Ivica Kolaric

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Zur Motivation: Nanotechnologie ermöglicht den für Elektromobilität notwendigen Leichtbau, denn jedes Kilogramm Masse zählt.

15. September 2011
»Generell ist es ein vorrangiges Ziel der Forschung, die Produktionstechniken sicher zu gestalten.«
Bild 1: Ivica Kolaric (»Generell ist es ein vorrangiges Ziel der Forschung, die Produktionstechniken sicher zu gestalten.«)

Über den Lösungsweg: Wichtig sind extrem hochfeste Werkstoffe, die sich zuverlässig verarbeiten lassen.

Zur Nanotechnologie: Ein wunderbares Mate-rial zum Verstärken von Werkstoffen sind Carbon Nanotubes (CNTs), die es als Single- Wall- und als wesentlich robustere Multi-Wall-CNTs gibt. Wir nutzen aber auch Carbo-Nanocorns und Graphene, für die 2010 der Nobelpreis für Physik verliehen wurde.

Über das Hauptproblem in der Verarbeitung: Dispergieren (etwa mit Ultraschall) führt zur Zerstörung der Kohlenstoffpartikel. Generell ist es Ziel, die Produktionstechnik sicher zu gestalten.

Leichtbau-Vision: Ich sehe im Bereich der Metal-Matrix-Composites sehr gute Eigenschaften hinsichtlich Festigkeit, Reibung und Ausdehnung. Die Zukunft gehört dem CNT-modifizierten Leichtbau, den dann Six-Sigma-zertifizierte Betriebe anbieten.

Zu den aktuellen Kosten: Eingesetzt werden die CNTs im Bereich von 0,5 bis 2,0 Gewichtsprozenten. Die Materialkosten variieren von 40 bis 160 Dollar pro Kilogramm. Es ist also bezahlbar und nicht mehr der Hauptkostenfaktor. Die Kosten lassen sich langsam beherrschen, denn mit steigendem Einsatz werden die Preise sicher fallen.

Chancen für Großserienproduktion: Die Fertigungsprozesse lassen sich hochskalieren.

Ivica Kolaric, Abteilungsleiter Nanotechnology am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie und Automatisierung IPA, Stuttgart

Erschienen in Ausgabe: 01/2011