11. DEZEMBER 2018

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"Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt."


FUTURE/Titel

Sie arbeitet im Tryout, in der Entwicklung und der Produktion. Was eine echtzeitfähige Servopresse noch so alles kann, erfuhr bbr-Reporter Nikolaus Fecht vom geschäftsführenden Gesellschafter Johannes Hülshorst von Synchropress.
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Herr Hülshorst, welche Ausbildung haben Sie als Erfinder dieser ›Eier legenden Wollmilchsau 4.0‹ gemacht?

Ich bin Maschinenbauingenieur und habe außerdem als seltene Kombination zwei Berufe erlernt – den des Steuerungstechnikers und den des Werkzeugmachers. 

Ihre Pressen arbeiten nach dem ziehenden Wirkprinzip, bei dem der Stößel von vier Spindelmuttern nach unten gezogen wird. Durch diese Funktionsweise entsteht eine äußerst kompakte Bauweise, bei der insbesondere die geringe Maschinenhöhe auffällt. Wie und wann kamen Sie auf diese Idee?

Mit dieser Technik beschäftige ich mich seit über 20 Jahren. Eine Zeit lang befand sich die Erfindung in den Händen eines anderen Unternehmens, das von mir die alleinigen Rechte zur Lizenznutzung erhalten hatte. Seit fünf Jahren befinden sich die Rechte zum Bau von Synchropress-Anlagen wieder im Besitz unseres Familienunternehmens. Die Resonanz in der Branche ist gut. Dort heißt es sinngemäß: »Jetzt befindet sich das Produkt wieder dort, wo es ursprünglich einmal entstand. Daher können wir nun auch mal wieder über neue Maschinen reden.« Und diese positive Stimmung spüren wir aktuell sehr deutlich.

Wie hat die Branche auf Ihre damalige Erfindung reagiert, die sich ja auch in der Vergangenheit etwa bei hydraulischen Pressen mit dem gleichzeitigen Einsatz im Tryout und in der Produktion beschäftigt hat? 

Wir haben mit unseren servomotorisch angetriebenen Pressen für eine ziemliche Welle gesorgt. Danach haben fast alle Exzenterpressen-Hersteller ihre Schwungräder durch leistungskräftige, dicke Torque-Motoren ersetzt. Seitdem gibt es im Prinzip die Servopressen, die den von uns geschützten Namen Synchropress nicht tragen dürfen. Doch fast alle diese Pressen arbeiten immer noch nach dem alten Kniehebelprinzip. 

Was zeichnet im Vergleich dazu Ihre Erfindung aus?

Die Kraft steht über den gesamten Pressenhub zur Verfügung, sie lässt sich über einen beliebig langen Weg über beliebig lange Zeit mit einer beliebigen Geschwindigkeit aufbringen. Das bietet ein Maß an Flexibilität, dass man im Pressenbereich vorher nicht gekannt hatte. Im Prinzip kombinieren wir hochpräzise Kugelrollgewindetriebe mit flexibler Servoantriebstechnik: Heute können wir Motoren einsetzen, bei denen sich eine Umdrehung in eine Million einzelne Schritte unterteilen lässt. Und damit können wir zusammen mit den Spindeln eine extrem hohe Präzision erzielen.


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Ausgabe:
bbr 07/2018
Unternehmen:
Bilder:
Bild: Fecht
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