"Kompetenz in Blech"

Trumpf auf der IHM-München

„Kompetenz in Blech“, so präsentierte sich Trumpf auf der internationalen Handwerksmesse in München (IHM). Hier einige Ausstellungsstücke, die das weite Feld der Blechbearbeitung eindrucksvoll repräsentieren.

29. April 2004
Für hohe Präzision beim Biegen und großen Kantfreiraum sorgt die Vier-Zylinder-Technik der hydraulisch angetriebenen TrumaBend C-Serie.
Bild 1: "Kompetenz in Blech" (Für hohe Präzision beim Biegen und großen Kantfreiraum sorgt die Vier-Zylinder-Technik der hydraulisch angetriebenen TrumaBend C-Serie.)

Elektrowerkzeuge zur Blechbearbeitung haben bei Trumpf, Ditzingen, eine lange Tradition. Bereits im Jahr 1934 stellte das Unternehmen die erste motorbetriebene Handschere zum Schneiden von Blechen vor und legte damit den Grundstein für die umfassende der gesamten Firmengruppe. Seither entwickeln die Blechspezialisten - neben den stationären Maschinen zum Stanzen und Umformen, für die Laserbearbeitung und zum Biegen - die Profi-Elektrowerkzeuge ständig weiter und setzen als Innovationsführer auch in diesem Bereich Maßstäbe für die sich ändernden Anforderungen der Märkte. Der Geschäftsbereich Elektrowerkzeuge, der seit 1980 seinen Hauptsitz im schweizerischen Grüsch hat, zeigte das aktuelle Produktspektrum mit Elektrowerkzeugen zum Trennen und Verbinden von Blechen sowie für das Formen von Schweißkanten. Die tragbaren, einfach zu bedienenden Trumpf-Werkzeuge werden weltweit sowohl von Kunden aus der Industrie wie auch dem Handwerk eingesetzt.

Nibbeln mit dem Leichtgewicht

Mit 8,3 kg ist der neue Trumpf-Nibbler „N 700-2“ ein echtes Leichtgewicht in seiner Klasse. Möglich wird diese Gewichtsreduktion durch das neue zweistufige Planetentriebe, das eine gleichmäßige Kräfteverteilung und eine kompaktere Bauform erreicht. 7 mm Stahl und 5 mm Edelstahl nibbelt dieses Kraftpaket, das mit einem 1.600-W-Motor mit Anlaufstrombegrenzung ausgestattet ist, mühelos. Werkstücke mit Abkantungen bis 90° und gedoppelte Bleche stellen ebenfalls kein Problem dar, so das Unternehmen. Speziell hervorzuheben sind die beiden im Standardlieferumfang enthaltenen, schnell austauschbaren Griffe. Sie ermöglichen dem Anwender stets ein optimales Greifen der Maschine und somit ermüdungsfreieres Arbeiten, egal ob beim Trennen in waagrechter oder senkrechter Lage oder beim Bearbeiten schwer zugänglicher und enger Bereiche. Hinzu kommt der drehbare Motorhandgriff, der dem Anwender mit seinen drei Positionen noch mehr Spielraum läßt. So eignet sich der N 700-2 ideal für Anwendungen im Tank- und Behälterbau (Recycling) oder für den Rückbau von Kernkraftanlagen. Dank seiner optimalen Profilgängigkeit und einfachen Führung findet der N 700-2 auch ein breites Anwendungsspektrum in der Coilbearbeitung, in Spenglereien, Metall- und Aufzugsbau, in Nutzfahrzeug- und Schiffbau sowie Reparaturwerkstätten. Optimiert wurde das Montieren des Matrizenträgers durch einen zusätzlichen integrierten Zentrierring. Einzigartig und neu ist das werkzeuglose Austauschen dieses Trägers sowie das ebenfalls werkzeuglose Einstellen in vier Schneidrichtungen. Weitere Einstellarbeiten an Stempel und Matrize sind nicht nötig. Für unterschiedliche Blechdicken, Festigkeiten und Blecharten stehen dem Anwender drei verschiedene Matrizen zur Verfügung. Für die Bearbeitung von Baustahl wie auch für hochfeste Bleche besitzt der Nibbler einen Stempel, der bis insgesamt 10 mm nachgeschliffen werden kann. Dies erhöht seine Lebensdauer deutlich. Die optimierte Finne des N 700-2 verbessert seine Radiengängigkeit. Eine Spanbremse sorgt für ein verbessertes Schneidverhalten: sie eliminiert Leerhübe und minimiert Eindrücke an der Blechunterseite. Der N 700-2 kann problemos im Schnittspalt zurückgeführt werden. Aufgrund der Führung ist das Bedienen des N 700-2 beinahe frei von Vibrationen. Dies wirkt sich schonend auf den Nibbler aus und ermöglicht dem Anwender ein angenehmes Arbeiten.

