»Schweißen ist und bleibt eine der bedeutenden Verbindungsverfahren«, weiß Dr. Ralf Polzin, Geschäftsführer von TIME. 2009 haben das Land Rheinland-Pfalz, der Landkreis Altenkirchen, die Handwerkskammer Koblenz und die Universität Siegen das Technologie-Institut in Wissen gegründet. Mittlerweile sind rund 150 Schweißfachleute bei TIME qualifiziert worden. »Und wir verzeichnen immer mehr Projektanfragen von Unternehmen im Umfeld von 80 Kilometern«, ergänzt Dr. Polzin.

Ob die neue Hinterachse für ein Elektrofahrzeug, Montagehilfen für Offshore-Windkraftanlagen oder Fertigungsverfahren für Mehrlagen-Stahldichtungen für Motoren – TIME hat in den vergangenen zehn Jahren zahlreiche Unternehmen dabei unterstützt, wettbewerbsfähige Produkte auf den Markt zu bringen. »Unser Ziel ist es, spätestens nach zwei Jahren produktionsreife Lösungen zu realisieren«, sagt der Geschäftsführer.

Forschung, Entwicklung und Schulung

»Kleinen und mittelständischen Unternehmen aus der Region dabei zu helfen, ihre Fertigung zu optimieren und innovative Produkte und auf den Markt bringen zu können – dafür sind wir da«, fasst Dr. Ralf Polzin. »Wir beschäftigen uns ganzheitlich mit Schweißtechnik. Das heißt, wir sehen uns beim Schweißen die Konstruktion, die Werkstoffe und den Schweißprozess an und stimmen alles aufeinander ab.«

Außerdem bietet TIME regelmäßig Schulungen und Veranstaltungen zu aktuellen Themen an wie Cobot oder 3D-Metalldruck. Mit diesem umfangreichen Portfolio ist das Institut auf Erfolgskurs. Aktuell beschäftigt TIME 13 Mitarbeiter sowie mehrere Studierende der umliegenden Hochschulen.

Vision: Automomes Schweißen

Nach Einführung der Roboterschweißzelle und der Cobot-Technik – das sind kleine Roboter, die leicht zu programmieren sind und Menschen unterstützen, indem sie Routinearbeiten übernehmen – hat Dr. Polzin eine große Vision: »Wir wollen vorhandene Einzelkomponenten so miteinander verknüpfen, dass vom Wareneingang über die Fertigung und Qualitätskontrolle bis zum Endprodukt die Abläufe im Unternehmen rund um die Schweißtechnik autonom laufen«, so Dr. Polzin. Das würde einen deutlichen Sprung in der Wettbewerbsfähigkeit ergeben und auch helfen, den Facharbeitermangel auszugleichen.

TIME arbeitet mit moderner Software für die Simulation von Schweißprozessen. Der Maschinenpark ist auf aktuellem Stand der Technik. »Die Investition in solche Programme und Anlagen ist für kleine Unternehmen in der Regel zu kostenintensiv«, weiß Dr. Polzin. »Wir können diese Technologie und unsere Entwicklungskompetenz aber bereitstellen.«

Erfolgreiche Projekte

Die Beispiele der realisierten TIME-Projekte können sich sehen lassen: Ein Hersteller beispielsweise spart durch Optimierung einer bestehenden Bauteil-Blechkonstruktion 27 Prozent Material ein. Dank Simulation und Verbesserung eines Produkts wird eine 15 Prozent höhere Belastbarkeit bei gleicher Baugröße erreicht. Und bei Projekten sind Einsparungen bis 45 Prozent durch Optimierung von Schweißaufgaben möglich. »Das macht sich für unseren Kunden in kürzester Zeit bezahlt«, so Dr. Polzin.

Ob als Berater für Mechanisierung und Automatisierung von Schweißaufgaben, der Entwicklung neuer Verfahren zum Beispiel konturerhaltendes Rollennahtschweißen strukturierte Bleche oder der Bau von Prototypen – TIME ist gefragt. »Wenn Unternehmen bei Schweißprozessen nicht mehr weiter wissen, geben wir Tipps und sind Retter in der Not«, zählt Dr. Polzin auf. So hält TIME mehrere Patente und hat etwa 35 Absolventen bei Master-, Bachelor- und Diplom-Arbeiten betreut. Dr. Polzin hebt hervor: »Allein drei Studien- und Hochschulpreise haben TIME-Absolventen in den vergangenen fünf Jahren gewonnen.«