20. JUNI 2018

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Grosse Chance


Technik

Maschinenbauer sind eher konservativ, oder sagen wir vorsichtig: Neuen technischen Lösungen begegnen sie in der Regel mit neugieriger Skepsis. Anders die Hersteller von Wasserstrahlschneidanlagen: Sie sehen im Suspensionsverfahren, bisher nur in Mobilanlagen, eine große Chance. Während der Blechexpo fand eine hochkarätig besetzte Gesprächsrunde zum Thema ›Consus‹ statt.
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An PTFE, bekannter als Teflon, bleibt bekanntlich nichts hängen außer Bratpfannen. Warum zerschneidet der Abrasivwasserstrahl fast alles, nur nicht die eigene Anlage, obwohl das Abrasivmittel beim Suspensionsverfahren sehr früh und nicht erst kurz vor der Austrittsdüse zugeführt wird?

Marco Linde, COO, ANT: Die Frage stellt sich jeder, und sie begleitet uns seit Jahrzehnten. Die Lösung besteht darin, dass sich die Suspension in der Consus-Anlage mit nur geringen Geschwindigkeiten, etwa drei bis vier Metern pro Sekunde, bewegt. Geringer darf die Geschwindigkeit nicht sein, weil das Abrasivmittel sonst sedimentiert, aber wir haben bei diesem Tempo noch keinen Verschleiß. Erst in der Düse wird der Druck in hohe Geschwindigkeit umgewandelt, wobei wir bei etwa 1.500 bar bleiben, was im Vergleich zum Injektorverfahren deutlich weniger ist. Wichtig sind ausreichende Biegeradien der Zuleitungsschläuche, damit das Abrasivmittel nicht gegen die Außenwände prasselt.

Den Düsenverschleiß hat man beim Wasserstrahlschneiden ja immer, der ist sozusagen systemimmanent.

Marco Linde: Wir sind bei 15 bis 20 Stunden. Da sind die Düsenhersteller gefordert. Leider gibt es davon zu wenige. Wir hoffen, die Standzeit durch neue Materialien bald verdoppeln zu können.

Franz Trieb, CEO, BFT: Eine Primärdüse aus Saphir hält auch beim Injektorverfahren unter ungünstigen Umständen nur ein paar Minuten, eine Diamantdüse aber über 500 Stunden. Im Normalfall sind es beim Saphir 20 bis 80 Stunden. Bei der Abrasivdüse liegen die Standzeiten bei 50 bis 150 Stunden. Man sollte allerdings Billiganbieter weiträumig umfahren.

Ralf Winzen, Vertriebsleiter und Prokurist, Innomax: Viele unserer Kunden lassen die Omax-Anlagen bis zu 30 Stunden durchlaufen und machen dann einen Düsen-Check.

Franz Eder, CEO, ANT: Verschleiß an der Fokussierdüse führt beim Injektorverfahren zu Leistungsverlust, weil durch die Aufweitung bei gleichem Volumenstrom die Strömungsgeschwindigkeit sinkt. Beim Suspensionsverfahren können wir dagegen nachsteuern.

Ralf Winzen: Der Leistungsverlust führt zur Erhöhung der Konizität, also zu einem schlechteren Schnittergebnis, und es hängt von den Genauigkeitsanforderungen ab, wann man eingreifen und die Düse wechseln muss. Mit Schwenkköpfen kann man die Konizität natürlich noch eine ganze Weile kompensieren.


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