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Keine Angst vor Trojaner

Keine Angst vor Trojaner

Der Trojaner ›Emotet‹ gilt derzeit als die gefährlichste Cyberbedrohung für Unternehmen. Denn ein Emotet-Angriff ist besonders tückisch: Hat dieser Virus einmal den Weg auf einen Rechner gefunden, können Hacker weitere Schadsoftware beliebig oft nachladen. Die Sorge ist daher groß. Dabei kann man sich sehr gut vor dem Angreifer schützen.

20. Dezember 2019
Keine Angst vor Trojaner
Mit geeigneten IT-Sicherheitslösungen kann man sich sehr gut vor Trojanern schützen.
(Bild: Rohde & Schwarz)

Das Unternehmen Krauss-Maffei hat es getroffen, den Aluminiumhersteller Hydro Norsk auch, und jüngst wurde der Maschinenbauer Pilz zum Opfer: Hacker haben die gesamten Unternehmensdaten verschlüsselt und Lösegeld von den Unternehmen gefordert. Laut einer Studie des TÜV ist jeder fünfte IT-Sicherheitsvorfall ein Ransomware-Angriff – nur die bekanntesten Beispiele kommen in die Medien.

Immer häufiger steckt hinter solchen Erpressungsangriffen die Schadsoftware ›Emotet‹. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stuft Emotet in Verbindung mit Ransomware in seinem aktuellen Lagebericht als eine der größten Bedrohungen für Unternehmen ein.

Durch Emotet- und Ransomware-Angriffe entstehen Unternehmen enorme Kosten – auch wenn kein Lösegeld fließt: Ein Großteil der IT-Systeme muss heruntergefahren werden, um eine Verbreitung der Schadsoftware zu vermeiden und die Mitarbeiter müssen automatisierte Arbeitsprozesse plötzlich wieder manuell ausüben, was die Geschäftsabläufe enorm verlangsamt. Zudem ist die Website der betroffenen Unternehmen häufig tagelang nicht erreichbar.

Was macht Emotet so gefährlich?

Emotet ist ein Türöffner. Ist der Trojaner einmal installiert, können die Hacker völlig ungehindert weitere Schadprogramme nachladen. Deswegen stellen Emotet-Angriffe eine ganz neue Qualität von Cyberverbrechen dar: Einmal eingeschleust, ist das angegriffene Unternehmen verschiedensten Angriffsszenarien ausgeliefert.

Professionelle Hacker-Banden können auf diese Weise langfristige Angriffsszenarien planen und angegriffene Rechner zu Bot-Netzen zusammenführen. Mit diesen lassen sich beispielsweise Dos-Angriffe ausüben. Dabei werden massenhaft Anfragen an eine Webseite gerichtet, bis deren Service zusammenbricht. Buchungssysteme, Online-Shops und Online-Banken werden auf diese Weise lahmgelegt.

Sehr häufig nutzen Hacker Emotet als Vorbereitung für Ransomware-Angriffe. Mithilfe von Emotet lassen sich aber auch Tools nachladen, die einen Fernzugriff auf den Rechner ermöglichen, um Daten auszuspionieren, zu manipulieren oder zu entwenden. Unternehmen merken meist zu spät, dass sie Opfer eines solchen Angriffs geworden sind – zum Beispiel dann, wenn interne Daten im Internet auftauchen.

Wie gelangt Emotet in das IT-System?

Emotet wird mithilfe gefälschter E-Mails, sogenannter Phishing-E-Mails, auf Unternehmensrechnern eingeschleust. Diese sehen heute so echt aus, dass es nur schwer ist, sie als Fälschungen zu erkennen. Hinter dem Versand stecken professionelle Hacker-Banden, die in regelmäßigen Abständen eine regelrechte Phishing-Flut initiieren.

Die Malware wird über eine angehängte Datei eingeschleust. Der Trick: Der Empfänger wird aufgefordert, bestimmte Einstellungen am PC vorzunehmen. Wer dieser Aufforderung nachkommt, lädt Emotet auf seinen PC. In seltenen Fällen ist die Schadsoftware bereits in das angehängte Dokument verpflanzt. Einmal angeklickt oder heruntergeladen, ist das System infiziert.

