Italien: Bestellungen von Werkzeugmaschinen steigt im 3. Quartal um 25 %

UCIMU und CONFIDI gemeinsam für eine Kreditlinie von 20 Millionen Euro für die Finanzierung der Aufträge

02. Dezember 2010

„Der stagnierende Inlandsmarkt, die schwache Nachfrage und niedrige Konsumzahlen sind die Alarmzeichen für den technischen Nachholbedarf der italienischen Industrie. Was Not tut, sind sofortige freie Abschreibungen und Steuerbegünstigungen für in Maschinen reinvestierte Gewinne”, fordert Giancarlo Losma, Präsident von Ucimu-Sistemi per Produrre, dem Verband der italienischen Hersteller von Werkzeugmaschinen.

Ein positives Vorzeichen steht vor dem Index der Bestellungen italienischer Werkzeugmaschinen, der im dritten Quartal 2010 einen Zuwachs von 24,9 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres verzeichnet. Damit setzt sich der seit Anfang 2010 registrierte Wachstumstrend fort, aber der absolute Indexwert ist nach wie vor sehr niedrig, er liegt nämlich bei 46,7 (Basis 2005=100). Die vom Zentrum für Studien und Unternehmenskultur des Verbandes Ucimu-Sistemi per Produrre ermittelten Zahlen zeigen für den Zeitraum Juli bis September eine deutliche Diskrepanz zwischen der Entwicklung der Bestelleingänge auf dem Inlands- und dem Auslandsmarkt.

Der Motor des Aufschwungs ist die Nachfrage aus dem Ausland: Denn der Index der Bestellungen aus dem Ausland steigt um 56,8% gegenüber dem dritten Quartal 2009 auf einen absoluten Indexwert von 86,4.

Ein negatives Vorzeichen steht umgekehrt vor dem Index der Inlandsaufträge, der mit dem Auslaufen der Tremonti-Ter-Regelung per 30. Juni einen Rückgang um 22,6 % auf einen absoluten Wert von 15,4 verzeichnet. Aus der Analyse der Chronologie der Bestelleingänge geht hervor, dass der absolute Indexwert nie zuvor derart niedrige Niveaus erreicht hatte. Der Indikator weist somit eindeutig auf eine konkrete Gefahr für die ganze Industrie des Landes hin. Das Unterlassen der Modernisierung des Maschinenparks über einen dermaßen langen Zeitraum wird sich in kürzester Zeit auf die gesamte Produktion der italienischen Hersteller auswirken.

„Das Wiederanspringen der Investitionen in Produktionsmittel seit nunmehr drei aufeinander folgenden Quartalen“, so Giancarlo Losma, „bei Robotern, Automationssystemen und Hilfstechnologien, „darf uns nicht in die Irre führen: Der Inlandsmarkt stagniert, die Nachfrage ist schwach und die Konsumzahlen sind nach wie vor niedrig. All das ist alarmierend, denn es zeigt von der Tendenz unserer Herstellerbranche hin zu einer dauernden technologischen Rückständigkeit, die zum endgültigen Verlust der Wettbewerbsfähigkeit Italiens insgesamt führen wird.”

„Und eben deswegen“, so Giancarlo Losma weiter, „weist Ucimu-Sistemi per Produrre erneut auf die Notwendigkeit sofortiger Maßnahmen von Regierungsseite hin und fordert die Einführung eines Systems freier Abschreibungen, nach dem Modell dessen, was gerade erst von der US-amerikanischen Regierung beschlossen wurde, um die Nachfrage wieder in Schwung zu bringen. Wir sind überzeugt davon, dass dieses System als Anreiz für Investitionen in Produktionsmittel wirken kann und eine Liberalisierung der Abschreibungen, die ja nur einer bloßen zeitlichen Verschiebung der Steuereinnahmen gleichkäme, durch die Steuervorschreibungen aus den Maschinenverkäufen noch mehr Gelder in die Staatskasse fließen ließe.”