Kapazitäten frei für Lohnzuschnitt

Der Anlagen-, Metall- und Stahlbauer AMS Alteno suchte ein neues Schneidsystem mit hoher Flexibilität und exakter Wiederholgenauigkeit, um ein Alleinstellungsmerkmal in der Region zu erziehlen. Die Lösung: eine Plasmaschneidanlage der Baureihe MG von Microstep zur 3D-Bearbeitung von Blechen, Rohren und Profilen.

23. April 2018
Die MG-Plasmaschneidanlage bei AMS Alteno wurde mit Technologien zur 3D-Bearbeitung von Flachmaterial und von Rohren und Profilen konfiguriert. Auf der Anlage können 2D-Zuschnitte wie auch 3D-Zuschnitte und nachträgliche Fasen zur Schweißnahtvorbereitung angebracht werden. (Bild: Microstep)
Bild 1: Kapazitäten frei für Lohnzuschnitt (Die MG-Plasmaschneidanlage bei AMS Alteno wurde mit Technologien zur 3D-Bearbeitung von Flachmaterial und von Rohren und Profilen konfiguriert. Auf der Anlage können 2D-Zuschnitte wie auch 3D-Zuschnitte und nachträgliche Fasen zur Schweißnahtvorbereitung angebracht werden. (Bild: Microstep))

Die Geschichte von AMS Alteno und Wolffkran ist eng verwoben. Denn der Spezialist für Anlagen-, Metall- und Stahlbau und der Hersteller von Turmdrehkränen pflegen im brandenburgischen Luckau eine enge Partnerschaft – von der beide Seiten profitieren, seitdem der Kranexperte 2009 einen Produktionsstandort in unmittelbarer Nachbarschaft zur AMS Alteno UG errichtet hat.

„Wir haben mit sechs Arbeitern und drei oder vier Produktgruppen angefangen, die wir für Wolffkran produzierten“, blickt Steffen Hein zurück. „Heute fertigen wir mit 30 Mitarbeitern 1.000 sich wiederholende Teile mit Losgrößen von zwei bis zehn Stück“, sagt der Geschäftsführer der AMS Alteno. Dabei kann Wolffkran auf die Stärken des Job-Shop-Centers vertrauen. „Wir arbeiten beinahe just-in-time und sind sehr flexibel. Viele Sachen liefern wir innerhalb von 24 Stunden“, so Hein.

Kunden verlangen nach schnelleren Lieferzeiten

Mit dem Wachstum an Mitarbeitern und Produkten wurde AMS Alteno im Laufe der Zeit vor Probleme gestellt. Die Lieferzeiten der Lohnschneidbetriebe waren nicht vereinbar mit den Anforderungen der Produktion, eine zufriedenstellende Schneidlösung mit einem Handplasmaschneider hielt den Ansprüchen nicht mehr Stand – Bauteile wurden komplexer mit vielen langen Löchern und zahlreichen Schweißnahtanarbeitungen. Zudem verlangte der Hauptauftraggeber schnellere Liefertermine.

Modernisierung oder Reduzierung der Mitarbeiter

„Wir haben gesehen, dass wir einen wahnsinnigen Aufwand betreiben mit viel Manpower. Viele Leute waren nur mit Materialhandling, Dokumentation oder manuellen Arbeiten beschäftigt“, sagt Steffen Hein, der vor der Entscheidung stand: Portfolio und Mitarbeiter reduzieren wegen zu hoher laufender Kosten oder in CNC-Technologie investieren.

So schaute sich das Entscheidungsgremium auf Messen und im Internet um, welche Schneidtechnologien auf dem Markt verfügbar sind, welche die notwendige Präzision mit der geforderten Leistungsfähigkeit und Flexibilität kombinieren kann. Hier half ein Besuch im 30 Kilometer entfernt gelegenen Kjellberg-Technologiezentrum in Finsterwalde.

Nach der Sichtung der dort ausgestellten Schneidanlagen fiel die Entscheidung schnell auf Microstep. Ausschlaggebend war das endlosdrehende Fasenaggregat zur 3D-Bearbeitung von verschiedenen Materialien und Werkstücken. Steffen Hein erklärt: „Wir hatten uns mit der Rohrbearbeitung ein Alleinstellungsmerkmal in der Region herausgesucht. Bei Kjellberg haben wir dann Versuche durchgeführt, um zu sehen, ob es mit dem endlosdrehenden Fasenaggregat so funktioniert, wie wir uns das vorstellen.“

Es funktionierte, die Kaufentscheidung war gefallen. Seit Mitte 2017 hat AMS Alteno eine Plasmaschneidanlage der Baureihe MG von Microstep mit der Technologie zur 3D-Bearbeitung von Blechen, Rohren und Profilen. Zudem entschied sich das Unternehmen für die Installation der ABP-Technologie, mit der an bereits geschnittenen Bauteilen nachträglich Fasen zur Schweißnahtvorbereitung angebracht werden können.

Hierbei kommt ein Laserscanner zur Erfassung des Bauteils zum Einsatz, der für außerordentlich präzise Ergebnisse bei der Profilbearbeitung sorgt: Durch den am Portal angebrachten Laserscanner wird im Schneidbereich das Profil in 3D erfasst und die gesamte Geometrie gescannt. Diese wird in der 3D-CAM-Software M-CAM eingelesen, die Abweichungen zur Idealkontur berechnet und die Parameter automatisch korrigiert sowie die Schneidpfade exakt positioniert.

Zeiteinsparung im Materialhandling um 30 Prozent

Die Investition hat sich für AMS Alteno gelohnt: Wo früher viele Teile auf verschiedenen Maschinen mit Scheren geschnitten, gestanzt und manuell bearbeitet wurden, wird heute der gesamte Auftrag an einer Maschine abgearbeitet. „Allein bei den Handlingzeiten haben wir mit dem Brennautomaten Einsparungen von 30 Prozent.“ 

Bearbeitet wird beim Metall- und Anlagenbauer vorrangig Baustahl, aber auch Edelstahl und Alu-Riffelblech von 1,5 bis 60 Millimetern Stärke – rund 50 Tonnen Material werden monatlich auf der Anlage vorbereitet. Sogar Kunden, die Laserteile anfragen, werden je nach Anforderung mit der Plasmaschneidanlage bedient. Betrieben wird die Anlage in zwei Schichten mit einem Auslastungsgrad von rund 70 Prozent. Kapazitäten, die auf dem Markt für Lohnzuschnitt frei werden und bereits angeboten werden.

Rund neun Monate nach der Inbetriebnahme der MG Plasmaschneidanlage fällt das Urteil von Steffen Hein durchwegs positiv aus: „Durch die Vielseitigkeit der Anlage können wir alles aus einer Hand anbieten. Wir haben bei Microstep das Gefühl, wir sind in guten Händen. Auch bei der Service-Hotline wird uns immer schnell geholfen.“