Sobald ein Rechner befallen ist, meldet sich Emotet beim Server des Hackers zurück. Dieser weiß dann, dass der Angriff erfolgreich war und kann weitere Malware einschleusen. Parallel dazu liest Emotet Inhalte aus Outlook-Postfächern aus. Die gesammelten Informationen nutzen die Täter zur weiteren Verbreitung der Schadsoftware. Opfer erhalten beispielsweise gefälschte Antworten eines bekannten Kontaktes. Das führt dazu, dass der Spam echt wirkt und mit hoher Wahrscheinlichkeit geöffnet wird.

Wie kann man sich vor Emotet schützen?

Aufgrund der hohen Zahl an professionellen Phishing-E-Mails reichen Mitarbeiterschulungen zum Schutz vor Emotet nicht aus. Fehler lassen sich kaum vermeiden. Auch Antivirenlösungen und klassische Firewalls können den Schädling nicht abhalten. Stattdessen braucht es Sicherheitslösungen, die nicht nur auf Angreifer reagieren, sondern diese proaktiv aus dem IT-System fernhalten.

Um einen PC vor Emotet zu schützen, sollte vor allem der Internetzugang gesichert werden. Am konsequentesten ist das durch eine Trennung von Internet und internem Netzwerk möglich. Praktisch umsetzen lässt sich das mit einem virtuellen Browser: Als Erweiterung zur hardwarebasierenden Komponente wird dazu eine softwarebasierende, virtuelle ›Surfumgebung‹ geschaffen. Die Nutzer arbeiten mit einer vom Betriebssystem separierten Maschine. Der Vorteil: Anstatt schädliche Codes zu erkennen, werden alle potenziell gefährlichen Aktivitäten in diesem virtuellen Browser isoliert. Jeder Browser-Start beseitigt die Schädlinge und versetzt den Browser in seinen Ausgangszustand.

Selbst wenn Emotet über einen USB-Stick einen Weg ins Netzwerk findet, ließe sich der Angriff aufhalten: Um den Schädling zu aktivieren und weitere Schadsoftware nachzuladen, wäre der Zugang zum Internet notwendig, der jedoch durch die strikte Trennung bei einem virtuellen Browser nicht möglich ist. Auch infizierte Dokumente lassen sich in dieser gesicherten Umgebung betrachten: Falls es sich um einen toxischen Anhang handelt, kann dieser nicht auf das Betriebssystem des PCs zugreifen.

Zugang zum Unternehmensnetzwerk gewinnen die Angreifer allerdings nicht nur über PCs vor Ort. Längst nutzen Mitarbeiter zunehmend Notebooks, Tablets, Smartphones und IoT-Geräte im Ökosystem der IT-Abteilungen. Um auch diese Geräte zu schützen, eignen sich Rundumpakete: Ein sicherer VPN-Client schützt die Netzwerkkommunikation des Endgerätes über das Internet.

Entscheidend für die Sicherheit ist auch, dass der VPN-Client zu keinem Zeitpunkt den Zugriff des Gerätes auf ein ungeschütztes Netzwerk erlaubt. Eine zusätzliche Festplattenvollverschlüsselung sorgt dafür, dass das Gerät lokale Daten sicher speichert. Wird die Lösung durch einen virtuellen Browser ergänzt, sind die Endgeräte auch vor Angriffen aus dem Internet geschützt.

Und wenn es zu spät ist?

Ein Emotet-Befall bleibt meist unentdeckt, bis es zu Folgeangriffen kommt. Handelt es sich um Ransomware, sollten Unternehmen auf keinen Fall den Lösegeldforderungen nachkommen. Denn eine erfolgreiche Erpressung motiviert den Angreifer weiterzumachen. Zusätzlich finanzieren Lösegelder die Weiterentwicklung von Schadsoftware und fördern deren Verbreitung.

Das BSI empfiehlt, stattdessen Strafanzeige zu erstatten. Denn polizeiliche Ermittlungen ermöglichen Untersuchungen, die Betroffene selbst meist nicht durchführen können, wie etwa die Überwachung verdächtiger Server. Zusätzlich sollten Betroffene infizierte Rechner umgehend vom Netz trennen, um den Schaden einzugrenzen.

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