Innovatives Schweiß-Verfahren wird ausgezeichnet

Reibschweißen gehört zu dem sichersten Verbindungsverfahren der modernen Fertigungstechnik und bietet noch enormes Potenzial in der Entwicklung. Um die Forschung in diesem Bereich voranzutreiben und zu fördern, stiftete die Klaus Raiser GmbH den „Raiser-Innovationspreis für Reibschweißen“. Nun wurde der erste Preisträger auf der Fachtagung „Erfahrungsaustausch Reibschweißen“ an der SLV in München geehrt.

07. April 2011

Innovationen zu fördern heißt, die Zukunft aktiv mitzugestalten. So soll auch der weltweit erste Preis auf dem Gebiet der Reibschweißtechnik Forschungs- und Entwicklungsarbeiten unterstützen und besonders Nachwuchskräfte aus Wissenschaft und Wirtschaft anregen, ihre innovativen Neu- und Weiterentwicklungen zu präsentieren.

Für den ersten „Raiser-Innovationspreis für Reibschweißen“, der künftig in einem zweijährigen Turnus verliehen werden soll, wurden zehn Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu Reibschweißprozessen eingereicht. Die Teilnehmer aus aller Welt fanden sich sowohl in Universitäten als auch in der Wirtschaft. Nach ausgiebiger Prüfung der Beiträge nominierte die fünfköpfige Jury, zusammengesetzt aus namhaften Fachleuten aus Industrie und Forschung, eine Gemeinschaftsarbeit von Dr. ir. Koen Faes (Belgian Welding Institute, Gent), Dominique Delbaere (Densys NV, Wondelgem) und Prof. Dr. Patric De Baets (Laboratory Soete, Genter Universität).

In zehnjähriger Forschungsarbeit entwickelte das belgische Team ein voll automatisches Verfahren zum Schweißen von Pipelines, Friex. Hintergrund der Entwicklung war der Mangel an Facharbeitern und die niedrige Produktivität der konventionellen Verbindungstechniken. Friex ist eine Variante des Rotationsreibschweißens. Um zwei Rohre zusammenzufügen, wird ein Ring verwendet, der zwischen den Enden der Rohre rotiert. Durch die Reibungsenergie und den steigenden Axialdruck wird der Ring auf beiden Seiten mit den Enden verschweißt. Die überstehenden Reste des Rings und die Materialwulst können dann automatisch abgefräst werden.

Die Idee zum „Raiser-Innovationspreis für Reibschweißen“ entstand im Jahr 2009. Dr. Elmar Raiser, Geschäftsführer der Klaus Raiser GmbH: „Als mittelständisches Unternehmen sind wir stets darauf bedacht, neue Techniken zu entwickeln. Als dann die Forschung in der Reibschweißtechnik am Markt weitgehend stagnierte, sahen wir Handlungsbedarf. So fassten wir anlässlich des 40-jährigen Firmenbestehens den Entschluss den ‚Raiser-Innovationspreis für Reibschweißen‘ zu stiften. Denn die Möglichkeiten des Verfahrens und seiner unterschiedlichen Varianten sind bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.“

Anfang März überreichte nun zum ersten Mal auf der Fachtagung „Erfahrungsaustausch Reibschweißen“ an der SLV München (Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt München) Dr. Elmar Raiser den Preisträgern die Trophäe und den mit 2.000 Euro dotierten Preis. Im Anschluss präsentierte Dr. ir. Koen Faes dem Fachpublikum die innovative Entwicklung.