Innere Qualitäten

Farina ist in Italien für seine Qualitätsmaschinen für die Blechbearbeitung bekannt. bbr besuchte das Unternehmen und informierte sich über die drei Standbeine Abkantpressen, Tafelscheren und Plasmaschneidanlagen.

09. Juni 2006

Geschäftsführer des Italienischen Familienunternehmens ist der Däne Kim Hildebrant, der seit drei Jahren die Neuausrichtung des Unternehmens in Angriff genommen hat: »Farina ist seit 43 Jahren auf dem Markt. Wir bauen hochwertige Maschinen, und zu unseren Kunden zählen unter anderem Weltunternehmen aus der Flug­zeugindustrie.« Auch wenn es um die Einbindung in Fertigungslinien geht, wie zum Beispiel für die Profilherstellung von Strommasten, hat das Unternehmen jede Menge Erfahrung. In Italien hat sich das Familienunternehmen so bereits einen Namen gemacht, daher hat sich Farina gerade für den Export nun einiges vorgenommen: »Das Marketing richten wir neu aus, und Vertreter in Europa, Australien und neuerdings auch in Shanghai in China vertreten unsere Marke in aller Welt.«

Farina bedient drei Sektoren in der Blechbearbeitung, Abkantpressen, Plasmaschneidanlagen und Tafelscheren. Im Sektor Plasmaschneidanlagen arbeiten die Italiener mit dem US-amerikanischen Weltunternehmen Hypertherm zusammen. Die Führungsmaschinen gibt es für die Größen 1.500 x 3.000 mm bis 3.000 x 12.000 mm: »Wir bieten hier Anlagen für Schneiddicken von 0,5 bis 50 mm. Das Plasmaschneiden bietet mit den heutigen, hochwertigen Komponenten eine hohe Schnittqualität bei geringen Betriebskosten. Daher erfreuen sich diese Anlagen großer Beliebtheit«, so Kim Hildebrant. Im Bereich Scheren bieten die Italiener hochwertige Maschinen von 2 bis 8 Metern Breite für bis zu 35 mm starkes Material als Standard. Auf Anfrage sind hier natürlich auch andere Größen möglich. Das dritte Produktstandbein sind hochwertige Abkantpressen, mit elektrischem oder hydraulischem Antrieb.

Die vollelektrische Challenger E3

Der dritte Sektor, die Abkantpressen, besteht eigentlich aus zwei Sektoren. Einmal die vollelektrischen Abkantpressen mit dem charismatischen Challenger »E3«, das für Ecologica (Ökologisch), Economica (Ökonomisch) und Efficente (Effizient) steht. Die elektrische Abkantpresse E3 wird durch Fanuc-Elektromotoren und -Antriebe angetrieben, was eine Präzision in allen vier Achsen von 0,01 mm garantiert. Der Oberbalken wird durch Kugelgewindetriebe bewegt. Die Biegewerkzeuge werden pneumatisch geklemmt. Auch der Roboter - ein Fanuc M-16IB/10L - und die Maschinensteuerung der »Challanger« sind von dem japanischen Hersteller. »Die Steuerung der elektrischen Abkantpresse und des Roboters erfolgen durch ein und dieselbe Steuerungseinheit. Das spart Zeit und Programmieraufwand«, so Kim Hildebrant zu bbr. Die Presse gibt es mit der Arbeitsbreite von 1.250 mm und 30 Tonnen Presskraft.

Auf dem Sektor Hydraulische Abkantpressen hat Farina Abkantpressen mit Presskräften von 400 bis 6.500 KN und maximalen Arbeitsbreiten bis 8.100 mm im Standardprogramm.

Auch hier gilt, wie schon bei den Scheren, dass auf Anfrage auch andere Größen und Presskräfte möglich sind. »In diesem Bereich haben wir viel investiert, von der Optik bis zur Ausstattung. Die Prä­zision unserer hydraulischen C-Gestell-Abkantpressen ist phantastisch«, schwärmt der Geschäftsführer und erklärt dies am Beispiel der Platin-Ausstattung: »Diese Abkantpresse ist mit ACS, einer aktiven Bombierung, DFC, einem System zur Überwachung und Korrektur der Rahmenaufbiegung der Biegepresse (so wird gewährleistet, dass Ober- und Unterwerkzeug stets genau fluchten) sowie TMS, einem System zur Dickenkontrolle der Bleche ausgestattet.«

Paolo Farina, Sohn eines der beiden Farina-Brüder die aktiv im Betrieb mitarbeiten, ist der Fertigungsleiter und bestens mit der Technik vertraut: »Die drei Systeme erlauben es dem Anwender, sowohl Bleche mit Durchbrüchen und Ausstanzungen (Lochbleche) als auch ungelochte Bleche hintereinander zu biegen, ohne Parameter ändern zu müssen. Exakte Biegewinkel sind so reproduzierbar, ohne ein externes Winkelmesssystem installieren zu müssen, was sich im praktischen Betrieb ja oft als hinderlich erweist. Das Schöne an diesen Systemen ist, dass sie in Echtzeit messen und die nötigen Einstellungen vornehmen, und so die Arbeitsgeschwindigkeit nicht negativ beeinflussen. So kann der Bediener sich auf das Wesentliche konzen­trieren, den Rest erledigt die Maschine für ihn - immer hochpräzise.«

Die Steuerung der hydraulischen Farina-Abkanntpressen kommt von Delem, die seit vielen Jahren mit Farina zusammenarbeiten.

Qualität spricht sich herum

Kim Hildebrant zeigt auf dem Firmenrundgang auch die Abkantpressen mit dem Markennamen »Italtec«: »Diese Abkantpressen fertigen wir für das mittlere Preissegment unter dem Namen Italtec. Sie lassen sich nicht im Nachhinein Aufrüsten, wie die Farina-Abkantpressen im Premium-Segment und sind für kleine Betriebe gedacht, die keine hochflexiblen Abkantpressen benötigen.«

Dass Farina auch international an Boden gewinnt, ist sicher auch ein Verdienst des engagierten Managers aus Dänemark: »Gerade in ganz Europa, dem Mittleren Osten, China und Australien sind wir präsent. Wir bauen einfach super Maschinen und müssen dies weiter bekannt machen. Dazu bauen wir den Vertrieb in aller Welt weiter aus und natürlich auch den Service, denn der endet bei uns nicht mit dem Verkauf der Maschine.« Auch auf der Lamiera in Bologna, der internationalen, italienischen Umformermesse, war Farina vertreten und hat sicher neue, internationale Kontakte geknüpft. _

Erik Schäfer

BackgroundFratelli Farina

Geschäftsführer _ Kim Hildebrant

Mitarbeiter/Italien _ 65

Produkte _ Abkantpressen, Biegezellen, Plasmaschneidanlagen und Tafelscheren

Erschienen in Ausgabe: 06/2006