häufig eine Kombination aus Korrekturmaßnahmen.

Nuancierter Aktionsplan

Abschließend gewährleistet die Überprüfung der geplanten Maßnahmen am Computer, dass alle ursprünglichen Fehler beseitigt und keine neuen entstanden sind. Mittels Schiebereglern ermöglicht Autoform-Sigma zum Beispiel, die Stärke jeder einzelnen Korrekturmaßnahme stufenlos einzustellen und die Auswirkung auf das gesamte Bauteil zeitgleich am Bildschirm zu verfolgen. Der Aktionsplan kann bei Bedarf auch schrittweise, das heißt ein Problem nach dem anderen, oder gemäß leichtester Umsetzbarkeit festgelegt werden. Erst wenn die geeignete Abstimmung gefunden ist, wird der Aktionsplan im Werkzeug umgesetzt.

Für Dr. Markus Thomma, Corporate Marketing Director von AutoForm Engineering, ist klar: „Durch die komplexen Bauteilgeometrien, die hochfesten Blechwerkstoffe, die engen Terminforderungen für Methodenentwicklung oder Werkzeugfertigung und nicht zuletzt die hohen Qualitätsansprüche hat die Trial-and-error-Arbeitsweise kaum noch eine Chance. Das gilt umso mehr, als dass der systematische Tryout mit Autoform-Sigma obendrein auch Zeit und Geld spart.“

Erschienen in Ausgabe: 05/2010