Klassik und Moderne

Neben Maschinen fürs Laserschneiden bietet Stiefelmayer jetzt auch welche für das Laserhärten handlicher Teile an.

22. November 2011

Wir wollten unsere Maschinen in gänzlich ungezwungener Atmosphäre präsentieren. Die Oldtimerfabrik Classic, die Tradition und Moderne verbindet, schien uns geeignet zu sein. Das Gebäude: die geschichtsträchtige Kanonenfabrik der Bundesfestung Ulm mit ihrem modernen Anbau. Die Exponate: historische automobile Klassiker und auch Klassiker der Zukunft.

Das passt wir doch bestens zu uns: Stiefelmayer wurde 1874 gegründet. In den Anfängen waren es klassische mechanische Messmittel, die sich zu den Messmaschinentypen weiterentwickelten, die noch heute hergestellt werden. Mit der Lasertechnik schlagen wir wiederum den Bogen von der Tradition zur Moderne.

Was sind die technischen Besonderheiten der neuen Laserschneidmaschine?

Mit unserer Baureihe ›Effective‹ streben wir höchste Dynamik, höchste Genauigkeit bei sehr geringem Energieverbrauch an. Faserlaser ermöglichen eine wesentlich höhere Schneidgeschwindigkeit.

Um dies auch in Präzision umzusetzen, haben wir die bewegten Massen durch Carbonfaserbauteile wesentlich reduziert. Linearmotoren sorgen für eine dynamische, konturgenaue Bewegung. Präzise Maschinenbauteile und höchste Sorgfalt beim Einmessen der Maschinen bringen den Rest.

Wo sehen Sie die wesentlichen Einsatzmöglichkeiten für diese Maschine?

Wir sehen unsere Maschinen zwischen den Fein- und den Blechlaserschneidmaschinen – mit deutlichen Überschneidungen zu beiden Gruppen. Oft sprechen technische oder wirtschaftliche Gründe gegen ein teures Stanzwerkzeug. Die entsprechenden Teile können mit höchster Präzision gelasert werden.

Für einen Lohnanbieter ist doch eine kleine Maschine interessant, auf der er Teile wirtschaftlich fertigen kann, die nicht an jeder Ecke angeboten werden.

Laserhärten ist nicht wirklich neu. Was wollten Sie den Besuchern mit der Präsentation dieser Maschine vermitteln?

Laserhärten von Führungseinheiten für die Messmaschinen war der Einstieg für Stiefelmayer in die Lasertechnik. Durch verzugarmes Härten konnte viel Nacharbeit gespart werden.

Wie soll sich ein Verfahren verbreiten, zu dem es keinen Zugang über eine Standardausstattung gibt?

Unsere Überlegung war ganz einfach: Fürs Laserschneiden gibt es Standardmaschinen, warum nicht auch fürs Laserhärten und -auftragsschweißen? Laserbearbeitung ist eine Präzisionsbearbeitung: feine Härtespuren präzise eingebracht. Nach unserer bald 20-jährigen Erfahrung sind kleinere Bauteile ideal.

Dazu ist eine genaue Maschine erforderlich, die auch über die Bahn ihre Genauigkeit bringt. Laserhärten wird meist sehr fertigungsnah eingesetzt. Unsere HC5 fügt sich nahtlos in eine Reihe CNC-Maschinen ein.

Womit darf man denn bei Stiefelmayer dann in naher Zukunft so rechnen – weitere interessante Neuerungen?

Beim Laserhärten und Auftragschweißen ist momentan nichts Neues geplant. In Ulm wurde die Stiefelmayer ›Effective S‹ mit einer vorläufigen Kabine gezeigt. Hier besteht noch Handlungsbedarf.

Die technische Ausführung der Maschinenbaureihe Stiefelmayer ›Effective‹ mit Faserlaser, Linearmotoren und Carbonfaserbauteilen steht. Die ersten Maschinen haben sich bereits im mehrschichtigen Einsatz bewährt.

Erschienen in Ausgabe: 06/2011