11. DEZEMBER 2018

zurück

kommentieren drucken  

Karosseriebau im Wandel


Future/Leichtbau

Die Verantwortlichen in der Automobilproduktion stehen neuen, großen Herausforderungen gegenüber. Die neue Situation ergibt sich durch die Digitalisierung, das autonome Fahren und die Elektromobilität. Die Folge ist die Notwendigkeit, intensiv über neue Fahrzeugentwürfe nachzudenken und realistische Lösungen zu erarbeiten.
Mehrseitiger Artikel:
1 2 3  

Die neue Situation in der Karosseriekonstruktion stellt bei der notwendigen Anpassung der Produktionskonzepte die Ingenieure und Wissenschaftler in den Produktionsabteilungen der Automobilkonzerne vor große Aufgaben. Wie diese Umstellung realisiert werden kann, wurde auf dem achten Chemnitzer Karosseriekolloquium CBC intensiv diskutiert. 

Ein erstes Fazit der Veranstaltung in Chemnitz zeigt, dass die Zukunft bereits begonnen hat. Das belegt nicht zuletzt ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen im Automobilbau. Es ist unverkennbar, dass technologische, soziale und politische Veränderungen zurzeit die Fahrzeugproduktion weltweit bestimmen. Letztendlich geht es aber auch um die Reduzierung des Fahrzeuggewichtes, um einen spürbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können. Das wirkt sich auf viele Bereiche von der Elektrifizierung des Antriebsstrangs über die steigende Konnektivität der Fahrzeuge und die Entwicklung völlig neuer Mobilitätskonzepte wie das autonome Fahren aus. Obwohl einige dieser Neuerungen bereits dem Prototypenstadium entwachsen sind, steht die Entwicklung notwendiger neuer Fahrzeugkonzepte erst am Anfang. Doch wie diese sich tatsächlich langfristig entwickeln werden, ist noch gar nicht endgültig absehbar.

Weg von Einzellösungen

Doch Eile ist geboten, weil die Automobilproduktion nach wie vor das Rückgrat des Industriestandortes Deutschland ist. Und wenn das so bleiben soll, müssen dort vor allem innovative und wirtschaftliche Produktionsmethoden entwickelt und eingesetzt werden. Nahezu jeder zweite Arbeitsplatz hängt in Deutschland mit der Produk-tion von Gütern zusammen. Die in Jahrzehnten erarbeitete Stärke und Vorreiterrolle in der Produktionstechnik und der damit verbundenen Forschung gilt es zu sichern und auszubauen. Damit Deutschland in einer Zeit zunehmender Umwelt- und Klimaschutzbemühungen, steigender Rohstoffknappheit und demografischen Wandels auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt, muss ein Umdenken stattfinden – weg von effizienten, hoch spezialisierten Einzellösungen hin zu ganzheitlich, nachhaltigen Fabriken.

Ziel ist, die Fahrzeuge der Zukunft für die internationalen Märkte attraktiv zu halten. Doch es gibt in diesem Zusammenhang noch immer genügend unbeantwortete Fragen. Welche technischen Fortschritte sind in diesen Bereichen noch zu erwarten? Welche davon werden sich langfristig durchsetzen, und mit welchen Folgen? Und welchen Trends werden in Zukunft die Fahrer bei der Wahl ihres Fahrzeugs folgen? Sind sie dann überhaupt noch als Fahrer zu bezeichnen oder sollte in diesem Zusammenhang eher von ›Nutzern‹ gesprochen werden? All diese Fragen sind auch für den Karosseriebau relevant – Ingenieure müssen vor diesem Hintergrund immer wieder neue Entscheidungen treffen, zum Beispiel bezüglich neuer Design-Trends, Gewichts- und Sicherheitsanforderungen, der passenden Auswahl von Materialien und Fügetechniken.

