Intralogistik voll flexibilisieren

Darauf hat der Produktioner schon lange gewartet: Jetzt kommt die Formatverstellung auf Knopfdruck im Transportsystem. Möglich macht dies das Multi-Carrier-System. Diese frei konfigurierbare Transport-Systemlösung ist eine Gemeinschaftsentwicklung von Festo und Siemens, deren Flexibilität überzeugt. Der Clou: Es lässt sich einfach und exakt synchron zum Prozess in die vorhandene Intralogistik einbinden.

07. Mai 2015
Im internen Transportsystem einer Anlage können die fixierten Wagen des Multi-Carrier-Systems in einem Umlaufsystem von einer Seite der Anlage zur anderen transportiert werden. (Foto: Festo AG & Co. KG)
Bild 1: Intralogistik voll flexibilisieren (Im internen Transportsystem einer Anlage können die fixierten Wagen des Multi-Carrier-Systems in einem Umlaufsystem von einer Seite der Anlage zur anderen transportiert werden. (Foto: Festo AG & Co. KG))

Die Bewegung der Transportwagen im flexiblen Transportsystem lässt sich leicht und schnell auf unterschiedliche Formate, Größen und Produktarten und sogar saisonale Anforderungen anpassen. Flexibilität heißt hier ganz konkret: Die Transportwagen werden frei ins Multi-Carrier-System ein- und ausgeschleust. Die Anbindung an die vorhandene Intralogistik ist denkbar einfach. Die Transportwagen können beschleunigt, verzögert und frei positioniert werden.

Bewegungsprofil frei einstellbar

Die Transportwagen lassen sich völlig frei untereinander nutzen. Möglich ist auch der Mix unterschiedlicher Wagen- und Produktkonfigurationen auf einem System. Anwendungsspezifische Halter und Adapter für Produkte auf dem Wagen machen es hoch individuell. Das Bewegungsprofil im Multi-Carrier-System ist für jeden Wagen frei einstellbar.

Das Multi-Carrier-System ist bis 4 m/s schnell und glänzt mit einer Beschleunigung bis zu 50 m/s – ruckfrei und präzise. Es lässt sich an beliebiger Position starten und stoppen. Und es ist frei zum Prozess synchronisierbar. Verkürzte Umrüstzeiten, eine nahezu nahtlose Formatumstellung und reduzierte Wartungskosten durch den geringeren Verschleiß sind weitere Pluspunkte des vielseitigen Transportsystems.

Integriertes Steuerungskonzept

Das Multi-Carrier-System ergänzt klassische Transportlösungen – genau da, wo es der Prozess erfordert. Die anderen Transportstrecken bleiben unverändert oder können mit einem günstigen klassischen Fördersystem oder Förderband aufgebaut werden. Linearmotoren sorgen für die Bewegung und genaue Positionierung der Transportwagen. Das integrierte Steuerungskonzept erlaubt zum einen die Steuerung der Transportbewegungen und zum anderen Motion-Control-Funktionalität und die Koordination weiterer Maschinenmodule.

Jeder Transportwagen kann sich völlig frei und unabhängig von allen anderen auf dem Multi-Carrier-System bewegen. Dabei können sie sich kollisionsfrei aufeinander zu bewegen und sind leicht zu positionieren. Auch können mehrere Transportwagen gruppiert und mit fixen Abständen synchron bewegt werden.

Reduzierte Schnittstellen

Aufgrund des einfachen, modular aufgebauten mechanischen Grundsystems, das aus Linearmotoren, Grundprofil und Laufrollenband besteht, kann die kundenspezifische Konfiguration exakt auf die individuelle Anwendung abgestimmt werden. Die Steuerung von Siemens erlaubt die vollständige Integration von Steuerungs- und Motion-Control-Aufgaben für das Gesamtsystem und beschert dem Multi-Carrier-System noch mehr Flexibilität.

Neben der Bewegungssteuerung des Transportsystems kann sie die Bewegungskoordination mit anderen servogetriebenen Maschinenmodulen wie etwa Füller oder Kartonierer übernehmen. Das reduziert die Schnittstellenzahl erheblich und erlaubt eine flexible Integration des kompletten Systems beim OEM.

Individuell kombinierbar

Praktisch ist auch die Integration und übergabefreie Anbindung an die vorhandene Intralogistik zwischen zwangsgeführten Strecken des Multi-Carrier-Systems und frei beweglichen Strecken, die individuell kombinierbar sind. Das Multi-Carrier-System von Festo und Siemens bietet dem Maschinenbau ganz neue Facetten der Flexibilität – dank Modulbauweise und einfacher Implementierung.