Keine Belichtung ohne Blende

Ohne Licht keine Sicht, das weiß jeder Autofahrer. Doch kaum einer ahnt, dass für optimales Abblendlicht ein elf Gramm leichtes Teilchen sorgt. Die Strahlenkranzblende wird millionenfach von Hühoco in Wuppertal produziert. Das Ausgangsmaterial dafür kommt aus dem Stahlbereich von Thyssenkrupp.

15. Juni 2017
Miniobjekt mit maximaler Wirkung: Das Material für die Strahlenkranzblende in Fahrzeugen namhafter Automobilhersteller kommt als Spaltband von der Rolle, geliefert von Thyssenkrupp in Duisburg. (Bild: Thyssenkrupp)
Bild 1: Keine Belichtung ohne Blende (Miniobjekt mit maximaler Wirkung: Das Material für die Strahlenkranzblende in Fahrzeugen namhafter Automobilhersteller kommt als Spaltband von der Rolle, geliefert von Thyssenkrupp in Duisburg. (Bild: Thyssenkrupp))

Die Duisburger sind Alleinlieferant des 0,55 Millimeter dünnen, feueraluminierten Stahls. Zwar sei die Liefermenge von rund 1.100 Tonnen pro Jahr eher klein, so Frank Rateitschek, Kundenberater bei Thyssenkrupp, aber die Herausforderung an die Herstellung des Nischenproduktes sei umso größer. Bei einem Maß von nur zehn mal fünf Zentimetern pro Bauteil lässt sich daraus jährlich eine unvorstellbare Menge Stahlkranzblenden fertigen.

Eingesetzt werden sie rund um den Globus: Hühoco liefert sie an Lampenhersteller, die wiederum die Autoproduzenten weltweit bedienen. Seit 15 Jahren treibt André Bovenkamp, geschäftsführender Gesellschafter des auf Metallbeschichtung spezialisierten Unternehmens, die Expansion des 1893 gegründeten Familienbetriebs zu einem Global Player mit voran.

Hohen Temperaturen standhalten

„Die Anforderungen sind hoch. Bis zu 400 Grad Celsius müssen die einseitig beschichteten Produkte aushalten“, so Bovenkamp. „Dafür haben wir einen temperaturbeständigen Schwarzlack entwickelt. Ebenso wie der Stahl muss auch unser Lack einiges können, beispielsweise hohe Haftung zum Trägerwerkstoff haben und dennoch formbar sein.

Überall, wo Metall mit Gummi oder Kunststoff eine enge Verbindung eingeht, ist Hühoco gefragt. Etwa drei Viertel des Umsatzes werden aus dem Geschäft mit der Autoindustrie generiert. Viele Produkte findet man im täglichen Leben, wie Gardinenstangen und Laschen für Schnellhefter. Wer in Sicherheitsschuhen seinen Arbeitstag begeht, tut dies höchstwahrscheinlich auf Metalleinlegern, die ihre ersten Produktionsschritte im Bergischen Land durchlaufen haben.