20. JUNI 2018

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In einer Linie


Technik

Flexible und wirtschaftliche Richttechnik für die Blech- und Bandverarbeitung verlangt stärker denn je nach automatisierten Fertigungslösungen. Insbesondere gilt dies auch für den Kantprofilhersteller Schrag Kantprofile GmbH mit seinen unzähligen Sonderlösungen.
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Kleine Stückzahlen erfordern hohe Flexibilität

Ein wesentliches Merkmal der Anlage ist die integrierte Lochstanze, die mit zwölf Werkzeugen bestückt ist und somit gleichzeitig zwölf verschiedene Lochdurchmesser stanzen kann. Ebenso lassen sich damit unterschiedliche Konturen schneiden. Möglich ist dies durch ein um 180 Grad verstellbares Drehwerkzeug. Die Lochstanze ist zu beiden Seiten der Bandkante zangenartig (C-Bügel) angeordnet und kann Werkzeuge mit Durchmessern von 3,3 bis 88 Millimetern aufnehmen, wobei eine der Werkzeugaufnahmen um 360 Grad rotieren kann. Durch die beidseitige oder spiegelbildliche Anordnung der Stanzeinheiten ist praktisch jedes erdenkbare Lochbild in Sekundenschnelle hergestellt.

Der Materialfluss startet mit einem hydraulischen und verfahrbaren Coilladewagen mit integrierter Gewichtsmessung. Für spätere Auswertungen werden die verarbeiteten Coilgewichte protokolliert. Ein neues Coil wird auf den Aufnahmedorn der Haspel geladen. Zur Minimierung von Nebenzeiten wird eine Wendehapsel eingesetzt, die es ermöglicht, hauptzeitparallel zum Beladevorgang ein bereits auf der Haspel befindliches Coil abzuwickeln. »Durch die unterschiedlichen Kantprofilmaße kommt es kaum vor, dass ein Coil von Anfang bis Ende durchläuft. Deshalb haben wir eine Rückspulautomatik gewählt, die das nicht benötigte Band wieder auf das Coil zurückwickelt«, erläutert Jürgen Stötzel. Der gesamte Lade- und Entladevorgang erfolgt automatisch ohne menschlichen Eingriff. Schrag wählte aus dem bei Kohler vorhandenen Spektrum eine Haspel mit einem maximalen Coilgewicht von 12 Tonnen und Bandbreiten von 200 bis 1.250 Millimetern aus. »Entscheidend für den Anwender ist vor allem die Vermeidung der durch Coilwechsel verursachten unproduktiven Zeiten. Die Band-zu-Band-Wechselzeiten konnten damit um bis zu 60 Prozent reduziert werden«, erklärt Tobias Frank.

Mit einer Einführhilfe, bestehend aus einem Tisch unten und einem Niederhalter oben, wird der Coilanfang über den Bandeinzug in die Kohler-Neunwalzen-Richtmaschine eingeführt. Dabei handelt es sich um eine Bandrichtanlage mit einer erweiterten Schnellwechseleinrichtung. Diese Einrichtung erlaubt ein schnelles und gründliches Reinigen der Richtwalzen und Stützrollen. Dazu kann die obere und untere Kassette jeweils getrennt aus der Richtmaschine gefahren werden. Anwender schätzen diese sehr wirtschaftliche Option gegenüber Lösungen in manch anderen am Markt erhältlichen Anlagen. Für den Produktwechsel zwischen wiederkehrenden Materialien wird auf die in der Kohler-Steuerung abgelegten Richtparameter zurückgegriffen. Für neue Materialien werden mit dem ›Expert Calculation System‹ nach Eingabe der Blechdicke und -breite, Streckgrenze und Materialart die Vorgabewerte für die Walzenstuhlposition ermittelt, die nach Bedarf vom Maschinenführer angepasst werden können.

Über die hinter der Richtmaschine befindliche Schlaufengrube, die für den entsprechenden Ausgleich bei unterschiedlichen Durchlaufgeschwindigkeiten sorgt, erreicht das Band schließlich die Stanzeinheiten mit den quer zur Bandrichtung verfahrbaren Werkzeugen. Die gewünschten Lochbilder oder Konturen werden von der Arbeitsvorbereitung zur Verfügung gestellt und entsprechend der Produktionsreihenfolge von der Anlage abgerufen. Ein Walzenvorschub sichert eine präzise Zuführung der Bänder in die Stanzeinheit, sodass die Werkzeuge bis auf 0,05 Millimeter genau positioniert werden.


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Ausgabe:
bbr 07/2017
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