Innovation aus Tradition

Und was planen Sie?

Der Bandstahl- und Profilhersteller C. D. Wälzholz (CDW), seit sechs Generationen in Familienbesitz, ist schon 185 Jahre am Markt erfolgreich. Dr. Matthias Gierse ist zuversichtlich, dass dies auch künftig so bleiben wird.

10. Februar 2014

Unser Anspruch ist es, hochwertige und innovative Werkstofflösungen herzustellen, die unseren Kunden Freiheitsgrade bei der Entwicklung ihrer hocheffizienten Komponenten bieten. Dafür benötigen wir modernste Anlagen, aber auch ein exzellentes Innovationsmanagement und qualifizierte, motivierte Mitarbeiter. Qualität, Innovation und Kundennähe waren immer schon die tragenden Säulen unseres Geschäftserfolgs. Insofern hat Innovation bei uns Tradition.

Was macht C. D. Wälzholz?

Angefangen haben wir einst mit Profil- und Flachdrähten. Heute bieten wir kalt gewalzte Bandstähle, Schmalbänder und Profile in verschiedensten, an die Bedürfnisse unserer Kunden angepassten Ausführungen an. Etwa Bandstähle mit sehr hohen Festigkeiten, die aber gleichzeitig gut bieg- und schweißbar sind, oder weiche, legierte Werkstoffe, die sich bestens für anspruchsvolle Umformprozesse wie Feinschneiden oder Tiefziehen eignen.

Wer sind die Abnehmer Ihrer Produkte?

Wir unterscheiden im Wesentlichen drei Abnehmergruppen: die Energiebranche, den Industriesektor und die Automobilindustrie. So liefern wir Elektrobänder für Generatoren in Windkraftanlagen oder martensitisch vergütete Bandstähle für Schneidwerkzeuge. Unsere Hauptabnehmer sind die Zulieferer der Automobilindustrie. Sie finden unser Material in der Doppelkupplung, in Steuerketten und auch im Scheibenwischer: Der ›Aerotwin‹ von Bosch beruht auf einem eigens entwickelten kalt gewalzten und vergüteten Bandstahl und zeichnet sich durch gleichmäßigen, definierten Anpressdruck und damit optimale Wischleistung aus. Für Sitzschienen wiederum wird unser hochfester, aber gut form- und schweißbarer Bandstahl Rawael eingesetzt.

Wie haben Sie sich in den Wachstumsmärkten aufgestellt?

Wir sind nicht nur seit Langem exportorientiert, sondern verfolgen konsequent eine Strategie der Internationalisierung – insbesondere in den Wachstumsmärkten Südamerika und Asien. In São Paulo beliefert unser Produktionsstandort Brasmetal Waelzholz seit Mitte der 70er-Jahre den süd- und mittelamerikanischen Markt. In Taicang im Großraum Shanghai haben wir unser Service Center Waelzholz New Material jetzt zum Kaltwalzwerk ausgebaut. Wir planen, dem asiatischen Markt in den nächsten Jahren bis zu 70000 t kalt gewalzten Bandstahl pro Jahr zur Verfügung zu stellen. Neben China und Brasilien sehen wir aber auch in den USA gute Wachstumschancen.

Wenn Innovation strategisch überlebenswichtig ist – wie erfahren Sie, wohin die Reise gehen soll?

Alle drei Hauptabnehmergruppen treiben die Themen Kostenoptimierung, Effizienzsteigerung und Energieeinsparung voran. Sie verlangen von uns, unsere Produkte ständig entsprechend weiterzuentwickeln. Ein Beispiel: Mit dem Megatrend Elektromobilität beschäftigen wir uns bereits seit den 90er-Jahren. Heute haben wir die passenden Werkstofflösungen parat und sind Entwicklungspartner großer deutscher Automobilhersteller.

Erschienen in Ausgabe: 01/2014