Die „C 250-0 Plus“ erweitert die Produktpalette der Trumpf-Schlitzscheren für die Blechbearbeitung. Die Kombination aus Motorkraft und Getriebe, definiertem Spanabrollen und innovativer Messergeometrie erlaubt je nach Blechdicke eine Vorschubgeschwindigkeit von 3 bis 10 m/min und macht die C250-0 Plus laut Hersteller zur leistungsstärksten Blechschere ihrer Klasse. Sie schneidet in Baustahl 2,5 mm Blechdicke, in Edelstahl 1,5 mm, in Aluminium 3 mm und Wickelfalzrohrstahl 4 x 0,9 mm. Herausragende Standzeiten der Messer und zweifach benutzbare Wendeschneidleisten sorgen für eine hohe Wirtschaftlichkeit der Schlitzschere. Dahinter steckt ein 500 W starker Motor. Neu ist der mit einer Hand bedienbare, integrierte Spanabtrenner. Dank der Positionsmarkierung kann der Span an jedem beliebigen Punkt abgetrennt werden. Das Gerät läßt sich leicht aus dem Werkstück zurückziehen und aufgrund der gut sichtbaren Markierungen am Schneidkopf wieder maßgenau ansetzen. Dadurch sind weniger Startbohrungen nötig. Als weitere Neuheit wurde im Schneidkopf eine spezielle Spanführung eingebracht. Das Resultat: ein gleichmäßiges und spiralförmiges Abrollen des Spans. Durch dieses einzigartige System wird der Eigenvorschub unterstützt und die benötigte Vorschubkraft auf ein Minimum reduziert. Dies ist vor allem im dicken oder hochfesten Blech eine Erleichterung für den Bediener. Mit dieser Schlitzschere hat er eine gute Sicht auf den Anriß und kann präzise und gratfrei schneiden. Die C 250-0 Plus findet vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Klimatechnik, im Fassaden- und Trockenbau sowie bei der Bearbeitung von Coils. Weitere Anwendungen in der Blechbearbeitung sind durch das grat- und verzugsfreie Schneiden denkbar. Sie eignet sich ebenso für das Schneiden von C-, U- und L-Profilen wie für das Bearbeiten von Wickelfalzrohren. Selbstverständlich findet der Anwender bei der C 250-0 PLUS den schnellen und werkzeuglosen Messerwechsel. Die Messer lassen sich in weniger als 15 Sekunden über einen Bolzenschnellverschluß austauschen. So kann die Blechschere als Kombigerät für gerade und enge Kurvenschnitte verwendet werden. Eine entsprechende Messerauswahl steht dem Anwender zur Verfügung.

Biegen mit System

„Die TrumaBend C-Serie ist maßgeschneidert für mittlere bis hohe Ansprüche bei einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis“, umreißt Erwin Lengauer, Trumpf Produktmanager für die Abkantpressen, das Konzept der Maschine. Seit zwei Jahren erfolgreich im asiatisch-pazifischen Raum und in Amerika auf dem Markt, wird sie nun auch in Europa vertrieben. Konstruiert wurde die Abkantpresse in Österreich, gebaut wird sie in Taiwan nach höchsten Fertigungsstandards. Sie ist für Schlossereien und Instandhaltungsbetriebe genauso geeignet wie für den automatisierten Einsatz in der Blechbearbeitung. Für hohe Präzision beim Biegen und großen Kantfreiraum sorgt die Vier-Zylinder-Technik der hydraulisch angetriebenen TrumaBend C-Serie. Durch die geringe Wärmeeinbringung und ein auto-aktives Bombiersystem wird die Verformung des Maschinenrahmens und des Druckbalkens auf ein Minimum reduziert. Damit sind gleichmäßig gute Biegeresultate über die gesamte Abkantlänge gewährleistet. Der Druckbalken ist auf 0,01 mm genau positionierbar, die Position über Glaslineale von Heidenhain, Traunreuth, bestimmbar. Dank flexibler Werkzeugklemmung sind Werkzeuge anderer Hersteller ohne Adapter verwendbar mit dem Vorteil, daß die Einbauhöhe dadurch nicht eingeschränkt wird. Die TrumaBend C-Serie ist in zwei Ausführungen erhältlich, mit 60 Tonnen Preßkraft und einer Abkantlänge von 2.080 mm sowie mit 110 Tonnen bei 3.110 mm Abkantlänge. Mit einer Eilabgeschwindigkeit von 200 mm/s ist die TrumaBend C60 extrem schnell. Das Maschinenkonzept zielt darauf ab, daß die Maschine auf den Bedienmann „wartet“, nicht umgekehrt. Besonderen Wert legten die Konstrukteure auf die einfache Bedienung der Maschine. So ist bei der Werkzeugklemmung kein Referenzhub nötig, da sie automatisch zentriert. Standardmäßig ist die Maschine mit einem Zwei-Achsen-Hinteranschlag ausgestattet. Die Sicherheit des Bedienpersonals wird optional durch „BendGuard“ oder ein Lichtvorhangsystem gewährleistet. Unkompliziert ist das Programmieren der Maschine. Es erfolgt grafisch über eine „Delem DA619 Multi Access“-Steuerung, wahlweise direkt an der Maschine oder über einen externen PC. Eingelesen wird das Programm via Netzwerk oder Diskette. Optional ist die Programmierung mit ToPs 600 möglich. Damit kann der Bediener den gesamten Biegeprozeß 3D simulieren und mögliche Kollisionen frühzeitig erkennen und eliminieren. Anschließend wird der Rüstplan entsprechend der vorhandenen Werkzeuge erstellt ebenso wie das NC-Programm unter Berücksichtigung der Abkantfaktoren.

