18. JANUAR 2019

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Neue Regeln beim Stahleinkauf


Fokus/Stahl

Der MBI Stahltag in Frankfurt am Main behandelte nahezu sämtliche Aspekte des Stahleinkaufs: von der Entwicklung der Märkte, Rohstoff- und Stahlpreise über Strafzölle und Datenanalysen im Einkauf bis zu Logistikproblemen.
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Den Auftakt des MBI Stahltags 2018 gestaltete Dr. Henrik Adam, CCO von Tata Steel Europe. In seinem Vortrag ›Delivering a Responsible Supply Chain. The role of the steel industry towards a transparent supply chain‹ sprach er über Nachhaltigkeit und Transparenz in der Lieferkette: Die Kunden verlangten heute nach mehr Transparenz und fragten stärker nach der Herkunft der Rohstoffe, so Dr. Adam. 

Die Risiken, die man in der Lieferkette beachten müsse, sind vielfältig. Dazu gehören Kinder- und Zwangsarbeit, Umweltverschmutzung, Gesundheits- und Sicherheitsaspekte, mögliche Korruption bei Lieferung aus bestimmten Regionen sowie die Zerstörung von Existenzgrundlagen und ganzen Lebensräumen durch offenen Tagebau. Die Gesellschaft erwartet, dass sich die Geschäftswelt an der Nachhaltigkeit beteiligt, erklärte der Tata-Manager. Lösungen dazu liegen in der sorgfältigen Überprüfung der Lieferkette sowie in entsprechender Zertifizierung und Technologie. »Wir stehen gemeinsam vor der Herausforderung und müssen gemeinsam dazu beitragen, diese Herausforderung zu meistern«, endete Dr. Adam.

Jochen Grünewald, Managing Director Flat Products bei Arcelormittal Commercial Germany, stellte in seinem Vortrag ›Zukunft mit Stahl: Innovation und Verantwortung für nachhaltige Produkte‹ zunächst die Arcelormittal-Produkte ›Armstrong‹, ›Armstrong Ultra‹, ›Relia‹ und ›Jetskin‹ sowie den klimaschonenden Herstellungsprozess ›Jet Vapour Deposition‹ (JVD) vor. 

Anschließend sprach Grünewald über die im Jahr 2016 gegründete Non-Profit-Organisation ›Responsible Steel‹. Die Organisation will mit einer globalen Multi-Stakeholder-Herangehensweise ein Zertifizierungsprogramm für die Stahl-Wertschöpfungskette etablieren. Mitglieder sind globale Gruppen von Organisationen und Interessengruppen, die mit der Stahlindustrie zu tun haben und sich mit branchenspezifischen Herausforderungen und Chancen für die Nachhaltigkeit befassen. Dazu gehören unter anderen Stahlproduzenten, NGOs und Organisationen der Zivilgesellschaft, Gewerkschaften, politische Organisationen und industrielle Nutzer von Stahl.

Das Responsible-Steel-Zertifizierungsprogramm basiert auf zwei Standards: dem Responsible-Steel-Fertigungsstandard und dem Responsible-Steel-Beschaffungsstandard. Der Fertigungsstandard liefert überprüfbare Leistungsanforderungen für Stahlwerke. Er wird voraussichtlich im Februar 2019 fertiggestellt sein. 

Die Entwicklung des Standards basiert auf zwei 60-tägigen öffentlichen Konsultationen; erste Konsultation von Juni bis August 2018. Die zweite Konsultationsreihe läuft von November 2018 bis Januar 2019. Die Zertifizierung nach dem Leistungsstandard ermöglicht Stahlproduzenten, zu erklären, dass ihre Standorte Responsible-Steel-zertifiziert sind.

›Auswirkungen von Strafzöllen und Protektionismus auf den Mittelstand‹, so lautete der Titel des Referats von Dr. Heinz-Jürgen Büchner, Managing Director Industrials, Automotive & Services, Deutsche Industriebank. Er erläuterte, dass der Welthandel sich von dem Dämpfer im Frühjahr erholt habe. Die starke Dynamik zum Ende von 2017 habe unter anderem aufgrund zunehmender Sorge vor einem weltweiten Handelskonflikt nicht gehalten werden können. 


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