Industrie 4.0 – schon dabei?

Der VDWF-Arbeitskreis „Werkzeugbau 4.0“ hat einen Selbsttest entwickelt, der Unternehmen der Branche dabei hilft, eine Standortbestimmung des eigenen Betriebs in Richtung Industrie 4.0 auszuführen – er dauert gerade einmal 15 Minuten.

12. November 2018
Der VDWF-Arbeitskreis Werkzeugbau 4.0 hat einen Selbsttests entwickelt, der Unternehmen der Branche dabei hilft, eine Standortbestimmung des eigenen Betriebs in Richtung Industrie 4.0 auszuführen. (Bild: VDWF)
Bild 1: Industrie 4.0 – schon dabei? (Der VDWF-Arbeitskreis Werkzeugbau 4.0 hat einen Selbsttests entwickelt, der Unternehmen der Branche dabei hilft, eine Standortbestimmung des eigenen Betriebs in Richtung Industrie 4.0 auszuführen. (Bild: VDWF))

Von Werkzeugmachern für Werkzeugmacher – unter diesem Credo nahm sich der VDWF vor, Licht ins Dunkel zu bringen, als er 2016 den Arbeitskreis „Werkzeugbau 4.0“ initiierte. Was das Projekt aber konkret für einen 20-Mann-Werkzeugbau in drei oder fünf Jahren bedeuten würde, das konnte niemand so wirklich beantworten. „Wir wollten den 4.0-Gedanken greifbar machen, damit sie auch bei KMUs auf offene Ohren stoßen“, erklärt VDWF-Geschäftsführer Ralf Dürrwächter.

Wer nicht weiter weiß, gründet einen Arbeitskreis

Turnusmäßig kommen heute rund ein Dutzend Akteure der Branche im Arbeitskreis zusammen und stellen Entwicklungsstatus und Zielrichtung ihrer jeweiligen 4.0-Ansätze vor. Dürrwächter: „Schon beim ersten Treffen war klar, dass 4.0 nicht nur Software und Roboter bedeutet, sondern in erster Linie der Mensch im Mittelpunkt steht. Die Teilnehmer wurden sich bewusst, dass sie schon einiges in Richtung 4.0 tagtäglich leben, es eben nur anders nennen.“

Als Ergebnis der vergangenen zwei Jahre zeichnete der Arbeitskreis ein Bild, das helfen soll, das 4.0-Selbstverständnis in der Branche zu finden. Der „Werkzeug- und Formenbau 4.0“ sollte eine klare Vision und Strategie haben, eigenverantwortliche Mitarbeiter beschäftigen und über den gesamten Wertschöpfungsprozess Daten zur kontinuierlichen Verbesserung erfassen. Die Verwendung dieser Daten und das Management von Wissen steigern den Unternehmenswert.

Standortbestimmung per Mausklick

So weit die Theorie. Der erste Schritt, den ein Unternehmen in der Praxis machen muss, ist, sich selbst transparent zu verorten. Die Selbsteinschätzung darüber, wo man mit dem eigenen Betrieb steht oder wo Handlungsbedarf herrscht, ist der fundamentale Beginn für die Umsetzung eines erfolgreichen Wachstumsprozesses.

Die Teilnehmer des Arbeitskreises „Werkzeugbau 4.0“ identifizierten daher 17 Handlungsfelder von „Strategie“ und „Weiterbildung“ über „Qualitätssicherung“ bis zum Thema „Kommunikation“ und definierten in den einzelnen Kategorien unterschiedliche Gewichtungen. Ein Online-Selbsttest bietet Interessierten nun die Möglichkeit, ihre Kreuzchen bequem vom Büro oder von zu Hause aus zu setzen und sich einer der vier erarbeiteten Evolutionsstufen zuzuordnen und mit konkreten Handlungsempfehlungen auseinanderzusetzen.

„Man sieht, was die nächsten Stufen wären und wie wichtig die einzelnen Kategorien von der Gewichtung her sind. So macht die Transformation Spaß“, sagt Dürrwächter überzeugt. Der VDWF stellt allen Umfrageteilnehmern nach Ablauf des Umfragezeitraums die Gesamtauswertung zur Verfügung.