Klassisch oder effizient?

Technik /Blechbearbeitung

Job-Shopper haben es schwer. Nur wer modernste Maschinen nutzen kann und die Fertigungsabläufe optimiert hat, kann gegen die Konkurrenz bestehen. Und dann ist da noch der Markt. Wie gut, dass es das Internet gibt!

01. Oktober 2012

Klassisch‹ ist für die BLT GmbH die derzeit passende Charakterisierung – der Laser-Jobshop, 1990 von Werner Bergmann im niedersächischen Rethem an der Aller gegründet, ist mit seinem Angebotsspektrum aus Laserschneiden, Kanten und kleiner Anarbeitung gerüstet als partnerschaftlicher Lieferant. Ergänzt durch das Wasserstrahlschneiden bis zum Format 3000 x 8000 mm bildet das Laserschneiden auf den drei modernen 6-KW-Bystronic-Anlagen im Großformat sowie einer 6-KW-Maxianlage mit dem beeindruckenden Überformat 2500 x 6500 mm die solide Fertigungsbasis.

Mit dieser soliden Ausrüstung konnte BLT seine Stellung im norddeutschen Dreieck der Metropolregionen Bremen-Hamburg-Hannover gut halten. ›Klassisch‹ hat eben auch Vorteile, denn wer 22 Jahre im heiß umkämpften operativen Laserschneidgeschäft überlebt hat, kann behaupten, dass er etabliert ist. Dazu benötigt man neben der soliden Maschinenausrüstung Know-how und Erfahrung.

Und neue Ideen! Denn getreu dem Motto: »Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein!«, will sich BLT, so der geschäftsführende Gesellschafter Lutz Abram, zügig weiterentwickeln und dabei aktuelle Entwicklungen nutzen, um besser als nur gut zu sein. Abram: »Der Kunde schätzt innovative Lieferanten, die sich zielstrebig entwickeln und ein Plus für den Kunden bieten.«

Der ›Stamm‹-Maschinenlieferant Bystronic hat das vernommen. Mit der umfassenden Maschinenpalette – Wasserstrahl- und Laserschneiden, Biegen und Abkanten, Automation und Logistik – muss man keine Konkurrenz fürchten.

Effizienz als Ziel

Für die BLT-Verantwortlichen ist der CO2-Laser seit 25 Jahren das dauerlaufende Arbeitspferd im Laserschneidgeschäft – zigmal für tot erklärt, sind CO2-Laser immer noch die vielseitigen Schneidanlagen für Dick und Dünn, ob in Edelstahl, Aluminium oder Stahl, obschon nun massiv leistungsstarke Faserlasersysteme im Multi-KW-Bereich in die Job-Shops drängen, weil sie im dünneren Blechbereich bis 4 mm höhere Schnittgeschwindigkeiten erzielen und gleichzeitig reduzierte Betriebskosten zur Rentabilität und Effizienz beitragen. In den nächsten Jahren wird nach Meinung von Lutz Abram etwa ein Drittel der auszutauschenden oder zusätzlichen Systeme einen Laser mit 1 µm Wellenlänge haben und somit einen wichtigen Beitrag zur Effiziezsteigerung leisten.

Bystronic ist als einer der Pioniere der Integration von Faserlasern seit 2008 in dieser Richtung aktiv und bietet mit der Byfiber ein ausgreiftes Lasersystem für den Job-Shop-Alltag an. Die hohe Strahlqualität sowie einfache Skalierbarkeit der aktuellen Laserleistung erlauben sogar eine höhere als die bisher für maximal gehaltene Schneiddicke.

Mehr Effizienz im betrieblichen Ablauf ist aber auch mit prozessoptimierten Abläufen in der Arbeitsvorbereitung, der Schneidfertigung sowie im Logistiksegment erzielbar, womit sich die Zuverlässigkeit gegenüber dem Kunden erhöht bei gleichzeitiger innerbetrieblicher Kostenoptimierung. Die geradlinige Vernetzung zahlreicher Komponenten im Unternehmen mit einem durchgängigen ERP-System und gezielt angepassten IT-Lösungen sind sicherlich ein weiterer Schlüssel zum Erfolg von BLT.

Die sukzessive Automatisierung der Schneidanlagen mit Systemkomponenten zum zeitparallelen Be-, und Entladen wird die Teilezeit positiv beeinflussen und damit die Schneidkapazität der Laseranlagen aufstocken. Automatisierte Prozesse müssen auch in der Angebots-, und Auftragsbearbeitung umgesetzt werden, wo BLT mit seinem Software-Partner ein Anwendungsprojekt vorantreibt, um baldmöglichst seinen Kunden eine internetbasierende Beschaffung für Laserzuschnitte anbieten zu können und ihnen einen wegweisenden Wettbewerbsvorteil zu ermöglichen.

Gerne groß

Die überformatige XL-Laserschneidanlage bietet neben der reinen Zuschnittsgröße für Bauteile auch additive Vorteile in der Nutzung ganz unterschiedlicher Vormaterialformate als Mischbestückung aus diversen Aufträgen mit unterschiedlichen Dicken und/oder Qualitäten. Damit kann auf insgesamt über 16 qm Schneidtisch der Auftragsdurchlauf signifikant verbessert werden.

Für den Kunden können Zuschnitte im Maxiformat weitere Einsparungen ergeben, weil Konstruktionsteile in einem Stück gefertig werden, Schweissnähte wegfallen oder qualitativ bessere Kantbearbeitungen ausgeführt werden können. BLT-Kunden aus dem Bereich Sonderfahrzeugbau zum Beispiel benötigen übergroße Seiten-, oder Aufbauteile aus Edelstahl oder höherfesten Feinkornbaustählen. Präzise Laserzuschnitte mit passenden Abkantungen können auch in kleinen Stückzahlen marktgerecht und zuverlässig geliefert werden. Kunden aus dem Bereich Wasseraufbereitungstechnik benötigen für immer größer werdende Systeme auch überdimensionale Filter-, also Lochbleche, die auf der XL-Laseranlage von BLT in einem Stück geschnitten werden können.

Ebenfalls wahrlich überformatig ist die 3000 x 8000 mm große Byjet-Wasserstrahlanlage, mit der nahezu alle technischen Materialien getrennt werden können. Für BLT liegen die Schwerpunkte bei Materialdicken über 25 mm für diverse Edelstahl- und Baustahlqualitäten, wo keine Wärmebelastung beim Schneiden gewünscht ist, sowie bei Bunt- und Leichtmetallen wie Aluminium, Messing oder Kupfer. Nahezu jeder Kunststoff oder Verbundwerkstoff lässt sich mittels Wasserstrahlschneiden mit hoher Qualität präzise trennen und einbaufertig herstellen.

Die langjährige Erfahrung der technisch kompetenten Mitarbeiter, gepaart mit permanenter Weiterentwicklung in Anlagentechnik und Organisation, verschaffen BLT eine gute Ausgangsposition für die Zukunft.

Euroblech Halle 12, Stand A30

Erschienen in Ausgabe: 06/2012