Innovationen im Stahlbau

Rund 800 Experten der Stahlbaubranche trafen sich zum 38. Deutschen Stahlbautag in Würzburg, den Bauforumstahl alle zwei Jahre organisiert. Im Rahmen einer Vortragsreihe wurden Innovationen der Stahlbaubranche diskutiert. Darüber hinaus fand im Foyer des Congress Centrums eine Fachausstellung mit mehr als 40 Ausstellern statt. Tag 2 der Veranstaltung gehörte traditionsgemäß der Stahl-Architektur.

22. November 2016

Schwerpunktthemen des Deutschen Stahlbautages in Würzburg waren Innovationen der Stahlbaubranche. Bauforumstahl-Sprecher und Geschäftsführer Dr. Bernhard Hauke betonte, wie wichtig es ist, den "Spagat vorwärts" zu wagen. Künftig will sich der Verband stärker mit der Erweiterung des Veranstaltungssegments, der Nachwuchsförderung, der Unterstützung von Industrie 4.0, den Stahlbau-Richtlinien und der Entwicklung einer Datenbank beschäftigen.

 

Der Deutsche Stahlbautag wurde erneut seinem Anspruch an Interdisziplinarität gerecht: Auf dem Programm standen thematisch breit gefächerter Vorträge sowie Raum persönlichen Austausch mit Entscheidern und Experten.

"Die positive Resonanz seitens der Teilnehmer und das Interesse der Fachunternehmen, die sich im Rahmen der Ausstellung präsentieren, zeigt, dass unser Konzept auch 2016 wieder aufgegangen ist. Für die Zukunft des Stahlbautages bedeutet das, dass wir für die nächste Veranstaltung am 10. und 11. Oktober 2018 in Duisburg die Weichen in Richtung Erweiterung der Ausstellungsflächen stellen", so Volker Hüller, Geschäftsführer Bauforumstahl.

 

Industrie 4.0

Ein Gemeinschaftsvortrag unter dem Titel "Industrie 4.0" informierte über die Verzahnung moderner Informations- und Kommunikationstechnik im Stahlbau. Die Referenten Stefan Stiegeler von Kaltenbach, Stanislav Wiens von Kemppi und Peter Zeman von Zeman erläuterten anhand praxisnaher Beispiele, welche Schritte die Softwareentwicklung gehen muss, damit ein Handling der Datenflut möglich wird, um die robotergestützte, automatische Fertigung zu optimieren.

"Das Thema Digitalisierung beschäftigt die gesamte Stahlbaubranche. Industrie 4.0 ist ein weiterer Schritt zur Umsetzung effizienter Prozessführung. Um die notwendigen Normen für diese Prozesse zu schaffen, wird noch viel Weiterentwicklung im Normungsbereich notwendig sein, die wir mit unserem Verband in zahlreichen Ausschüssen unterstützten“, betonte Hüller.

 

Auszeichnung des Deutschen Stahlbaus

Den Abschluss des ersten Veranstaltungstages bildete das Stahlbauforum mit einem großen Abendempfang und der Auszeichnungen des Deutschen Stahlbaues 2016. DSTV-Präsident Ralf Luther übergab die Auszeichnung an Hans-Ulrich Batzke und würdigte damit sein Lebenswerk, die zielstrebige Entwicklung seines Stahlbauunternehmens mit zukunftsfähiger Strategie und sein Engagement in der Verbandsarbeit: „Hans-Ulrich Batzke hat als vielseitig engagierter Mann aus der Praxis die gesamte Jury beeindruckt.“

 

Staatssekretär Gunther Adler beim Tag der Stahl-Architektur

Am Tag der Stahl-Architektur kam auch die internationale Architekturszene zu Wort. Erstmalig präsentierten sich die Bjarke Ingels Group aus Kopenhagen mit ausgewählten Projekten. Ein Vortrag von Schlaich Bergermann und Partner aus Berlin zeigte die Möglichkeiten beim Entstehen von Stahlarchitektur.

Höhepunkt war die Verleihung des Deutschen Stahlbaupreises 2016 und des BMUB-Sonderpreises für nachhaltige Stahlarchitektur durch Staatssekretär Gunther Adler für den Umbau des Gerling-Hochhauses. Er betonte: „Es war uns wichtig, nachhaltiges Bauen und schonenden Umgang mit vorhandener Bausubstanz zu einem Schwerpunkt des Wettbewerbs zu machen. Nachhaltige Stahlarchitektur kann hervorragende Antworten auf die Fragen der Ressourceneffizienz oder der Gebäudeflexibilität geben.“

 

„Das Architekturbüro Ackermann hat mit dem Serviceteilecenter von Rational in Landsberg am Lech ein Stück Stahl-Architekturgeschichte geschrieben“, betonte Dr. Bernhard Hauke. Peter Ackermann nahm den Preis persönlich entgegen und stellte das Siegerprojekt vor.

Wiederverwendbare Stahlbauteile

„Das Gebäude überzeugte die Jury durch seine Volumina, die die verschiedenen Funktionen von außen ablesbar machen, seine schlüssige Fassadengestaltung und die Gestaltung seines Stahltragwerks, das formgebend für das Gebäude ist, kurze Bauzeiten ermöglicht. Sollte das Gebäude nicht mehr benötigt werden, ist es einfach demontierbar, und die Stahlbauteile können wiederverwendet werden“, betonte Jurypräsident Prof. Eckhard Gerber.

Peter Ackermann erläuterte die Besonderheiten bei Entwurf, Planung und Ausführung: „Bauen ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Die Zusammenhänge werden immer komplexer. Umso größer ist unsere Freude über diesen Preis. Unser Ziel war es, mit diesem Projekt die Qualität und Tragfähigkeit des Stahls zu nutzen und seine vielfältigen Möglichkeiten in Design und Transparenz zu zeigen.“

Das Büro Ackermann Architekten besteht in zweiter Generation in München. Peter Ackermann ist seit 1993 als Partner im damaligen Büro Kurt Ackermann und Partner tätig. Vorher arbeitete er für Richard Meier + Partner in New York und beim Renzo-Piano-Building-Workshop in Genua.

Sein Studium absolvierte Peter Ackermann an der Technischen Universität München und an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, wo er als Meisterschüler bei Gustav Peichl studierte. Das Büro Ackermann Architekten beschäftigt sich seit seinem Bestehen immer wieder mit dem Thema Stahlbau in der Architektur. Zu seinen herausragenden Projekten in München zählt unter anderem das Eislaufzelt am Olympiapark.