11. DEZEMBER 2018

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Wandlungsfähige Anlagen rechnen sich


Titel/Profile

In der Herstellung komplexer Profile dominieren bisher Sonderanlagen, die auf ein spezifisches Produkt ausgelegt sind. Der Wechsel zu einer anderen Profilgeometrie ist damit oft aufwendig und teuer. Wesentlich mehr Flexibilität und eine langfristige Kostenersparnis verspricht Profilmetall mit einem modularen System, bei dem sich die Anlagenelemente immer wieder neu kombinieren lassen.
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Rund drei Jahre alt und 16 Meter lang ist die Profilieranlage, die irgendwo in Deutschland in einer Fertigungshalle steht – und das wortwörtlich. Auf ihr wird nichts mehr hergestellt, weil das Produkt – ein aufwendig geformtes und gelochtes Profil für einen Kunden aus dem Schaltschrankbau – unlängst ausgelaufen ist. 

Die Anlage selbst ist technisch in einwandfreiem Zustand. Jetzt steht das Unternehmen vor der Entscheidung, viel Geld für eine Umgestaltung in die Hand zu nehmen oder gleich eine neue Anlage zu erwerben: ein Szenario, das in der Profiliertechnik leider typisch ist. 

»Wir sehen solche Herausforderungen bei Unternehmen aus vielen Branchen, von der Elektro- über die Automobilindustrie bis hin zu Möbelherstellern«, berichtet Manfred Roth, Geschäftsführer des Systemanbieters Profilmetall. »Überall beschleunigen sich Herstellungsprozesse, und Produktlebenszyklen verkürzen sich.« Gleichzeitig werden komplexe Profile fast ausschließlich auf Sonderanlagen hergestellt, die nur für wenige spezifische Werkzeuge geeignet sind.

Damit bringen Produktwechsel einen hohen Zeit- und Investitionsaufwand mit sich, und auch ein Up- oder Downsizing der Anlage ist nicht ohne weiteres möglich. »Angesichts dieser beiden Herausforderungen haben wir uns entschlossen, ein völlig neues Konzept zu entwickeln – die Profilieranlage 4.1«, so Roth. Auf ihr lassen sich immer wieder andere Profile fertigen, auch mit aufwendiger Geometrie oder als Kombination aus verschiedenen Materialien. 

Die Basis hierfür sind standardisierte Module für das Ablängen, Stanzen, Rollformen und Längsnahtschweißen, die sich beliebig anordnen lassen. Mit Zuführ- und Auslaufteilen versehen ergibt sich eine kundenindividuelle Profilieranlage, die sich problemlos erweitern lässt. Selten benötigte Prozessschritte wie das Verschweißen oder Verkleben von mehreren Komponenten, die Kunststoffextrusion, das Ausschäumen und Verpacken von Profilen realisiert Profilmetall derzeit mithilfe von Sondermodulen. Für die Zukunft plant Roth eine Erweiterung des Baukastensystems.

»Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, eine Anlage zu schaffen, die sich am Menschen ausrichtet – und nicht umgekehrt; die komfortabel und bedienerfreundlich ist und exakt zum jeweiligen Kunden und seinen Bedürfnissen passt. Deshalb auch der Name Profilieranlage 4.1«, erklärt der Geschäftsführer. »Industrie-4.0-Funktionen waren dabei natürlich ein Muss, dazu kommt aber noch die 1. Diese steht für den Menschen – den Maschinenbediener, Techniker, Fertigungsplaner, Einkäufer und Investor.«

Bei der Konzeptentwicklung griff Profilmetall auf einen reichen Erfahrungsschatz zurück. Seit über vierzig Jahren beschäftigt sich die Unternehmensgruppe mit Sitz in Hirrlingen bereits mit innovativen Profillösungen, das Portfolio umfasst dabei sowohl die Entwicklung und Herstellung entsprechender Anlagen und Werkzeuge als auch eine eigene Lohnfertigung. Das Wissen der Konstrukteure, die Praxiserfahrung der Maschinenbediener und unternehmenseigene Forschungsprojekte bildeten die Basis für die Profilieranlage 4.1.

In der Entwicklungsphase wurden einige Schwerpunkte schnell klar: Die neue Anlage brauchte einen modularen Aufbau, damit kundenindividuelle Lösungen rasch und flexibel entwickelt werden konnten. Und sie musste ergonomisch gegliedert und leicht zugänglich sein, damit die Bedienung erleichtert wird – und im besten Fall sogar Spaß macht. »Bei uns gibt es kein Kabelgewirr, kein Durcheinander von Arbeitsraum und Antriebselementen«, betont Roth. Er legt vielmehr Wert auf die Erfassung von digitalen Prozessdaten und darauf, die Kosteneffizienz zu steigern. »Dafür haben wir jedes Modul in vier Bereiche unterteilt, die klar voneinander abgegrenzt, aber alle gut erreichbar sind.« Das erleichtert die Wartung und Instandhaltung ebenso wie die Rüstprozesse.


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Ausgabe:
bbr 07/2018
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Bild: Profilmetall
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