Antworten und Lösungen gaben vor allem die Forscher und Wissenschaftler der TU Chemnitz und des Fraunhofer Instituts IWU als Initiatoren und Gastgeber der Veranstaltung. Schwerpunkt der dortigen Forschung ist seit jeher die Leichtbautechnologie für Kraftfahrzeuge. In diesem Zusammenhang war am Rande der Tagung zu hören, dass Leichtbau schon zu Zeiten der DDR in Sachsen ein Thema war. Allerdings geschah es mehr oder weniger ungewollt. Ob das Leichtgewicht Trabbi damals schon die aktuellen Anforderungen nach Energieeffizienz erfüllt hat, ist aus heutiger Sicht anzuzweifeln. Der Trabant war trotzdem ein Leichtgewicht, was aber ausschließlich dem sparsamen Umgang mit den vorhandenen Werkstoffen geschuldet war. Kurz und gut: Was beim Trabbi eine Folge des Mangels war, ist heute eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit. Egal, ob Privatauto oder Traktor auf dem Feld: Ein Problem der heutigen Fahrzeuge ist das Gewicht. Je mehr ein Fahrzeug wiegt, desto höher ist sein Treibstoffverbrauch. Bei Elektroautos hängt davon entscheidend die Reichweite der Batterie ab.


Mehrseitiger Artikel:
1 2 3  
Ausgabe:
bbr 07/2018
Unternehmen:
Bilder:
Bild: SCA/Atlas Copco
Bild: SCA
Bild: SCA
Bild: Fraunhofer IWU

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren...

Kurzhubprinzip reduziert Zykluszeiten

Kurzhubprinzip reduziert Zykluszeiten

Schuler Hydroforming und Schuler SMG haben gemeinsam ein neues IHU-Pressenkonzept mit Unterkolbenantrieb entwickelt und erstmals realisiert. Der neue Anlagentyp wird die Produktpalette erweitern und die bisher gebauten IHU-Pressen sinnvoll ergänzen. » weiterlesen
Mit 4.000 kN zum Erfolg

Mit 4.000 kN zum Erfolg

Die Produktgruppe Ebu-Pressen, Ebu-Bandanlagen der Burkhardt GmbH, Bayreuth, hat mit Erfolg die erste 4.000 kN Presse mit modifiziertem Antrieb in Betrieb nehmen können. Der Betreiber, die M. Mütze Metallwarenfabrik, Medebach-Oberschledorn, hat Anfang des Jahres 2001 bei der Ausschreibung einer Komplettanlage zwei wesentliche Anforderungen definiert. Der Bewegungsablauf des Stößels muß so gestaltet sein, daß die Auftreffgeschwindigkeit auf das Material während des Stanzens reduziert wird und daß die Leerhubzeiten minimal gehalten und somit die Teileausbringung erhöht wird. » weiterlesen
Stückkosten als Innovationstreiber

Stückkosten als Innovationstreiber

Die Stückkosten werden hauptsächlich durch den Materialeinsatz und die Verfügbarkeit der Anlagen beeinflußt. Die Hauptursachen für die teilweise tiefen Gesamtnutzungsgrade der heutigen Anlagen liegen in werkzeugbedingten Fehlfunktionen, den Anlaufzeiten nach einem Werkzeugwechsel bis zur Seriefreigabe und dem Materialhandling. » weiterlesen
Alte Pressen effizient genutzt

Alte Pressen effizient genutzt

Daß Škoda der drittälteste Autohersteller der Welt ist, dürfte so manchen überraschen. Seit 1991 gehört Škoda zum Volkswagenkonzern. Innerhalb kürzester Zeit wurde gemeinsam mit dem Mutterkonzern der Qualitätsstandard auf ein bemerkenswert hohes Niveau angehoben und das Unternehmen international wieder wettbewerbsfähig gemacht. Bester Beweis hierfür ist der 1996 vorgestellte Mittelklassewagen Octavia, weitere erfolgreiche Modellreihen sind inzwischen auf dem Markt. » weiterlesen
Toyota setzt auf

Toyota setzt auf "Made in Germany"

Toyota ließ sich ins französische Werk in Valenciennes eine vollautomatische Platinenschneidlinie für den „Yaris“ von einem deutschen Generalunternehmer liefern. Rekordverdächtig ist die Flexibilität der Anlage: In weniger als drei Minuten können beim vollautomatischen Bandwechsel alle Einstellungen und Werkzeuge gewechselt werden. » weiterlesen
 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Themenvorschau bbr (PDF)

bbr Bänder Bleche Rohre - Themenvorschau

   Themenvorschau 8-2018

bbr Sonderhefte und Supplements