Kombi oder solo?

Technik

Ob Lasern, Stanzen, Pressen – der Blechbearbeitungs-Allrounder Amada treibt die Entwicklung voran. Eine Stanz-Laser-Kombi ist nicht die einzige interessante Neuheit dieses Jahres.

04. Oktober 2011

Besondere Merkmale der Stanz-Laser-Maschine LC C1 NT sind ihre kompakte Bauform und daraus abgeleitet eine hohe Leistungsdichte sowie ein durchdachter Automationsbaukasten bis hin zum flexiblen Fertigungssystem.

Selbst in der hoch automatisierten Ausführung genügen der Kombinationsmaschine bei einer Breite von rund 6 m und einer Tiefe von knapp 8 m unter dem Strich weniger als 60 m? – wohlgemerkt, inklusive des integrierten Be- und Entladesystems und mitsamt Einzelteilentsorgung.

Basis für Präzision im Prozess und eine lange Dauergenauigkeit ist die hochstabile Portalbauweise. Zwei Beispiele für den Hightech-Anspruch der Maschine sind der energieeffiziente Servoantrieb und der Multifunktionsrevolver mit 49 Werkzeugstationen inklusive vier integrierter Gewindeschneidstationen. Damit sind die Prozesse Stanzen, Umformen und Gewindeschneiden abgedeckt. Ein Hubbürstentisch sorgt für eine kratzerfreie Bearbeitung.

Den Laserpart übernimmt in der C1 ein CO2-Resonator mit 2,5 kW. Geschnitten wird nach dem Prinzip der halbfliegenden Optik: Während das Positioniersystem der Maschine das Blech in X-Richtung übernimmt, verfährt der Laserkopf in Y-Richtung über eine hochdynamische Achse im oberen Bereich des Maschinenportals. Das sorgt für schnelle Positionierzeiten, kurze Strahlwege, hohe Strahlqualität und letztlich für effiziente und saubere Laserschnitte. Um zudem eine kratzerarme und rückspritzerfreie Bearbeitung sicherzustellen, werden Schneidgase und Schlackepartikel in einem exakt definierten Bereich abgesaugt.

Ein weiterer Clou ist der schnelle Wechsel zwischen Stanz- und Laserprozess. Synchronisierte Bewegungen der beiden Y-Achsen für Laserkopf und Blechpositioniersystem halbieren die Prozess-Wechselzeiten im Schnitt auf kaum mehr als 2 s.

Damit empfiehlt sich die C1 als hochflexibles und hochgenaues Blechbearbeitungszentrum für die Prototypen- und Kleinserienfertigung. Um darüber hinaus aber auch die Anforderungen der Hersteller mittlerer bis großer Serien zu erfüllen, bietet Amada Automationssysteme, die die LC C1 NT in verschiedenen Ausbaustufen bis zum flexiblen Fertigungssystem wachsen lassen. Auf der Blechexpo wurde die C1 mit dem automatischen Be- und Entladesystem MP Sheet Cat präsentiert.

Laserschneidmaschinen in der vierten Generation

Die Laserschneidmaschinen der Baureihe Alpha sind je nach zu bearbeitendem Materialspektrum mit Laserleistungen von 2500 und 4000 W zu haben. In der vierten Generation verfügen sie über eine optische Strahlaufweitungskomposition und eine adaptive Optik, um so in allen Materialbereichen und Materialdicken automatisch und jederzeit perfekte Ergebnisse sicherstellen zu können.

Ziel der Weiterentwicklung der Alpha-Baureihe war vor allem eine Optimierung des Handlings der Maschine und die Möglichkeit zur Einbindung in übergeordnete Netzstrukturen. So erlaubt die AMNC-Steuerung, dass diese Maschinen mit halbfliegender Optik problemlos in das Produktionsnetz von Amada eingebunden werden kann.

Zudem sorgt ein neuer, gegenüber der Vorgängermaschine um 90° versetzter Schneidkopf für eine noch bessere Zugänglichkeit, während das Schnellwechsel-Kassettensystem den Austausch von Düsen und Linsen um bis zu 60 Prozent verkürzt. Der Strahlschutz ist auf den Bereich des Schneidkopfes reduziert, was eine effizientere Absaugung ermöglicht, da das Absaugvolumen entsprechend reduziert wird.

Auch diese Maschine arbeitet nach dem Prinzip der halbfliegenden Optik. Die große Teileklappe ermöglicht einen kontinuierlichen Prozessablauf im mannarmen Betrieb. Sie ist dazu unterhalb des Laserkopfes installiert und sortiert Teile sofort aus dem Schneidbereich, die ohne das sonst übliche Warten bis zum Prozessende direkt zur Weiterverarbeitung bereitliegen.

Neben dem Ausschleusen der geschnittenen Werkstücke über die Teileklappe bietet Amada darüber hinaus für höhere Automationsansprüche auch eine flexible Einzelteilentnahme durch automatische Handling-Systeme. Um letztlich auch den gesamten Fertigungsprozess zu automatisieren, können die Alpha-Maschinen optional durch Beladeeinheiten erweitert werden.

Der Allrounder

Die auf der Emo vorgestellte Laserschneidmaschine Amada FOL-3015 AJ mit Faser-Laser kann selbst schwer schneidbare Materialien wie Kupfer, Titan und Messing bearbeiten. Der Faser-Laser ist energieeffizient, benötigt wenig Platz und arbeitet sehr produktiv.

Der Resonator erzeugt ein Laserlicht, dessen Wellenlänge im Vergleich zum konventionellen Gas-Laser nur etwa ein Zehntel beträgt. Dieses Laserlicht kann in einen Lichtleiter eingekoppelt und über größere Distanzen ohne Leistungsverlust transportiert werden. Je nach Fertigungsumgebung kann so der Flächenbedarf reduziert werden. Zudem wird so der Wartungsaufwand reduziert.

Auch in Sachen Bearbeitungsgeschwindigkeit stößt die FOL-AJ in überaus interessante Dimensionen vor. Möglich sind beispielsweise Schnittgeschwindigkeiten von zirka 60 m/min bei 1 mm dickem Edelstahl. Durch die Koppelung mehrerer Lasermodule kann der Faser-Laser 4 kW entfalten.

Der Faser-Laser kommt ohne Warmlaufphase aus und seine Energieaufnahme ist im Standby-Betrieb deutlich reduziert. Aufgrund der guten Energiebilanz werden nicht nur Betriebskosten gesenkt, sondern auch Ressourcen geschont – für Amada ein sehr wichtiges Entwicklungsziel.

Hintergrund

Der AMADA-Konzern ist einer der weltweit führenden Hersteller von Blechbearbeitungsmaschinen und bietet ein umfassendes Programm an Schneid-, Biege-, Stanz- und Lasermaschinen und dazugehörenden Werkzeugen. Ziel des Unternehmens sind »zukunftsweisende Fertigungslösungen, die ein Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit und Produktivität erzielen«.

Modulare Automationskomponenten, Software-Anwendungen und eine große Werkzeugpalette runden dieses Angebot ab. Darüber hinaus bietet Amada weltweit vielfältige Serviceleistungen an. Der AMADA-Konzern wurde von Isamu Amada im Jahre 1946 in Japan gegründet. Seit 1973 gibt es das deutsche Tochterunternehmen Amada GmbH in Haan. Dort hat Amada vor zwei Jahren die neue Zentrale, das ›Solution Center‹ bezogen. Dort steht nicht alleine die Ausstellung der Technologien im Mittelpunkt, sondern ein lösungsübergreifendes Angebot aus Analyse, Beratung und Schulung.

Erschienen in Ausgabe: 05/2011