Intelligente Stromversorgung

Wissen, wie sich der Markt entwickelt, kann sich gerade im Energiebereich in barer Münze auszahlen. Augen auf beim Stromeinkauf und bei der Gestaltung der Verträge heißt es da, auch was die Laufzeiten betrifft. Pumpenhersteller Fristam setzt hier auf „Enercity“ die positive Energie der Hannoveraner Stadtwerke.

17. Oktober 2005

Bilanzbuchhalter Jörn Bierkamp, 30 Jahre, zeichnet bei dem mittelständischen Unternehmen neben der buchhalterischen Tätigkeit und Versicherungsangelegenheiten auch gleich für die Beschaffung von elektrischer Energie verantwortlich. „Die Stromversorgung hat für uns einen sehr wichtigen Stellenwert“, sagt Bierkamp. Schließlich sei die nahtlose Lieferung von elektrischer Energie Grundlage für die Herstellung der Pumpen. Für die Produktion kommen leistungsstarke CNC-Maschinen sowie konventionelle Drehbänke zum Einsatz.

Wie hoch der Anteil des Stroms am gesamten Einkauf von Produktionsgütern ist? „Vergleichsweise gering“, sagt Bierkamp. „Der Strom macht etwa 1 % aus. Trotzdem handelt es sich um einen beachtlichen Posten. Und ohne Elektrizität ginge gar nichts.“ Daher hat der Stromeinkauf eine große Bedeutung. Konkret benötigt Fristam 550.000 Kilowattstunden im Jahr.

Von der Preisentwicklung verschont

Dass Fristam von den Preiserhöhungen in der jüngeren Vergangenheit verschont geblieben ist, hat das Unternehmen dem Abschluss eines Zwei-Jahres-Vertrages zu verdanken. Diesen schloss Bierkamp Anfang des Jahres 2003 mit den Stadtwerken Hannover, die mit ihrer Marke „Enercity - Positive Energie“ bundesweit aktiv sind. Und gerade vor kurzem hat Fristam die Verein­barung mit den Stadtwerken Hannover um weitere zwei Jahre verlängert.

Bierkamp hat für die Auswahl des Lieferers jetzt zum zweiten Mal einen externen Energieberater, den ehemaligen Vertriebsleiter eines großen Energieversorgers, eingesetzt: „Er ist Fachmann in der Materie und übernimmt für uns die Ausschreibungen. Daher wissen die Versorger exakt, was sie anbieten sollen. So zum Beispiel wie sich die Betriebsstunden auf den Gesamtbedarf verteilen.“ Es müsse also nicht hinterher nach­gebessert werden, sagt Bierkamp. „Die Anfragen passen genau.“

Wieso sich Fristam erneut für eine Zusammenarbeit mit „Enercity“ entschieden hat? Bierkamp hat die Erfahrung gemacht, dass die Abrechnungen von dem Energieversorger aus Hannover klar und verständlich sind. „Außerdem stehen die Stadtwerke Hannover uns zur Seite, wenns mal Sorgen gibt.“ Der Bilanzbuchhalter berichtet, dass es nach dem Wechsel vom bisherigen Stromlieferanten in 2003 Anlaufschwierigkeiten mit dem Lastmanagement gegeben hätte. Der Grund: „Den Impulsgeber, der zum Messen der aktuellen Watt-Leistung eingesetzt wird, hatte unser ehemaliger Versorger zur Verfügung gestellt. Und nach dem Wechsel zu Enercity verhielt sich der alte Lieferant zuerst etwas kompliziert, was den weiteren Gebrauch der Technik anging.“ Key Account Manager Andreas Wahl von den Stadtwerken Hannover, der Fristam betreut, habe dann die unangenehmen Gespräche in die Hand genommen und eine Lösung für das weitere Verwenden des Impulsgebers gefunden.

Die Möglichkeiten des Lastmanagements nutzt der Pumpenhersteller konsequent. Erfolg des zielgerichteten Vorgehens: Teure Lastspitzen fallen weg. „Gleichmäßiger Verbrauch ist ein wichtiger Faktor“, sagt Bierkamp.

Schließlich würden hohe Kosten immer dann entstehen, wenn der Bedarf an elektrischer Energie zu einem bestimmten Zeitpunkt besonders hoch sei. „Das passiert beispielsweise dann, wenn zur selben Zeit mehrere stromintensive CNC-Maschinen und zusätzlich einige Pumpen mit hoher Leistung auf dem Prüfstand laufen.“ Um Lastspitzen zu vermeiden, sind in der Produktion am Test- und Prüfstand digitale Anzeigen angebracht. „An diesen erkennen die Mitarbeiter, wie viel Leistung gerade in Anspruch genommen wird. Sollte der Verbrauch in dem Moment hoch sein, warten sie noch eine Viertelstunde. Erst dann nehmen sie die nächste Pumpe in Betrieb.“

Volker Gebhart

FaktenEnergetische Pumpenbauer

Fristam bewegt sich in einer Nische. Das Hamburger Unternehmen hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von hygienischen Pumpen spezialisiert. Fristam agiert weltweit. Die zum Transport sensibler Güter wie Lebensmittel genutzten Systeme des Mittelständlers sind gefragt. Sie kommen in Europa genauso zum Einsatz wie in Asien und Amerika. Die Wurzeln des Familienunternehmens liegen im Jahr 1868 und sind in Hamburg zu suchen. Eben dort, im Stadtteil Bergedorf, ist noch heute der wichtigste operative Standort. Neben der Zentrale in Hamburg-Bergedorf verfügt Fristam über Produktionsstätten in den USA, Großbritannien, Japan und in Indien. Überall ist die Produktion nach Fristam-Qualitätsmaßstäben garantiert.

Erschienen in Ausgabe: 10/2005