Irgendwann wollen ihn alle

Arc Welding Symposium 2007

bbr besuchte Fanuc Robotics in Neuhausen und traf hier unter anderem auf den neuen ARC MATE 100iC-Schweißroboter.

09. Januar 2008

Irgendwann wollen ihn alle, den Bahnschweißroboter, der über die Möglichkeit verfügt, das Schlauchpaket innen zu verlegen. Das garantiert mehr Sicherheit und längere Standzeiten für die Schlauchpakete. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Fanuc Robotics hier mit einem passenden Modell zur Hand ist - dem neuen Arc Mate 100iC. Er wurde anlässlich des Arc Welding Symposiums 2007 von Fanuc Robotics erstmals in Deutschland vorgestellt.

Netzwerker

„Wir wollen mit unserem Symposium Netzwerke zu unseren Systempartnern und Kunden bilden und stärken“, erklärte Gerald Mies, seit Januar 2004 Geschäftsführer der Fanuc Robotics Deutschland GmbH, bei der Eröffnung des Symposiums in Neuhausen, nahe Stuttgart. Ob SKS, Fronius oder Kemppi, ob Lincoln Electric oder Migatronic, Fanuc Robotics hat viele Schweißspezialisten an Bord, die gemeinsam mit den Roboter- und Steuerungsexperten oftmals hochspezialisierte Anlagen erstellen. Und natürlich gelingt dies in enger Absprache mit den Kunden. Die rund 100 Gäste erwarteten in der nagelneuen Fabrik von Fanuc Robotics - unweit des Stuttgarter Flughafens -, neben den kurzen, informativen Vorträgen der Fanuc-Mannen auch zwei interessante Anwendervorträge sowie die Vorstellung des neuen Roboters. Karl Lammer von der Firma Magna Cosma (das Unternehmen hat weltweit 4.000 FANUC Arc-Schweißroboter im Einsatz, insgesamt 6.000 Roboter) und Gerd-Volker Klaas von EuRob Engineering stellten beispielsweise ihre hochinteressanten Anlagen vor. So zeigt Lammer im Film, wie eine kompakte Fanuc-Schweißzelle in der Entwicklungsabteilung von Cosma (in Weikersdorf bei Wien) vollautomatisch Achsbauteile von Automobilen schweißt. Und Gerd-Volker Klaas erläuterte am „Bomag Projekt“, wie effizient die Zusammenarbeit zwischen seinem Unternehmen, Fanuc, Abicor-Binzel und dem Kunden Bomag abgelaufen ist. Sein Ingenieurbüro entwickelte eine vollautomatische Schweißanlage mit zwei Fanuc Robotern, auf der Verdichterwalzen und -räder (für fahrbare Walzen, die auf Müllhalden den Müll verdichten) mit maximal 1.900 Millimetern Durchmesser und 6.500 Kg Gewicht gefertigt werden. Dank der Anlage mit der gewaltigen Abschmelzleistung von 15,5 Kg-Schweißzusatzstoffe pro Stunde kann Bomag diese Bauteile nun rund 30 Prozent schneller fertigen als zuvor.

Klein, stark, schnell und sicher

Doch nun zum neuen Schweißroboter mit Hohlarm von Fanuc Robotics. Eigentlich ist der Arc Mate 100 iC eine Weiter- und nicht eine komplette Neuentwicklung. Daher stellte der Product Manager Arc, Josef Fruhmann, die Veränderungen gegenüber den bisherigen Roboter-Modellen besonders heraus: „Der Arc Mate 100iC kann statt 6 Kg nun eine Traglast von 10 Kg aufnehmen. Durch das „Dress out“ können die Brennerschlauchpakete einfach innen verlegt werden (von Achse 1 bis 3). Die Hand verfügt über eine 50 mm-Hohlachse. Die Vorschubgeräte für den Schweißdraht lassen sich einfach montieren. Durch verbesserte Achsgeschwindigkeiten erhöht sich die Produktivität um 15 Prozent. Natürlich lässt sich jeder konventionelle Brenner, wie Doppeldraht, WIG, CMT et cetera extern montieren. Platzsparender wird der ArcMate durch den schlankeren Roboterarm und -sockel (der Robotersockel ist 15 Prozent kleiner) und zudem kann der Roboter in jeder Position (also auch an der Decke) montiert werden. Durch die schlanke Bauweise hat sich der Störkreis im vergleich zum AM100iB um 6 Prozent verringert. Der Arc Mate 100iC hat mit 1.420 mm die größte Reichweite seiner Klasse und die Achse 5 lässt sich um Plus-Minus 190 Grad drehen.“ Zudem stellte Josef Fruhmann noch den künftigen Bruder des Arc Mate 100iC vor. Die Langarmversion mit 1.632 Millimetern Reichweite kann eine Traglast von 6 Kg aufnehmen.

Teamfähig

„Entscheidend für die Praxis werden Beweglichkeit und Arbeitsbereich sein“, sagte Klaus Wagner, Geschäfts-führer Technik der Fanuc Robotics Deutschland GmbH, bei der Präsentation des Roboters. Das extrem schlanke Design des Arc Mate 100iC und die hohen Bewegungsgeschwindigkeiten unterstreichen dies. „Flip over“ arbeiten zu können, zahlt sich insbesondere bei Überkopfmontage aus, denn so kann der komplette Arbeitsbereich genutzt werden.

Dass der ARC Mate als typischer Bahnschweiß-Roboter konzipiert wurde, ist am intern verlegten Schlauchpaket zu erkennen. Vom Robotersockel bis zum Brenner werden Draht, Gas und Energieversorgung verdeckt geführt. Das soll vor allem längere Standzeiten mit sich bringen, denn in der Praxis sind „frei fliegende“ Leitungen und Schläuche gefährdet. Der Roboter lässt sich natürlich auch paarweise oder als Triple-Arm-Roboter einsetzen. Die Koordination übernimmt die Fanuc-Steuerung. Der Preis des neuen Roboters soll in der Standardausführung 33.300 Euro betragen. Und noch etwas zum Schluss. Wenn Sie in letzter Zeit statt GE Fanuc nun Fanuc GE gelesen haben sollten ist das kein „Firmendreher“ sondern wird den neuen Mehrheitsverhältnissen des Jointventure in Europa gezollt. Seit Anfang 2007 hat Fanuc hier die Aktienmehrheit übernommen.

Erik Schäfer