Zum Schluß eine Premiere

Die Tafelschere „TrumaCut M 630“ war eine echte Premiere auf dem Trumpf-Stand. Im Dezember 2003 starteten die EHT Werkzeugmaschinen GmbH, Teningen, und das Ditzinger Unternehmen eine weltweite Vertriebskooperation im Bereich Abkantpressen in Sonderausführung und Tafelscheren. Nun stellte Trumpf erstmalig eine Tafelschere von EHT aus. Für die Bearbeitung von Blechdicken zwischen sechs und 16 mm stehen innerhalb der Modellreihen verschiedene Größen zur Verfügung. Die Arbeitslänge beträgt 3.000 mm beziehungsweise 4.000 mm. Auf der gezeigten „TrumaCut M 630“ können Bleche bis 6 mm bearbeitet werden. Sie eignet sich hervorragend für Zuschnittaufgaben in Schlossereien, Stahlbau, metallverarbeitenden- und Instandhaltungsbetrieben. Zahlreiche Zusatzfunktionen gewährleisten hohe Produktivität und Bedienkomfort. Für die Fixierung des Blechs beim Schneiden sorgt zum einen ein hydraulischer Niederhalter, zum anderen der Hinteranschlag. Er kann motorisch entsprechend der Schnittlänge bis auf 1.000 mm eingestellt (optional auch 1.250 bis 1.500 mm) werden. Ausgelöst wird der Schneidvorgang über einen Fußtaster. Bei kurzen Schnittkanten kann er durch Freigeben des Tasters früher beendet werden. Schnittspalt und Schnittwinkel (bis zu 2,5°) lassen sich in Abhängigkeit der Blechdicke über die Maschinensteuerung regeln. Die Eingabe der Parameter kann über MS Excel erfolgen. Mit der optionalen Rollentisch-Hochhalterung können nacheinander mehrere Teile zugeschnitten werden. Sie unterstützt beim Trennen von Gut- und Restschnitt. Speziell für Kleinteile gibt es Bereiche mit kleineren Abständen zwischen den Rollen. Dafür besitzt die TrumaCut 630 ein Kleinteilefach, das praktisch und bedienerfreundlich nach vorn entladen werden kann. Über eine optionale Blechrückführung werden die Gutteile zur Bedienerseite befördert. Die Stückzahl ist über die Steuerung programmierbar. Optional verfügbar ist eine Abstapeleinrichtung. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Gutteile nach hinten über ein Förderband zu entladen. Restschnitte können über einen rollbaren Behälter entladen werden, der in vier Richtungen verschiebbar ist. Ein schneller und problemloser Abtransport der Restschnitte ist damit gewährleistet. Die Sicherheit des Bedieners ist durch einen mechanischen Handschutz sowie eine Lichtschranke gewährleistet. Zum problemlosen Schneiden kleiner Bleche ist die Tafelschere mit einer aufklappbaren Handschutzbucht ausgestattet. Die Tafelschere besitzt eine Vier-Achs-Positionier-Steuerung. Die Menütexte der einfach gestalteten Bedienoberfläche sind frei programmierbar. Besonders komfortabel: die Fehlerdiagnose wird im Klartext angezeigt. An Zubehör sind ein zwischen 0 bis 180° verstellbarer Winkelanschlag und eine schwenkbare Anschlagknagge verfügbar. Sie erleichtern das Herstellen schräger Schnitte.

Erschienen in Ausgabe: 04/2004