11. DEZEMBER 2018

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Höchste Eisenbahn!


Future

Bundesweit blasen etwa 2.700 Dieseltriebzüge jährlich rund eine Million Tonnen CO2 in die Luft. Eine Alternative kommt mit dem wasserstoffbetriebenen Hydrail oder H-Zug ins Rollen. Die Speicherbehälter, die Leitungs- und Tanksysteme des ersten Wasserstoffzugs sind aus Edelstahl Rostfrei.
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Ob als Treibstoff für Raumschiffe, Auftrieb für Zeppeline oder Antrieb für Verkehrsmittel: Zunehmend setzen Ingenieure auf den reaktionsfreudigen Wasserstoff. Im Unterschied zu den immer knapper werdenden fossilen Brennstoffen ist Wasserstoff ein erneuerbarer Sekundärenergieträger und gilt dadurch als ebenso saubere wie effiziente Alternative zum Dieselöl. Während sich Wasserstoff bisher jedoch vor allem in der Raumfahrt als Treibstoff für die Raketentriebwerke durchsetzen konnte, rückt er im Kontext von Nachhaltigkeit durch emissionsfreie Fahrzeuge erneut in den Fokus. Wasserstoff lässt sich in Verbrennungsmotoren nutzen oder in Brennstoffzellen per Elektrolyse zur Stromerzeugung.

Paradebeispiel für die sorgenfreie Fahrt in eine umweltfreundliche Zukunft ist der weltweit erste wasserstoffbetriebene Niederflur-Personenzug mit Brennstoffzelle. Absolut emissionsfrei, geräuscharm und langfristig wirtschaftlich soll er herkömmliche Dieselantriebe nun im Wortsinne aufs Abstellgleis schieben. Seit rund 15 Jahren arbeitet die Zugindustrie an einer umweltschonenden Alternative für Schienenfahrzeuge, die Wasserstoff als Energiespeicher und -quelle nutzt. Brennstoffzellenbetriebene Züge gibt es bereits: Sonderanfertigungen umgerüsteter Rangierloks unter Tage im Bergbau oder Lokomotiven im Güterverkehr werden bereits mit Wasserstoff angetrieben. 

Mit dem vom Nationalen Innovationsprogramm (NIP) unterstützten Coradia Ilint ist künftig auf der Strecke Buxtehude–Bremervörde–Bremerhaven–Cuxhaven der erste Zug in Serienfertigung unterwegs. Angetrieben mit einer Brennstoffzelle kann er längere Strecken zurücklegen. Von der Stromgewinnung bis zum Betrieb des Wasserstoffzugs fallen nur Restprodukte wie Wasserdampf und Kondenswasser an, während er sich lediglich mit leisen Abrollgeräuschen seinen Weg durch den Regionalverkehr bahnt. 

Für nicht-elektrifizierte Strecken

Auf seinem Dach befindet sich ein Tank mit gasförmigem Wasserstoff, der über ein gasdichtes Leitungssystem aus nahtlos verschweißtem Edelstahl zu der im Boden des Zuges liegenden Brennstoffzelle geleitet wird. Rund 30 Kilogramm orbitalgeschweißte Rohre, zwei Kilogramm Rohrverschraubungen und 60 Kilogramm Ventilgehäuse aus Edelstahl der Güte 1.4571 werden hierzu pro Fahrzeug verbaut, um die Sicherheits- und Effizienzstandards der Systeme zu gewährleisten. Die durch die Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff in der Brennstoffzelle erzeugte elektrische Energie treibt den Zug an, während Lithium-Ionen-Batterien sie zusätzlich speichern. Die Kombination von Antriebskraft und verfügbarer Energie prädestiniert den Hydrail besonders für den Einsatz auf nicht-elektrifizierten Strecken.


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Ausgabe:
bbr 07/2018
Unternehmen:
Bilder:
Bild: WZV/Alstom
Bild: WZV/WEH

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