Kompakter Allrounder

Technik/Laser

Klein, aber oho: Bei einem LKW-Komponenten-Hersteller zeigt die Trulaser Cell 3000 nach überzeugenden Schneidleistungen auch beim Schweißen, was sie kann.

04. Februar 2015

Dass die Laserbearbeitungszelle von Trumpf problemlos durch dick und dünn schneidet, hat sie bei der Licos Trucktec GmbH in Markdorf am Bodensee in den vergangenen Monaten bereits eindrucksvoll bewiesen. Im Dauereinsatz überzeugte sie, ausgerüstet mit einem 2-kW-Trudisk-Scheibenlaser, beim Schneiden von 6,5-mm-Baustahl ebenso wie bei der Bearbeitung feiner Strukturen. Jetzt zeigte die 3D-Laserzelle, dass sie – obwohl sie sich ganz klein macht – auch beim Schweißen ganz groß ist.

Nicht schneller, aber einfacher

Licos Trucktec fertigt bisher einzigartige Wasserpumpenkupplungen für LKW und wurde dafür mit dem Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. »Unsere Kupplung ermöglicht eine bedarfsgerechte Drehzahlregulierung der Wasserpumpe und bringt dadurch rund ein Prozent Kraftstoffersparnis. Das sind im Jahr durchschnittlich 500 Liter pro LKW«, erläutert Franz Biegert, Werkleiter und Leiter Supply Chain bei Licos.

Die Nachfrage – auch internationaler LKW-Hersteller – ist entsprechend groß. Licos fertigt derzeit rund 120000 Stück jährlich. Da sind neben Qualität und Sicherheit vor allem reibungslose Prozesse entscheidend. Ein Anspruch, für den die Trulaser Cell 3000 wie gemacht ist.

Seit die Anlage Ende 2011 in Betrieb genommen wurde, hält sie auch extremen Bedingungen stand. »Wir hatten bei unseren Wasserpumpenkupplungen bislang null ppm Feldausfälle, das ist schon eine tolle Sache und beweist die hohe Prozesssicherheit der Anlage«, erzählt Biegert. Diese Erfahrung und die Flexibilität der Maschine haben ihn überzeugt: »Nachdem wir uns in den ersten Monaten von den hervorragenden Schneidleistungen der Laserzelle überzeugt haben, benutzen wir sie jetzt auch zum Schweißen unserer Wasserpumpenkupplung.«

Die Geometrie des Produkts setzt eine zweistufige Fertigung voraus. Bisher verschweißte Licos die beiden Drehteile auf einer Trulaser 7040 von Trumpf. »Das hat gut funktioniert, aber wir mussten die Teile von einer Fertigungslinie zur anderen transportieren«, erklärt Franz Biegert. »Die Trulaser Cell ist trotz des hohen Bauraums mit einem Platzbedarf von knapp 16 m? inklusive Peripherie mit Absaugung und Strahlquelle so kompakt, dass wir sie einfach zwischen den Drehmaschinen aufstellen konnten. Das hat den Prozessfluss ganz entscheidend vereinfacht.«

Eine für alles

Feinschneiden, 3D-Schneiden und Schweißen ohne zeitaufwendiges Umrüsten: die Trulaser Cell 3000 ist ein Multitalent. Auf unterschiedliche Losgrößen, Bauteile, Materialien und Aufgaben stellt sich die Anlage flexibel ein. Je nach Anwendung stehen die Festkörperlaser Trufiber, Trudisk, Trudiode und Trupulse mit bis zu 8 kW Leistung zur Wahl. »Die Kantenqualität ist mit dem Festkörperlaser auch bei dickeren Materialien genauso gut wie mit dem CO2-Laser«, unterstreicht Franz Biegert.

Stärke zeigt die Trulaser Cell 3000 auch bei häufig wechselnden Bauteilgeometrien. Über die variable Strahlformung lassen sich Fokusdurchmesser und -lage an unterschiedliche Materialdicken und -arten automatisch anpassen. »Mit der auf der Trumpf-Technologietabelle basierenden Zweilinsen-Zoomoptik kann der Fokus im Verhältnis zum Faserdurchmesser auf das Vierfache ausgeweitet werden – ohne manuelles Eingreifen«, erklärt Thomas Kirchhoff, Produktmanager bei Trumpf.

Automatisierung leicht gemacht

Die modulare Werkstückaufnahme ist um eine Schneidauflage, Aufspannplatte oder Drehachse erweiterbar und lässt sich mit wenigen Handgriffen auf jedes Bauteil anpassen. Aber Franz Biegert plant noch einen Schritt weiter zu gehen. »Nach den positiven Erfahrungen, die wir beim Schneiden und Schweißen mit der Trulaser Cell 3000 gemacht haben, planen wir jetzt die Automatisierung, damit wir die Maschine rund um die Uhr nutzen können«, erklärt er. Dass sie das aushält, bezweifelt er nicht.

Zahlen & Fakten

Trumpf ist ein weltweit führendes Technologieunternehmen mit den Geschäftsfeldern Werkzeugmaschinen, Lasertechnik und Elektronik. 2013/14 erwirtschaftete das Unternehmen mit rund 11000 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,58 Mrd. € (vorläufige Zahlen). Mit mehr als 60 Tochtergesellschaften und Niederlassungen ist die Gruppe in fast allen europäischen Ländern, in Nord- und Südamerika sowie in Asien vertreten. Produktionsstandorte befinden sich in Deutschland, China, Frankreich, Großbritannien, Japan, Mexiko, Österreich, Polen, in der Schweiz, in Tschechien und in den USA.

Erschienen in Ausgabe: 01/2015