19. JUNI 2018

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Industrie 4.0 braucht Technik 4.0


Wie sind eigentlich unsere tatsächlichen Ist-Daten in der Fertigung? So lautete die Frage beim Automobilzulieferer Grammer vor der Einführung einer Shop-Floor-Lösung. Zwischen gefühlt und gemessen liegen in der digitalen Ära oft Welten.

Störungen wurden bis dahin manuell in Schichtbücher eingetragen, berichtete Grammer-Projektleiter Martin Schubert. Beantworten konnte die Frage vor Jahren niemand so recht. Daher lautete sein Zwischenfazit: „Wer keine digitale Betriebsdatenerfassung hat, geht blind durch die Produktion. Wenn keine Störungen registriert werden, finden auch keine statt. Dann hat ein Unternehmen gefühlte 97 Prozent störungsfreien Betrieb.“

Zwischen gefühlt und gemessen aber liegen in der digitalen Ära Welten. Technik 4.0 hilft nicht nur dabei, Störungen sofort ausfindig zu machen und die Produktivität um 20 oder 30 Prozent in wenigen Monaten zu steigern. Hochentwickelte Shop Floors ermöglichen auch eine langfristige Kapazitätsplanung. Die Datenbasis dafür liefert das Modul „Schedule & Dispatch“ für das Auftragsdatenmanagement, die Kapazitätsplanung sowie die Feinplanung und die Steuerung.
 
Von drei Tagen auf zwei Stunden
Anschauliche Belege für Effizienzgewinne durch webbasierende Planung zeigte ein Hersteller von Kochgeschirr auf dem Produktivitätskongress. Der Manager im Auftragszentrum berichtete, dass die Planungsdauer für Aufträge von drei Arbeitstagen auf zwei Stunden reduziert werden konnte. „Die Fertigungstermine sind heute nach vier Stunden auf allen Endgeräten sichtbar – im Vergleich zu vier Arbeitstagen vor Einführung digitaler Feinplanung.“

Die Disposition der Komponenten ging von vier auf einen Arbeitstag zurück, der Planungszeitraum für Aufträge verkürzte sich von sieben auf fünf Wochen. Hinzu kämen verringerte Durchlaufzeiten sowie ein um die Hälfte reduzierter Bestand in der Fertigung. Entfallen sind laut Unternehmen das Einstellen der Fertigungsaufträge in SAP und das Einpflegen der Fertigungstermine.

Fünf Arbeitstage sind heue in vier Tagen erledigt
Von einem Effektivitätssprung berichtete auch Jason Phillips, Lean Manufacturing Manager beim Bergbau-Ausrüster Weir Minerals Europe. Das Unternehmen steigerte seine Effizienz in einem halben Jahr um zwölf Prozent. Jason Phillips: „Wir schaffen heute fünf Arbeitstage in vier Tagen. Wir können uns auf die kontinuierliche Optimierung konzentrieren statt wie früher auf das Sammeln von Daten.“

Zu solchen Effizienzsteigerungen sagt Forcam-Chef Franz Gruber: „Höhere Produktivität ist kein Hexenwerk, sondern abhängig von Hightech-Lösungen. Wer glaubt, eine Fabrik heute noch ohne Technologie 4.0 managen zu können, wird verlieren.“ Zu den Elementen zählten der Anschluss von Maschinen und heterogenen Steuerungen, Big-Data-Verarbeitung und Smart-Data-Visualisierung in Echtzeit sowie 100-prozentige webbasierende Cloud-Fähigkeit.

Das muss ein Modul Schedule & Dispatch bieten
1. Auftragsdatenmanagement
• Direkte Kommunikation von Aufträgen an die Maschine
• Auftragsdatenverwaltung für Werker, Meister und Teamleiter
• Soll-Ist-Vergleich und Kostenberechnung in Echtzeit
• Automatische Meldungen von Gut-, Ausschuss- und Nacharbeitsmengen
• Oberfläche des Maschinenterminals individuell konfigurierbar
• Mehrsprachigkeit sowie Links- und Rechtshandbedienung

2. Kapazitätsplanung
• Globale Schichtverwaltung und Schichtplanung
• Paralleles Anlegen mehrerer Schichtmodelle für einzelne Werke
• Flexible Änderung oder Anpassung von Schichten
• Sofortige Vergleichsübersicht über Schichtproduktivität
• Zeitersparnis durch direkte Datenübernahme aus der SAP-Konfiguration

3. Feinplanung und Steuerung
• Festlegung der optimalen Reihenfolge der Arbeitsvorgänge
• Automatische Deckungsrechnung durch Simulationsläufe
• Rüstzeitoptimierung und Durchlaufzeitoptimierung
• Simulationsmodell zur Analyse von Planungsalternativen vor Produktionsfreigabe
• Übersichtliche Darstellung von Kapazitäten und Auslastung
• Variable bildliche Darstellung durch grafische Plantafel

Datum:
15.02.2018
Unternehmen:
Bilder:
Forcam

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