Purem entwickelt und fertigt am westfälischen Standort Unna hoch effektive Abgasreinigungsanlagen für die Dieselmotoren schwerer Nutzfahrzeuge. Denoxierungssysteme wie SCR (Selective Catalytic Reduction) erfüllen die absehbar immer strengeren Normen. Gasdichte, mechanisch und chemisch stabile Kat-Gehäuse schweißen die Fachleute aus korrosionsfestem, bis zu 60 mm dickem Edelstahlblech 1.4301. Sie setzen dabei auf Spitzentechnologie und auf Automatisierung. Das innovative CMT (Cold Metal Transfer)-Verfahren von Fronius gewährleistet bei null Spritzern geringeren Wärmeverzug und schnelleres Fügen als herkömmliche Lichtbogen-Prozesse. Hinzu kommen entscheidende Vorteile beim Verknüpfen mit dem Roboter. Die Purem-Experten berichten nach eineinhalb Jahren Fertigungspraxis von sehr guten Erfahrungen hinsichtlich Flexibilität, Produktivität und Qualitätssicherheit. Hervorragende Qualität kennzeichnet die Katalysatorgehäuse, die Purem für Busse, Einsatzwagen der Feuerwehr und andere große, dieselbetriebene Sonderfahrzeuge primär aus dem DaimlerChrysler-Konzern fügt. Rund dreißig Meter beträgt die Gesamtlänge der Schweißnähte, die an einem Kat-Gehäuse z. B. für den Mercedes-Reisebus verlaufen. Circa 15.000 SCR-Kats jährlich bzw. 50 bis 60 Stück arbeitstäglich produziert das ISO-16949-zertifizierte Unternehmen Purem. Die geringen Losgrößen erfordern unter marktwirtschaftlichen Wettbewerbsbedingungen erstens höchste Flexibilität und Offenheit der Schweißsysteme, zweitens einen hohen Automatisierungsgrad. Die Schweißtechniker in Unna lösen diese Aufgabe seit Sommer 2005 erfolgreich mit vier Roboter-Schweißzellen, die mit insgesamt 8 CMT-Schweißsystemen von Fronius ausgestattet sind. Jede Zelle übernimmt einen definierten Teilschritt. So erreichen die Betreiber die erforderliche Flexibilität.

ANZEIGE

Spritzerfreiheit und Gasdichtheit sind in dem chemischen Reaktorraum des Katalysator-Moduls geboten. Laut Betriebsleiter Dr. Wolfgang Bässler unterliegen die Qualitätsmerkmale der Schweißergebnisse bei Purem einem innovativen, permanenten und lückenlosen Kontroll- und Dokumentationssystem. CMT erfüllt die hohen Ansprüche, so die Erfahrung der Schweißpraktiker in Unna nach über 18 Monaten Praxis. Zu den spezifischen Vorteilen des "kalten" CMT-Prozesses wie Maßhaltigkeit und Oberflächengüte ohne Nacharbeit kommt bei Purem der Vorteil der CMT-typischen integrierten digitalen Steuerung. Rechnergestützt vernetzt, bildet sie die optimale Anbindung an den Roboter und die Qualitätskontrolle. Der Prozess des CMT- Schweißens zeichnet sich gegenüber dem konventionellen Verfahren durch drei Hauptmerkmale aus: Eine reversierende Drahtbewegung, die in die digitale Prozesssteuerung integriert ist, den deutlich reduzierten Wärmeeintrag in das Werkstück und den spritzerfreien Werkstoffübergang.