18. JANUAR 2019

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Ausgebildet für den digitalen Wandel


Industrie 4.0 verändert die Fertigungswelt. Alleine in Deutschland sind laut Statistischem Bundesamt mehr als acht Millionen Menschen im produzierenden Gewerbe beschäftigt. Doch erst zwei Drittel der Unternehmen bieten Weiterbildungen im Bereich Digitalisierung an.

Bosch hat gemeinsam mit der IHK Region Stuttgart und weiteren Partnern den Lehrgang zur „Fachkraft für Industrie 4.0 (IHK)“ entwickelt. Es ist bundesweit der erste IHK-Lehrgang, der Facharbeiter für die Anforderungen in der vernetzten Fertigung qualifiziert. Die Teilnehmer lernen nicht nur Technologien kennen, mit denen sie Industrie-4.0-Anwendungen umsetzen können, sondern auch agile Arbeitsmethoden.

„Nur wer die vernetzte Welt versteht, kann sie gestalten. Wir bereiten unsere Mitarbeiter auf die Arbeitswelt von morgen vor und schaffen so die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung von Industrie 4.0“, ist Bosch-Personalchef Christoph Kübel überzeugt. Die ersten zwölf Teilnehmer aus dem Bosch-Werk in Stuttgart-Feuerbach haben die Weiterbildung bereits erfolgreich abgeschlossen. Weitere Kurse bieten verschiedene IHKs ab 2019 deutschlandweit an.

Fachkräfte für Industrie 4.0 gestalten die Fertigung
Der neue Zertifikatslehrgang richtet sich an Facharbeiter mit Berufserfahrung in Produktion oder Logistik. Es gibt keine formalen Zugangsvoraussetzungen. Der Kurs besteht aus fünf Modulen mit einem Umfang von 104 Stunden. Theorie und Praxis sind gleich gewichtet. Die Teilnehmer lernen zum Beispiel vernetzte Geschäftsmodelle in der Fertigung kennen: Welche Technologien gibt es? Wie werden Daten übertragen? Wie funktionieren Logistik und Supply Chains in einer digitalen Welt?

„Technische Lösungen sind nur die eine Seite der Medaille. Den Unterschied bei Industrie 4.0 machen die Mitarbeiter. Ihre Fähigkeiten, auf Probleme zu reagieren und neue Lösungswege zu finden, rücken in der Fabrik der Zukunft in den Mittelpunkt“, erklärt Dr. Stefan Aßmann, Leiter der Geschäftseinheit Bosch Connected Industry, in der das Unternehmen seine Industrie-4.0-Aktivitäten bündelt. Als Leitanbieter von Industrie 4.0 vernetzt Bosch eigene Werke und die seiner Kunden. Nahezu alle der 280 Bosch-Werke weltweit setzen auf vernetzte Lösungen.

Bülent Cevran arbeitet seit 20 Jahren bei Bosch in Stuttgart-Feuerbach und ist einer der ersten Absolventen des Lehrgangs. Der gelernte Industriemechaniker ist als Schichtführer dafür zuständig, dass immer genügend Teile für die Fertigung an den Produktionslinien vorrätig sind. „Meine Arbeit hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Früher haben wir die benötigten Teile mühsam von Hand ermittelt und zugeordnet. Heute geht das vollautomatisch“, beschreibt Cevran den Wandel.

„Durch den Lehrgang bin ich jetzt in der Lage, die Vernetzung im Werk selbst mitzugestalten. Mein erstes Projekt nach der Fortbildung wird sein, die Vernetzung mit den Fahrern auszubauen und um zusätzliche Anwendungsfälle zu erweitern, zum Beispiel den Abtransport leerer Kisten auf Bodenrollern.“

Bosch-Mitarbeiter können freiwillig an der Weiterbildung teilnehmen und verschiedene Fördermöglichkeiten des Unternehmens wie freie Zeit oder einen Kostenzuschuss in Anspruch nehmen. Die Kosten für den Piloten hat das Unternehmen übernommen. Ein Großteil der Qualifizierung findet während der Arbeitszeit statt, rund 20 Prozent in der Freizeit.

Industrie-4.0-Fachkraft: von Deutschland in die Welt
Industrie 4.0-Experten von Bosch haben die Kursinhalte mitentwickelt und übernehmen nun Lehrtätigkeiten im Rahmen der Weiterbildung. „Digitalisierung ist eine der größten Herausforderungen für die Betriebe. Wir unterstützen mit konkreten Angeboten wie der Qualifizierung zur Fachkraft Industrie 4.0. Viele werden davon profitieren“, sagt Johannes Schmalzl, Hauptgeschäftsführer der IHK Region Stuttgart. Auch die deutsche Auslandshandelskammer bietet künftig die Weiterbildung zur „Fachkraft für Industrie 4.0“ an.

Datum:
13.12.2018
Unternehmen:
Bilder:
Robert Bosch

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